DDR6: Findungsphase für den DDR5-Nachfolger

Volker Rißka 131 Kommentare
DDR6: Findungsphase für den DDR5-Nachfolger
Bild: SK Hynix

DDR5-Speicher steht vor der Markteinführung, die Entwicklung von DDR6-Speicher steht am Anfang. Während DDR5-RAM die Fortführung von DDR4 ist und binnen nur rund zwei Jahren fertiggestellt wurde, könnte DDR6 einen Schritt weiter gehen und mehr Features bieten. Die Entwicklungszeit ist deshalb mit bis zu sechs Jahren angesetzt.

Der klassische RAM-Refresh der letzten Jahre und Jahrzehnte kümmerte sich in erster Linie um eine steigende Frequenz, während die Spannung auf stabilem Niveau gehalten oder gar leicht gesenkt werden konnte. Nebenbei wurden zwar auch weitere Parameter geändert und die ECC-Funktionalität stetig erweitert, doch im Fokus stand ein höherer Takt für eine steigende Bandbreite. Gepaart mit Plattformen, die im High-End- und Server-Bereich ebenfalls immer mehr Speicherkanäle nutzen, wurde die Aufgabe der Bandbreitenerhöhung bewältigt.

DDR5-RAM als in Kürze in den Markt kommende Lösung wird nach bisherigem Stand, zu dem auch die ersten Muster vorliegen, mit 5.200 MHz starten und soll bis zum Jahr 2022 auf 6.400 MHz direkt ab Werk konfiguriert sein. Overclocking-Speicher dürfte diese Grenzen deutlich höher schieben, da dieser stark selektiert ist und höhere Taktraten oft durch schlechtere Timings und höhere Spannungen erkauft. Im Jahre 2022 erwarten Marktforscher bereits einen Anteil von 44 Prozent des Marktes für DDR5.

DDR6 könnte SoC-Funktionen bekommen

Einer der Chef-Ingenieure von SK Hynix gab in einem Interview zu verstehen, dass die Entwicklung für DDR6 viel länger dauern soll als für DDR5. Statt rund zwei Jahre werden nun bis zu sechs Jahre avisiert. Doch diesem will man unter anderem mit der Möglichkeit nach zusätzlichen Ausstattungsmerkmalen begegnen. Denn statt wieder nur den Takt auf dann rund 12.000 MHz zu erhöhen, was in jedem Fall gesetzt ist, könnte DRAM einige Funktionen eines SoCs übernehmen, die bisher eher einer CPU zugeordnet wurden. Spezifisch wird der Hersteller dabei aber noch nicht.

Denn diese Idee, erklärte SK Hynix, ist nur eine von vielen denkbaren Varianten. Viele weitere Konzepte sind derzeit noch im Stadium der umsetzbaren Möglichkeiten. Die Ära „post DDR5“, wie sie aktuell noch ohne den Namen DDR6 zu benutzen genannt wird, könnte am Ende doch noch ganz anders aussehen als bisher gedacht.