Browser: Chrome 72 versteht Windows Hello und wertet FTP ab

Jan-Frederik Timm 26 Kommentare
Browser: Chrome 72 versteht Windows Hello und wertet FTP ab
Bild: Google

Nur Stunden nach der Freigabe von Firefox 65 hat auch Google mit Chrome 72 eine neue Version des hauseigenen Browsers veröffentlicht. Er zeichnet sich durch viele kleine Neuerungen, Anpassungen, aber auch gestrichene Funktionen aus. Und von TLS 1.0, 1.1 und FTP wird langsam Abschied genommen.

Authentifizierung über Windows Hello und Co.

Eine der wesentlichen Neuerungen der Version für Windows ist die Anbindung des Browsers an die Authentifizierungs-APIs von Windows. Unter Windows 10 kann der Nutzer so die zum Login in das System eingerichtete Methode wie Gesichts- oder Fingerabdruckerkennung auch im Browser nutzen. Aber auch die 2-Faktor-Autorisierungen über USB, Bluetooth oder NFC wird möglich.

Ebenfalls neu ist, dass Pop-ups, die beim Verlassen einer Seite geladen werden sollen, immer unterdrückt werden – und nicht nur dann, wenn der Pop-up-Blocker aktiv ist. window.open() ist beim Schließen einer Webseite zu diesem Zweck jetzt generell untersagt. In den Einstellungen wurden sicherheitsrelevante Informationen, die der Browser automatisch in Formularen eintragen kann, jetzt unter dem neuen Punkt „Autofill“ stärker hervorgehoben.

Autofill-Informationen sind jetzt besser zugänglich
Autofill-Informationen sind jetzt besser zugänglich

Gestrichen wurde hingegen die Möglichkeit, Googles Chromecast-Endgeräte über den Browser einzurichten. Bisher war das über den Aufruf chrome://cast möglich. Die Möglichkeit Inhalte aus dem Browser an ein Chromecast-Endgerät zu übertragen ist davon allerdings nicht betroffen.

TLS 1.0, 1.1 und FTP werden abgewertet

Auch in Bezug auf die Sicherheit gibt es in Chrome 72 eine ganze Reihe an Veränderungen. Zum einen verabschiedet sich Google schrittweise vom unverschlüsselten Protokoll FTP. Chrome 72 stellt zwar weiterhin noch Verzeichnisstrukturen im Browser dar, nicht aber mehr auf dem Server abgelegte Dateien. Diese werden ab sofort immer direkt heruntergeladen. Abgewertet wurden auch TLS 1.0 und TLS 1.1, die HTTPS absichern. Ab sofort zeigen Webseiten, die noch nicht auf eine neue Version setzen, in den DevTools von Chrome eine Warnung an. Im Jahr 2020 will Google die Unterstützung für beide Standards nach aktueller Planung komplett streichen. ComputerBase setzt seit Oktober 2018 bereits auf TLS 1.3.