Galaxy S10e, S10 und S10+ im Test: Samsungs teures Smartphone-Trio nähert sich der Perfektion 5/7

Nicolas La Rocco 446 Kommentare

LTE Advanced Pro mit 8CA für 2 Gbit/s

Der neue Mobilfunkstandard 5G wird von den drei hierzulande erhältlichen Galaxy S10 nicht unterstützt, dieses Feature ist dem Sondermodell Galaxy S10 5G vorbehalten, das mit 6,7 Zoll großem Display noch einmal größer ist. Auch das Galaxy Fold soll neben einer LTE- als 5G-Variante angeboten werden. Stattdessen legt Samsung in Sachen LTE noch eine Schippe drauf und liefert die Smartphones mit einem neuen Exynos-Modem aus, das LTE Advanced Pro Cat. 20 mit achtfacher Carrier Aggregation für bis zu 2 Gbit/s im Downstream unterstützt. Im Upstream sind mit dreifacher Carrier Aggregation nun bis zu 316 Mbit/s möglich. Beides spielt in Deutschland keine Rolle, vor allem nicht die Zusammenlegung von acht Frequenzblöcken. Hierzulande sind 3CA sowie 225 Mbit/s (Telefónica), 300 Mbit/s (Deutsche Telekom) und 500 Mbit/s (Vodafone) das übliche Maximum. 4CA wird bei Telefónica und Vodafone zumindest erprobt.

Wi-Fi 6 (802.11ax)

Im WLAN-Bereich bringen die Smartphones das neue Wi-Fi 6 (802.11ax) mit. Wi-Fi 6 nutzt das zur Verfügung stehende Spektrum bei 2,4 GHz und 5 GHz durch Techniken wie eine höhere Modulation von 1024-QAM und OFDMA (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) effizienter. Entsprechende Router werden bereits von Asus und Netgear angeboten, wenngleich die Preise noch vergleichsweise hoch ausfallen.

Bluetooth 5.0 LE und USB 3.1 Typ C

Des Weiteren sind Bluetooth 5.0 LE sowie die globalen Navigationssatellitensysteme A-GPS, GLONASS, BeiDou und Galileo mit an Bord. NFC für kontaktloses Bezahlen über Dienste wie Google Pay unterstützen alle drei Galaxy S10 ebenfalls. Für kabelgebundene Verbindungen stehen schließlich noch USB 3.1 Typ C (10 Gbit/s) sowie weiterhin eine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse zu Auswahl. Samsung legt allen drei Varianten in Kooperation mit AKG entwickelte kabelgebundene Kopfhörer bei.

Android 9.0 Pie mit One UI

Als Betriebssystem ist Android 9.0 Pie mit dem neuen One UI in Version 1.1 installiert. Die Android-Sicherheitspatch-Ebene war mit Stand Februar 2019 die aktuelle, wenngleich für Pixel-Smartphones seit dem 4. März die Patches für März 2019 angeboten werden. In der letzten Woche ist ein erstes Firmware-Update (G97xFXXU1ASBA) an die Smartphones verteilt worden, das laut Changelog die Stabilität der Kamera und die Leistung der Fingerabdruckerkennung verbessert. Außerdem wurde die Option der freien Belegung der Bixby-Taste hinzugefügt.

Android läuft auf den Galaxy S10 ausgesprochen zuverlässig, schnell und stabil, wenngleich das Betriebssystem in den ersten Tagen mit vermeintlich hilfreichen Tipps ein wenig nervte. An mehreren Stellen sollen Pop-Ups dabei helfen, gewisse Funktionen des One UI zu erklären und kennenzulernen. Für erfahrende Nutzer sind diese Tipps allerdings eher störend. Nachdem in den ersten Tagen alle Funktionen des Smartphones einmal kurz ausprobiert wurden, tauchen die Hinweise im Alltag nicht mehr auf.

Von diesen kleineren Hürden beim Einstieg abgesehen ist Samsung mit dem One UI eine überzeugende Neuauflage der eigenen Android-Oberfläche gelungen. Samsung hat das Betriebssystem ansprechend gestaltet und mit schönen Animationen versehen, die die ohnehin flüssige Bedienung unterstreichen. Die Rohleistung des schnelleren Prozessors kommt damit tatsächlich während der alltäglichen Nutzung an.

Einen großen Schritt nach vorne macht das One UI über die Neupositionierung von UI-Elementen. Viele Schaltflächen befinden sich nun in den unteren zwei Dritteln des Bildschirms, damit diese leichter mit einer Hand zu erreichen sind. Das obere Drittel des Bildschirms wird dadurch zum Bereich nur für die Betrachtung von Inhalten degradiert, was im Alltag aber zu einem durchaus schlüssigen Bedienerlebnis führt.

Erstmals mit Dark Mode

Neu ist zudem der seit längerer Zeit von vielen Nutzern geforderte Nachtmodus, der helle Fläche gegen dunkle und teilweise vollständig schwarze austauscht. Gerade in Verbindung mit einem OLED-Bildschirm kommt dieses Design gut zur Geltung.

Dark Mode des Samsung One UI
Dark Mode des Samsung One UI

Was Samsung mit dem One UI nicht verändert hat, sind die eigenen Apps, die als Duplikate von Googles Apps vorliegen. So installiert Samsung zusätzlich zu Chrome, Gmail, Google Play oder dem Google-Kalender jeweils eigene Versionen dieser Apps. Statt Googles eigenem Passwortmanager Autofill wird parallel Samsung Pass angeboten. Nur bei Google Pay bietet Samsung zumindest in Deutschland noch nicht die eigene Version Samsung Pay an. Dieses Vorgehen geht so weit, dass sich die Bixby-Taste zwar mit anderen Apps, aber nicht mit dem Google Assistant belegen lässt.

Nach wie vor gibt es eine Kooperation mit Microsoft, sodass LinkedIn, Office Mobile und OneDrive ab Werk installiert sind und nicht deinstalliert werden können. Nur das Deaktivieren ist möglich, woraufhin die Apps aus dem App-Drawer verschwinden.

Trotz dieser zugegebenermaßen kleineren Kritikpunkte ist das neue One UI unterm Strich ein deutlicher Schritt nach vorne für Samsungs Android-Oberfläche. Abseits von Stock-Android hat sich Samsung über die Jahre zu einem der besten alternativen UIs gemausert, was man zu alten TouchWiz-Zeiten beileibe nicht behaupten konnte.

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