Broadwell Reloaded: Xeon-D-1600-CPUs sind stark verbesserte alte Bekannte

Volker Rißka 17 Kommentare
Broadwell Reloaded: Xeon-D-1600-CPUs sind stark verbesserte alte Bekannte
Bild: Intel

Überraschend erstmals zum MWC 2019 benannt hat Intel die neuen Xeon-D-1600-CPUs vorgestellt. Ab Mai sollen sie im Handel verfügbar sein. Die neuen Prozessoren sollen das Bindeglied zwischen den bisherigen Produktfamilien Xeon D-1500 und D-2100 werden und greifen dafür auf die erstmals vor fünf Jahren gezeigte Architektur zurück.

Bereits im Jahr 2013 fiel der Codename Broadwell-DE das erste Mal, 2014 wurden mehr und mehr Details bekannt gegeben, doch erst Ende 2015 erfolgte der Startschuss seitens Intel als Xeon D-1500. Heraus kamen sehr starke Prozessoren, die nur beim Speichersupport eingegrenzt wurden. 16 Kerne trafen auf maximal 128 GByte RAM. Ein solches Ungleichgewicht war im Serversegment zuvor nicht bekannt und stieß auf viel Kritik. Mit dem Nachfolger Xeon D-2100 hat Intel dieses Manko behoben.

Die erste 14-nm-CPU von Intel lebt weiter

Jetzt folgt mit der Serie Xeon D-1600 eine Zwischenlösung, die Intel unter dem Codenamen Hewitt Lake erstmals zum MWC 2019 auf der Bühne präsentierte. Seinerzeit war unklar, was sich dahinter verbirgt und auch jetzt wollte Intel das nicht an die große Glocke hängen, denn im Kern bedeutet die Serie: Broadwell als Intels erste 14-nm-CPU lebt weiter. Der Blick auf das neue und alte Architektur-Diagramm zeigt dies ganz deutlich, wenngleich Intel nach drei Jahren einige Optimierungen vorgenommen hat. Diese betreffen primär die Speicherunterstützung bei ausgewählten CPUs, auch zusätzlich LAN-Verbindungen, die am Ende aber in der Regel über PCIe-Lanes realisiert werden, gibt es Anfang 2019. Die Unterstützung für QuickAssist rundet das Paket jetzt ab, das war bisher eher bei den größeren Xeon anzutreffen.

Xeon D-1600
Xeon D-1600 (Bild: Intel)
Intel Xeon D-1500
Intel Xeon D-1500 (Bild: Intel)

Deutlich mehr Takt bei gleicher TDP und gleichem Preis

Vom original Xeon D-1500 wurden im Laufe der Monate und Jahre insgesamt über 20 Modelle ausgekoppelt, die mit vier bis 16 Kernen in den TDP-Gruppen von 20 bis 65 Watt zugegen waren. Die Xeon D-2100 setzen zwar auch auf 4 bis 16 Kerne, allerdings in den TDP-Bereichen von 60 bis über 100 Watt. Die Xeon D-1600 sind nun als Ergänzung gedacht, sowohl für die älteren Modelle als auch die neuen Skylake-Lösungen. Am Ende dürften sie die Xeon D-1500 aber komplett ablösen.

Gegenüber den älteren Xeon D-1500 werden die zusätzlichen drei Jahre Entwicklungszeit in der 14-nm-Fertigung in erster Linie beim Takt sichtbar, der deutlich angehoben wurde. 500 MHz mehr sind keine Seltenheit, wie beispielsweise das Acht-Kern-Modell D-1653N mit nun 2,8 bis 3,2 GHz bei 65 Watt im Vergleich zum bisherigen Acht-Kerner bei gleicher TDP-Einstufung, dem Xeon D-1553N mit 2,3 bis 2,7 GHz, zeigt. Bei speziellen CPUs sind sogar 700 MHz zusätzlicher Takt im Angebot. Laut Intels Preisliste kosten die neuen CPUs zudem das gleiche wie die bisherigen Modelle. Für die älteren Xeon-D dürfte damit in Zukunft kaum mehr Platz sein.