Quartalszahlen: Der Ausblick von Intel trübt sich deutlich ein

Volker Rißka 91 Kommentare
Quartalszahlen: Der Ausblick von Intel trübt sich deutlich ein
Bild: Intel

Das erste Quartal zeigt den gleichen Umsatz wie im Jahr zuvor und noch 4 Mrd. USD Gewinn, doch der Ausblick ist trüb. Intel trifft auf die gleichen Probleme wie andere Hersteller, im NAND-Geschäft steht schon jetzt ein großes Minus. Volle Lager lassen auch den Absatz im Data Center einbrechen, dem bisher größten Wachstumsmarkt.

Zur Data Center Group (DCG) gehört bei Intel alles, was nicht in einem PC oder Notebook steckt. Während sich das Geschäft dort mit einem Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr vor allem durch deutlich gestiegene Prozessorpreise (+13% im Notebook und +7% im Desktop) bei weniger Auslieferungen behaupten konnte, ging der zuletzt stets als Vorzeigekind ins Rampenlicht gerückte Bereich rund um Produkte für Profis zurück. Dort stieg der CPU-Preis zwar auch um ein Prozent, allerdings gingen die Stückzahlen zugleich um acht Prozent zurück. Hier kaufen Partner derzeit lieber erst einmal ältere Lagerbestände auf respektive nutzen diese statt neue CPUs bei Intel zu ordern.

Der größte Verlierer in der DCG-Sparte ist aber die Non-Volatile Memory Solutions Group rund um SSDs mit NAND-Flash sowie Optane, die bei zwölf Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr mit 297 Millionen US-Dollar im Minus stehen. Das ruinöse Geschäft mit Speicherchips bekommt nun auch Intel vollends zu spüren, SK Hynix und ebenso Samsung hatten dies bereits offenbart. Und dass dies erst einmal nicht besser wird, erklärte auch Intel. Die Preise für Speicherchips sollen weiter fallen. Deshalb wird Intel die NAND-Produktion zurückfahren und den Ausstoß an Chips verringern.

Der Ausblick auf das Gesamtjahr ist auch bei Intel deutlich verhaltener als zuletzt. Der im Conference Call durch den Sprecher wieder als Interim-CEO angekündigte Intel-Chef Bob Swan, der seit drei Monaten fest im Amt ist, scherzte, dass er aufgrund des Ausblicks wohl gleich wieder degradiert worden sei. Mit rund 69 Milliarden US-Dollar Umsatz soll Intel das Gesamtjahr 2019 drei Prozent unter dem Vorjahr abschließen, jedes Marktsegment soll dabei einbüßen. Auch die Marge und der Gewinn sollen zurückgehen, was bereits für das zweite Quartal erwartet wird. Der Börse gefiel das gar nicht, die Aktie sackte um 7 Prozent ab.