Virtual Reality: Diese VR-Headsets erscheinen im Jahr 2019

David Pertzborn 173 Kommentare
Virtual Reality: Diese VR-Headsets erscheinen im Jahr 2019

tl;dr: Drei Jahre nach der ersten großen Welle kündigen sich für 2019 viele neue VR-Headsets an. ComputerBase gibt nachfolgend, sofern bekannt, einen Überblick über die technischen Details sowie Veröffentlichungstermine und liefert eine erste Einschätzung. Die Community kann dabei helfen, den Überblick aktuell zu halten.

Die zweite (?) Generation kommt

Vor drei Jahren erschienen mit Oculus Rift, HTC Vive und PlayStation VR die ersten einigermaßen ausgereiften VR-Headsets für PCs und Konsolen. Doch auch wenn die erste Generation schon funktionierte, zum Teil zu begeistern wusste und sukzessive immer weiter Verbreitung gefunden hat, gibt es seit der Veröffentlichung die Rufe nach der nächsten Generation.

Einen ersten Fingerzeig in Richtung Zukunft gab es im Jahr 2017. Mit Windows Mixed Reality stieg Microsoft in den VR-Markt ein und zeigte, dass es auch ohne externe Sensoren und mit höherer Auflösung geht. Auf Seiten der Software bot die Plattform trotz Steam-Integration aber viel zu wenig. HTC lieferte mit der Vive Pro dann Anfang 2018 so etwas wie eine Generation 1.5, deren Preis sie für Privatanwender aber quasi ausschloss. Weitere Entwicklungen der vergangenen Jahre: Die 2017 gestartete Kickstarter-Kampagne von Pimax nähert sich ihrem Ende und mit Oculus Go gibt es seit 2018 einen günstigen, aber soliden Einstieg in VR.

2019 wird ein spannendes Jahr für VR

Seit dem Sommer 2018 hat die Frequenz, mit der Hersteller neue Produkte in Aussicht gestellt haben, deutlich zugenommen. Erst diese Woche war Valve mit der Index an der Reihe. Dieser Artikel führt alle Neuankündigungen übersichtlich auf und soll fortwährend um weitere Details, Leaks und Erkenntnisse aus Tests erweitert werden. Hinweise aus der Community zu neuen Entwicklungen in den Kommentaren sind dafür jederzeit herzlich willkommen.

Technische Daten, Preise und Termine

Anfang April 2019 befinden sich über zehn VR- oder AR-Headsets im Status „Angekündigt, aber noch nicht verfügbar“. Die Liste reicht von leichten Überarbeitungen bis zu deutlichen Neuentwicklungen.

Headset Vorschau
Test
Typ Auflösung (pro Auge) Field of View Displaytyp Tracking Audio Besonderheit Erscheinungs-
datum
Preis
Oculus Rift S PC-gebunden, VR 1.280 × 1.440, 80 Hz 110° LCD Inside-Out, 5 Kameras Integriert,
3,5 mm
Passthrough Frühjahr 2019 449€
Oculus Quest Standalone, VR 1.440 × 1.600, 72 Hz (110°) OLED Inside-Out, 4 Kameras Integriert,
3,5 mm
Passthrough Frühjahr 2019 449€
Pimax 5K Plus PC-gebunden, VR 2.560 × 1.440, 90 Hz 200° LCD SteamVR Tracking 2.0 3,5 mm Robuste Version
verfügbar
Vorbestellbar 699 $
Nur Headset
Pimax 5K XR PC-gebunden, VR 2.560 × 1.440, 85 Hz 200° OLED SteamVR Tracking 2.0 3,5 mm Robuste Version
verfügbar
Vorbestellbar 899 $
Nur Headset
Pimax 8k PC-gebunden, VR 3840 × 2160, 80 Hz 200° LCD SteamVR Tracking 2.0 3,5 mm Robuste Version
verfügbar
Vorbestellbar 899 $
Nur Headset
HTC Vive Pro Eye Vorschau PC-gebunden, VR 1.400 × 1.600, 90 Hz 110° OLED SteamVR Tracking 2.0 Integriert Eye-Tracking 2. Quartal 2019 ?
HTC Vive Cosmos PC-gebunden
(Standalone), VR
? ? ? Inside-Out ? (Modular) 2019 ?
HTC Vive Focus Plus Vorschau Standalone, VR 1.440 × 1.600, 75 Hz 110° AMOLED Inside-Out, 2 Kameras Integriert Ultraschalltracking
für Controller
15. April 2019 829€
HP Reverb PC-gebunden, VR 2.160 × 2.160 114° LCD Inside-Out, 2 Kameras Integriert Mai 2019 629€
Acer ConceptD OJO PC-gebunden, VR 2.160 × 2.160 ? LCD Inside-Out, 2 Kameras Integriert,
3,5mm
teilmodular ? ?
Microsoft HoloLens 2 Vorschau Standalone, AR (2K, Seitenverhältnis 3:2) ? ? Inside-Out Integriert Eye-Tracking 2019 3.500$
StarVR One (XT) PC-gebunden, VR 1.830 × 1.464, 90 Hz 210° AMOLED SteamVR Tracking 2.0
(Externe Kamerasysteme)
3,5 mm Eye-Tracking ? ?
Valve Index PC-gebunden, VR (Ähnlich Vive Pro) (135°) (OLED) (SteamVR Tracking 2.0) Integriert 2 Linsen
pro Auge ?
Juni 2019 ?
( ) = Gerücht

Erste Einschätzungen

Während Oculus vor vier Jahren praktisch im Alleingang einen VR-Hype entfachen konnte, geht das von Facebook für 2,3 Milliarden US-Dollar gekaufte Unternehmen im Jahr 2019 beim bekanntesten Produkt auf Nummer sicher: Bei Oculus Rift S handelt es sich weniger um eine echte zweite Generation als vielmehr um eine Generation 1.5.

Spannender ist Oculus Quest. Mit einem verhältnismäßig niedrigen Einstiegspreis und ohne Bedarf nach einem leistungsfähigen PC geht die Entwicklung hier eher in Richtung „VR-Konsole“. Die Oculus Go war ein erster Schritt in diese Richtung, doch erst mit der Oculus Quest wird es 6-DoF-Tracking für die vollständige Bewegungsfreiheit im Raum geben. Weil die Entwicklung von Software für Oculus Quest unterstützt und erfolgreiche Titel wie Beat Saber oder Superhot VR zum Start des VR-Headsets verfügbar sein werden, könnte sich Oculus Quest als einfachste Möglichkeit etablieren, ein hochwertiges VR-Erlebnis zu erhalten.

Valve und HTC gehen getrennte Wege

Bis jetzt kooperierte Valve bei der Herstellung von VR-Headsets mit HTC. Mit der Valve Index und der Vive Focus Plus gehen beide Unternehmen nun ihren eigenen Weg. Während sich HTC mit der Vive Focus Plus stärker an Unternehmenskunden richtet, dürfte die Valve Index an Spieler adressiert sein und ist, auch wenn erst wenige technische Details bestätigt sind, eines der potentiell spannendsten VR-Headsets des Jahres.

Vive Focus Plus
Vive Focus Plus (Bild: HTC)

Bis auf das neue Eye-Tracking-Feature gleicht die HTC Vive Pro Eye der HTC Vive Pro praktisch komplett, liefert in Anwendungen, die Eye-Tracking nutzen können, jedoch trotzdem ein merklich besseres Erlebnis.

HTC Vive Pro Eye
HTC Vive Pro Eye
HTC Vive Cosmos
HTC Vive Cosmos

Mehr Fragezeichen als alles andere gibt es zur HTC Vive Cosmos. Bei dem System wird es sich vermutlich um ein neues High-End-VR-Headset handeln, das an den PC angeschlossen werden kann, eventuell aber auch autark funktioniert oder ein Smartphone als Zuspieler nutzen kann. Zusätzliche Informationen über eine mögliche Modularität, die HTC gegenüber UploadVR geäußert hat, geben weiteren Raum für Spekulationen. Sollte es sich bei der Vive Cosmos tatsächlich um ein (modulares) VR-Headset handeln, das sich an VR-Enthusiasten richtet und sowohl mit dem PC als auch mit dem Smartphone genutzt werden kann, liefert HTC hier potentiell einen würdigen Nachfolger für die HTC Vive.

Pimax mit großem FoV und vielen kleinen Problemen

Von allen Angeboten für Endkunden liefert Pimax bei seinen Headsets mit Abstand das größte Sichtfeld und eine der höchsten Auflösungen. In vielen Erfahrungsberichten schwingt jedoch mit, dass der über eine Kickstarter-Kampagne groß gewordene Hersteller bei seinem Produkt noch mit vielen kleinen Problemen zu kämpfen haben soll. Oft bemängelt werden die Verarbeitungsqualität, der Tragekomfort und die Software-Qualität im Vergleich zu etablierten Konkurrenten wie Oculus. Dafür gibt es jedoch eine Darstellungsqualität, die beispielsweise der der Oculus Rift haushoch überlegen ist und sich, wie das gesamte Produkt, an Enthusiasten richtet – denn der PC muss diese Auflösung schließlich erst mal stemmen können.

HP mit 2.160 x 2.160 Pixeln pro Auge

Das spannendste neue Merkmal des HP Reverb ist die gegenüber der ersten Generation an VR-Headsets deutlich erhöhte Auflösung. Aber selbst im Vergleich mit der neuen Oculus Rift S gibt es noch weit mehr als die doppelte Pixelzahl. Und die Verwendung einer RGB-Subpixelmatrix mit 3 Subpixeln pro Pixel wirkt sich zusätzlich positiv auf die Darstellungsqualität aus, auch wenn es sich um LCDs handelt. Obwohl die inneren Werte hier eher denen der ersten Generation von Windows-Mixed-Reality-Headsets entsprechen, könnte HP das beste Produkt für Käufer liefern, die einfach nur ein schärferes Bild von einem bekannten Hersteller wollen.

HP Reverb
HP Reverb (Bild: HP)

Acer zieht mit HP gleich

Mit der ConceptD OJO hat Acer einen direkten Konkurrenten zur HP Reverb vorgestellt. Dieser teilt sich voraussichtlich die Stärken und Schwächen der HP Reverb, darunter auch die hohe Auflösung, liefert dazu jedoch ein teilmodulares Design, das für mehr individuelle Anpassungsmöglichkeiten und mehr Tragekomfort sorgen soll. Ob, wann und zu welchem Preis ConceptD OJO in Deutschland veröffentlicht wird, will Acer zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.

StarVR One und HoloLens 2 für Unternehmen

Alleine schon am Preis von jeweils mehreren Tausend Euro wird klar, dass sich Microsoft HoloLens 2 und Acer StarVR One nicht an Endkunden richten. Beide werden dementsprechend explizit für kommerzielle Anwendungen beworben und sind für normale Nutzer maximal als Ausblick zu betrachten, was später auch im Wohnzimmer Einzug halten könnte.

Einmal für SteamVR Tracking 2.0 und einmal für kamerabasierte Systeme
Einmal für SteamVR Tracking 2.0 und einmal für kamerabasierte Systeme (Bild: starvr.com)
HoloLens2
HoloLens2 (Bild: Microsoft)

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.