Computex-2019-Pre-Event: Ice Lake schlägt AMD Picasso laut Intel in Grafiktests

Volker Rißka 238 Kommentare
Computex-2019-Pre-Event: Ice Lake schlägt AMD Picasso laut Intel in Grafiktests

Bis heute wurde das quasi nicht für möglich gehalten, doch jetzt sagt Intel, mit Ice Lake ist es soweit: Intel schlägt AMD in Grafiktests. Die neue Architektur soll einen so großen Sprung nach vorn machen, dass bei gleicher TDP AMDs aktuelle APU-Familie Picasso nicht nur bei der CPU sondern auch GPU geschlagen wird.

Eigentlich sollte vor dem Dienstag kein größeres Informationspaket nach außen gelangen, doch Intel hat sich umentschieden. Zwar wird zur Keynote mit dem Chef der PC-Sparte von Intel noch immer Ice Lake im Fokus stehen, doch die Teaser des Sonntagabends deuten die großen Veränderungen an. In den Blick rückt dabei beim Pre-Show-Event zur Computex 2019 die integrierte Grafik.

Leistungsplus durch VRS in DX12

Über die Gen11 hat Intel in den vergangenen Monaten bereits fast alles erzählt. Doch außer Performanceprognosen kamen bisher keine zählbaren Tests herum – bis jetzt. Heute hat Intel einer Auswahl an Journalisten in Taiwan nicht nur Ice-Lake-Notebooks gezeigt, sondern diese gegen den Vorgänger Whiskey Lake als auch gegen AMDs aktuellste Picasso-Generation in Spielen antreten lassen. Dass der direkte Intel-Vorgänger schon allein aufgrund von 64 EUs gegenüber 24 EUs in der GT2-Grafikeinheit deutlich geschlagen wird, war erwartet worden, doch dass es Intel direkt mit dem AMD Ryzen 7 3700U aufnehmen kann, überraschte die versammelte Presse.

In DirectX 12 soll dabei auch VRS helfen, was bisher nur von Nvidia Turing unterstützt wird. Doch auch Ice Lake beherrscht VRS. Aus einem eigentlichen Rückstand wird durch die Aktivierung des Features so ein deutlicher Vorsprung vor Picasso.

Ice Lake geht mit deutlich schnellerem Speicher zu Werke

Für den Test wurden ein nicht näher definierter Ice-Lake-Prozessor mit 15 Watt und 25 Watt dem Whiskey-Lake-Prozessor Core i7-8565U (15 Watt) und dem Ryzen 7 3700U (25 Watt) gegenüber gestellt, wie Intel in den Fußnoten zu den Benchmarks erklärt. Unabhängig bestätigt werden konnten die Messwerte noch nicht. Ice Lake konnte dabei auf 8 GB LPDDR4X-3733 zurückgreifen, Whiskey Lake auf 16 GB DDR4-2400 und Ryzen auf 8 GB DDR4-2400. Ob Single- oder Dual-Channel-Konfigurationen zum Einsatz kamen, erklärt Intel nicht. Auch wird nicht ersichtlich, ob Ice Lake wirklich mit einem Speichertakt von 3.733 MHz auf den Markt kommen wird. DDR4-2400 ist bei Whiskey Lake und Ryzen hingegen Standard.

Unabhängige Tests haben gezeigt, dass die Leistung der integrierten Grafikeinheit von Prozessoren in großem Maße von der Leistung des Systemspeichers abhängt, der oftmals einen Flaschenhals darstellt. Bei gleicher Speicherbestückung könnte der Leistungsvergleich zwischen Ice Lake, Whiskey Lake und AMD Ryzen ganz anders ausfallen.

Intel nutzte die Veranstaltung nicht nur für einen Ausblick, sondern auch dafür, um auf AMDs aktuellen Mobil-Prozessoren herum zu hacken. So erklärte der Konzern, dass ein mobiler Core i3 in ausgewählten Tests selbst einen Ryzen 7 schlägt, was dem Kunden verdeutlichen soll nicht blind nach Zahlen zu kaufen. Solche extrem einseitigen Vergleiche sind nicht neu, in Anbetracht der isolierten Betrachtung aber auch keine Hilfestellung für den Kunden.

Der „Hinweis“ dürften bereits ein Fingerzeig auf die morgige AMD-Keynote sein, dort werden die Brandings für die neuen Prozessoren als auch Grafikkarten erwartet, unter anderem ein Ryzen 9 als Gegenspieler zum Core i9. Intel will sicherstellen, das i9 und Ryzen 9 nicht automatisch als ebenbürtig angesehen werden. Dem beugte Intel mit dem Verweis The Best Gaming CPU Just Got Better in Form des Core i9-9900KS Special Edition eventuell schon ein wenig vor.

Wie sich das am Ende jedoch alles in der Realität darstellen wird, werden die kommenden Wochen offenbaren, wenn die Modelle auch verfügbar sind. Eines kann zwar bereits jetzt gesagt werden: Ice Lake legt die Messlatte nicht nur bei der GPU deutlich höher, auch alle anderen Bereiche ziehen mit. Die Frage ist: Wann und zu welchem Preis.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Intel unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt.