Sipgate Satellite VoIP: Kostenlose Mobilfunk­­nummer nun auch für Android

Frank Hüber 141 Kommentare
Sipgate Satellite VoIP: Kostenlose Mobilfunk­­nummer nun auch für Android
Bild: Sipgate

Bereits vor einem Jahr ist die Satellite-App von Sipgate für Apple iOS gestartet, jetzt ist die VoIP-App, bei der Kunden eine kostenlose Mobilfunknummer unabhängig von einer SIM-Karte und 100 Freiminuten pro Monat erhalten, auch für Googles Android verfügbar. Unter iOS habe man nach eigenen Angaben rund 100.000 Nutzer.

Ziel von Sipgates Satellite ist es, klassische Mobilfunkverträge, SIM-Karten und Länderbeschränkungen überflüssig zu machen, indem die Telefonie-App möglichst tief in das jeweilige Betriebssystem integriert wird. Kerngedanke der App ist es nämlich, ohne SIM-Karte über eine klassische Handynummer weltweit telefonieren zu können, wofür die Datenverbindung des Smartphones genutzt wird. Dabei möchte man nicht einfach nur eine weitere VoIP-App anbieten, sondern eine bessere Sprach­qua­lität liefern, weniger Akku­ verbrauchen und möglichst einfach zu bedienen sein. Satellite und die zugewiesenen Mobilfunknummern lassen sich dabei vergleichsweise zu einer Multi-SIM auch auf mehreren Smartphones und Tablets gleichzeitig nutzen.

Unbegrenzte Gesprächsminuten für 4,99 Euro

Wem die 100 Freiminuten pro Monat, die jeder Kunde kostenlos erhält, nicht ausreichen, soll bald das Add-On „Satellite Plus“ erwerben können, das unbegrenzte Gesprächsminuten beinhaltet. Für eine Stunde Telefonie werden aufgrund des dynamischen Codecs zwischen 30 MB und 130 MB Datenvolumen verbraucht, was vom Nutzer zu bedenken ist, wenn er nicht per WLAN telefoniert.

Für die Zuteilung einer deutschen Mobilfunknummer ist es notwendig, sich einmalig postalisch gegenüber Sipgate zu verifizieren. Im Selbstversuch von ComputerBase klappte dies innerhalb weniger Tage völlig problemlos.

Nach Android kommt die SMS

Als nächstes Ziel nach der Veröffentlichung der Android-App hat sich Satellite die SMS vorgenommen. Im Verlauf dieses Jahres möchte man auch SMS-Funktionalität bieten, wobei diejenigen Nutzer, die eine „echte“ Mobilfunknummer zu Satellite portiert haben, davon als erste profitieren werden. Auch Gruppengespräche für die Telefonie im Stile von Apples FaceTime sollen bald eingeführt werden, wobei diese Netz- und Betriebssystem-unabhängig geführt werden können sollen. Dies schließt sogar Nutzer ein, die Satellite selbst gar nicht nutzen.

Sipgate rechtfertigt vorrangige Entwicklung für iOS

Sipgate hatte sich Anfang 2018 dazu entschlossen, zunächst nur eine iOS-Version der Satellite-App zu veröffentlichen, um die Idee zu testen und teure Fehlentwicklungen zu vermeiden. Sich auf ein Betriebssystem zu fokussieren hat die Entwicklung beschleunigt und eine parallele Entwicklung sowohl für iOS als auch Android hätte damals keinen Vorteil gebracht, erklärte Sipgate im Sommer 2018. Die geringere Hardwarevielfalt von iOS habe bei der Entscheidung ebenso eine Rolle gespielt wie die geringere nötige Versionsunterstützung, da man nur Smartphones ab iOS 10 und iPhone 5s unterstützen müsse, weil erst diese die notwendige API unterstützen, während es bei Android zahlreiche OS- und API-Versionen und viel größere Hardware-Vielfalt gibt. Zukünftig sollen die Apps für iOS und Android aber parallel und gleichberechtigt weiterentwickelt werden.