Asus ZenFone 6 im Test: Fazit

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Mahir Kulalic 92 Kommentare

Das Asus ZenFone 6 ist kein reinrassiges High-End-Smartphone zum niedrigeren Preis. Vielmehr vereint es die interessante Klappkamera mit grundlegenden Tugenden wie einem schnellen SoC und einer langen Akkulaufzeit.

Der Akku des ZenFone 6 bietet hervorragende Laufzeiten, die sich vor anderen Topmodellen zu deutlich höheren Preisen nicht verstecken müssen. Der Qualcomm Snapdragon 855 ist das schnellste SoC auf dem Android-Markt und in allen Varianten mit ausreichend RAM und Flash-Speicher versorgt. Ein microSD-Schacht bei vollwertiger Dual-SIM-Fähigkeit zeigt auf, auf welche Details Asus geachtet hat. Zu diesen gehören auch die Status-LED, der Kopfhöreranschluss sowie die lauten, wenn auch etwas schlecht ausbalancierten Stereo-Lautsprecher. Die Software ist zudem leichtfüßig und die versprochenen Updates von Asus stimmen positiv, sofern der Hersteller sein Wort hält.

Asus Zenfone 6
Asus Zenfone 6

In Anbetracht der Preisentwicklung aktueller Smartphones ist aber auch bei Preisen von „nur“ 500 bis 600 Euro nicht vermeidbar, dass Kompromisse eingegangen werden müssen. Das Display des ZenFone 6 ist beispielsweise kontrastreich und hell, aber nicht aus dem obersten Regal. Besonders deutlich wird dies bei den schwachen Blickwinkeln des Panels. Auch die Kamera ist nicht auf dem Niveau der teureren Flaggschiffe von Apple, Google, Huawei oder Samsung. Dies wird vor allem bei Nacht deutlich, aber auch schon in einigen Situationen bei Tag sichtbar. Dafür bietet das ZenFone 6 die derzeit vielleicht beste „Frontkamera“ am Markt.

Dies liegt an der „Flip Camera“, denn eine echte Frontkamera besitzt das ZenFone 6 nicht. Das Rotationsmodul des Geräts ist zwar nicht alles, worauf Asus Wert legt, doch zweifelsfrei das größte Alleinstellungsmerkmal. Im Alltag funktioniert die Klappkamera zuverlässig und fehlerfrei, die manuelle Justierung und das automatische Panorama sind sehr klug mitgedacht. Trotzdem bleibt die „Flip Camera“ ein mechanisches Bauteil, das anfällig für Verschleiß und mechanische Beschädigungen ist. Nicht zuletzt erschwert es eine Absicherung gegen Wasser und Staub, IP-zertifiziert ist das ZenFone 6 nicht. Und anders als OnePlus beim OnePlus 7 Pro (Test) wirbt Asus nicht damit, dass es trotzdem resistent ist.

Eine Empfehlung zum konkurrenzfähigen Preis

Nichtsdestoweniger ist das ZenFone 6 auch in der Testausführung für 560 Euro ein Preis-Leistungs-Kracher, der entgegen der Historie des Herstellers sofort mit Ankündigung verfügbar war. Es ist ein No-nonsense-Smartphone, das die wichtigsten Basics abdeckt und dabei in keiner Disziplin komplett auf der Strecke bleibt. Zwar schafft es das Mobilgerät nicht, sich abseits der Selfie-Kamera weitere Spitzenplätze zu ergattern, als Gesamtpaket macht das ZenFone 6 aber viel mehr richtig als falsch. Damit sichert es sich die ComputerBase-Empfehlung.

Alternativen zum Asus ZenFone 6 sind vorhanden, die Preisdifferenzen kommen aber auf die gewählte Speicherausstattung an. Die Konfigurationen des Smartphones kosten 500 Euro (6/64 GB), 550 Euro (6/128 GB) respektive 600 Euro (8/256 GB). Mögliche Alternativen sind daher unter anderem das preislich ebenfalls attraktive Xiaomi Mi 9 mit der gleichen Hauptkamera, das Xiaomi Mi Mix 3 sowie das etwas teurere Samsung Galaxy S10 (Test). Auch OnePlus 7 und 7 Pro (Test) können in Erwägung gezogen werden. Mit letztjähriger Hardware sind zudem das Google Pixel 3 (XL) (Test) oder das mittlerweile sehr günstige LG G7 ThinQ (Test) eine Ausweichmöglichkeit.

Wie gehabt müssen Kunden das ZenFone 6 direkt bei Asus bestellen – und zwar per Direktlink. Über den Asus eShop wird es hingegen noch nicht ausgewiesen.

Asus ZenFone 6 (6 GB/128 GB)
Produktgruppe Smartphones, 04.06.2019
  • Display
    +
  • Leistung Produktiv
    ++
  • Leistung Unterhaltung
    ++
  • Laufzeit
    ++
  • Verarbeitung
    ++
  • sehr gute Verarbeitung
  • sehr hohe Leistung
  • leichtfüßige Software
  • Update-Versprechen
  • kräftige Stereo-Lautsprecher
  • Speicher erweiterbar
  • Dual-SIM ohne Hybrid-Schacht
  • schwache Blickwinkel
  • kein Teleobjektiv
  • kein Qi trotz Glasrückseite
  • keine IP-Zertifizierung
ComputerBase-Empfehlung für Asus ZenFone 6 (6 GB/128 GB)

ComputerBase hat das Zenfone 6 leihweise von Asus zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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