Jetzt offiziell: Kein PCIe 4.0 für Prä-X570-Mainboards

Volker Rißka 409 Kommentare
Jetzt offiziell: Kein PCIe 4.0 für Prä-X570-Mainboards
Bild: Gigabyte

Die Hoffnung keimte über Wochen und Monate, doch jetzt erstickt sie AMD ganz offiziell: PCI Express 4.0 wird es auf Mainboards mit Chipsätzen des Typs X470, B450, X370, B350 und A320 nicht geben. Laut AMD waren die Unsicherheit und der daraus resultierende mögliche Mix keine zufriedenstellende Lösung.

Schluss mit „Ja, Nein, Vielleicht“

Seit der CES 2019 mit der ersten Ankündigung der neuen Plattform keimte bei vielen Nutzern die Hoffnung, dass auf teuren aktuellen Platinen mit gutem Routing im Zusammenspiel mit einer neuen CPU der Generation Ryzen 3000 PCIe 4.0 theoretisch möglich sei. Dies wurde daraufhin in den Wochen auch stetig untermauert, unzählige Beta-BIOS-Varianten wiesen plötzlich die Option auf, PCIe 4.0 zu aktivieren. Doch das Bild war undurchsichtig und wenig einheitlich. Während die eine Platine es vielleicht hätte können sollen, sollte es das quasi gleiche Produkt vom gleichen Hersteller mit nur minimalem Unterschied nicht mehr bieten.

Dieses „Ja, Nein, Vielleicht“ war AMD ein Dorn im Auge, weshalb der Hersteller die Reißleine zieht. Die finale AGESA-Version 1.0.0.0 und höher solle die Option für ältere Mainboards im BIOS nicht mehr enthalten. Nur wer ein neues Mainboard kauft, das auf den X570-Chipsatz setzt, wird PCIe 4.0 erhalten.

This is an error we are correcting. Pre-X570 boards will not support PCIe Gen 4. There's no guarantee that older motherboards can reliably run the more stringent signaling requirements of Gen4, and we simply cannot have a mix of "yes, no, maybe" in the market for all the older motherboards. The potential for confusion is too high.

When final BIOSes are released for 3rd Gen Ryzen (AGESA 1000+), Gen4 will not be an option anymore. We wish we could've enabled this backwards, but the risk is too great.

AMD

Insbesondere Kunden eines kaum ein Jahr alten und eventuell teuren X470-Mainboards wird die lange Hängepartie mit zuletzt ziemlich positiver Tendenz und der nun erfolgten Abkündigung enttäuschen. Doch die Vergangenheit zeigt, dass oft mehr dahinter steckt, als oberflächlich zu sehen ist. Seien es entsprechende Zertifizierungen nicht nur von Treibern für die Platinen, sondern auch die darauf verbauten Komponenten für die von AMD angesprochene benötigte Signalqualität, die am Ende einfach nicht umsetzbar sind. Mit hineinspielen dürften letztendlich auch Kosten und der Zeitfaktor, die Mainboardhersteller sind aktuell noch mit Nachdruck damit beschäftigt, zum Start alles lauffähig zu haben, was versprochen wurde. Einen Monat vor dem Termin hakt es insbesondere beim Zusammenspiel von neuer CPU mit alter Plattform noch deutlich.

Geschichte wiederholt sich

Intel versuchte den Mix in der Vorgänger-Generation von PCIe 2.0 zu PCIe 3.0 mit Sandy Bridge zu Ivy Bridge. Auch dort ging abschließend nur eine neue CPU auf einem Mainboard mit neuem Chipsatz, um die volle Unterstützung zu erfahren. Alt und neu konnten auch über kreuz getauscht werden, dann wurde aber stets die alte PCIe-Generation geboten. Das wiederholt sich nun bei AMD.