App Store: Apple dementiert die Bevorzugung eigener Apps

Sven Bauduin 46 Kommentare
App Store: Apple dementiert die Bevorzugung eigener Apps
Bild: Apple

Wie das Wall Street Journal berichtet, manipuliere Apple das Ranking seines App Stores so, dass die eigene Anwendungen in der Suche Priorität genießen. Apps aus Cupertino finden sich im Ranking des App Stores tatsächlich meist auf den vorderen Rängen wieder. Manipulation stecke aber nicht dahinter, so Apple.

Wall Street Journal erhebt deutliche Vorwürfe

„Apple dominiert die Suchergebnisse im App Store und vereitelt Konkurrenten“, titelt die auflagenstärkste Wirtschaftszeitung der USA und wirft Apple damit Manipulation am Ranking der Apps und Beeinflussung der Suchergebnisse vor. Das Wall Street Journal stellt sich damit auf die Seite einiger App Entwickler, deren Vorwürfe ebenfalls in diese Richtung gehen.

Bevorzugt Apple die eigenen Apps bei der Suche?

Wie die Tageszeitung weiter ausführt, besetzen Apple-Apps in gut 60 Prozent aller Kategorien den ersten Platz im Ranking und dass, obwohl es weitaus populärerer Apps in dieser Kategorie gäbe. Dies sei ein Beweis für die Manipulation des Rankings durch Apple, aus welcher sich wiederum ein massiver Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen ableiten ließe.

Das Online-Portal The Verge geht sogar noch ein Stück weiter und präsentiert Beispiele für die angebliche Wettbewerbsverzerrung. So sei Apples Apple Books in der Kategorie Bücher im Ranking auf Platz eins eingestuft, obwohl die App kein Fünf-Sterne-Rating besitzt und bei der Popularität nur auf Platz 168 rangiert. Amazons Kindle-App hingegen besitzt ein Rating von 4,8 Sternen, das sich aus 1,2 Millionen Bewertungen ergibt und dennoch liegt die App nur auf Rang zwei – hinter Apples eigener Anwendung. Ähnlich sieht es mit der Apple-Kartenanwendung aus, die wie selbstverständlich vor Waze und Google Maps im Ranking steht.

Andere sprechen von Manipulation, Apple von einem Algorithmus

Apple negiert eine Bevorzugung seiner Apps und die damit verbundene Manipulation des Rankings in seinem App Store. Hinter den Ergebnissen der Suchanfrage stecke vielmehr ein komplexer Algorithmus, der sich aus insgesamt 42 Einzelfaktoren zusammensetzen würde. Dieser Algorithmus darf jedoch nicht offengelegt werden, um Manipulationen Dritter auszuschließen, so Apple. Gegenüber The Verge gab Apple ein offizielles Statement ab.

Apple customers have a very strong connection to our products and many of them use search as a way to find and open their apps. This customer usage is the reason Apple has strong rankings in search, and it’s the same reason Uber, Microsoft and so many others often have high rankings as well.

Apple

Ob sich mit "viele unserer Kunden haben eine enge Verbindung zu unseren Produkten und nutzen die Suche, um Programme zu öffnen" das auffällig hohe Ranking vieler Apple-Apps erklären lässt, ist zumindest äußerst fraglich. Das Wall Street Journal und einige Entwickler bezweifeln diese Aussage.