Assassin's Creed Odyssey: Ubisoft unterbindet Spieler-Quests zum schnellen Leveln

Max Doll 84 Kommentare
Assassin's Creed Odyssey: Ubisoft unterbindet Spieler-Quests zum schnellen Leveln
Bild: Ubisoft

Spieler-Quests, die das schnelle Leveln in Assassin's Creed Odyssey erlauben, stoßen bei Ubisoft nicht auf Begeisterung. Das Erstellen von Aufgaben, die das zügige Farmen von Erfahrungspunkten in großer Zahl und kürzester Zeit ermöglichen, läuft dem Ziel des Quest-Editors zuwider, argumentiert der Publisher.

In den Augen von Ubisoft soll der Story Creator Mode die Möglichkeit bieten, „Kreativität und Imagination freien Lauf zu lassen“. Durch eine zunehmend hohe Anzahl von Farm-Quests im Spiel, die das Werkzeug zum Generieren einer großen Menge Erfahrungspunkte missbrauchen, werde die „Qualität, Integrität und der Zweck“ des Editors untergraben.

Der Aufbau der beanstandeten Aufgaben bleibt stets simpel. So gibt es eine Quest, die eine Gruppe freundlich gesinnter Soldaten um einen Gegner herum platziert, der sofort nach Start der Aufgabe automatisch getötet wird. Dies schließt die Quest ab und gewährt Geld und Erfahrungspunkte, durch eine Neustart-Option auch mehrfach hintereinander. Spannende Geschichten aus der Hand der Community würden in der Flut der XP-Angebote untergehen. Das Belohnen von Kreativität durch das Hervorheben besonders gelungener Quests gibt Ubisoft als erklärtes Ziel des eigenen Handelns aus.

Deshalb werden zwei Strategien eingesetzt. Durch die Änderung der Nutzungsbedingungen des Story Creator Mode wird Veröffentlichen von Aufgaben dieser Art untersagt. Parallel sollen mittels eine Reihe von Änderungen die Auswirkungen minimiert werden. Sammelquests für Erfahrungspunkte werden vom Empfehlungssystem des Werkzeugs nicht mehr erfasst und werden nirgendwo hervorgehoben. Geschichten, die für das Nutzen von Exploits, das heißt Programmfehlern gemeldet werden, wird Ubisoft zudem löschen. „Missbrauch“ des Story Creator Mode für unerwünschte Tätigkeiten wird zudem von Ubisoft sanktioniert.

Gründe zwischen Gameplay und Geldpay

Es mutet allerdings seltsam an, dass ein Publisher im Zeitalter der so oft bemühten „Wahlfreiheit der Spieler“ eine solche Freiheit einschränken möchte. Allerdings fällt der Satz oft im Kontext von Mikrotransaktionen – Spieler haben die Freiheit, sie kaufen oder zu ignorieren. Die Freiheit, sie zu umgehen und die gleiche Leistung für ein paar Minuten Spielzeit zu erhalten sollen sie nicht haben – denn Booster für Einkommen und Erfahrungspunkte verkauft Ubisoft im Ingame-Shop.

Bedarf daran haben Spieler offenbar. Zwar halten Gegner automatisch mit dem Spieler-Level Schritt, Hauptquests setzen aber ein Mindestlevel voraus. Dadurch, wird Ubisoft vorgeworfen, würde Grind im Spiel platziert, was zusammen mit dem Angebot von Boostern im Ingame-Shop als problematisch erachtet wird.

Insofern wird Ubisoft vorgeworfen, hier strikt nach Geschäftsinteressen zu agieren. Eine solche Perspektive ist naheliegend, schließlich verbinden Publisher im Live-Service-Zeitalter Spielzeit mit Verkaufsmöglichkeiten im Ingame-Shop. In einer solchen Welt sollen im Level-Editor neue, spannende Geschichten zum Nulltarif entworfen werden, die die Spielzeit anderer Nutzer erhöhen. Dem sind kostenlose Cheats abträglich, die die Spielzeit verkürzen und zugleich nichts anderes bieten, als im Shop verkauft wird.