IFA 2019

Logitech MX Master 3 im Test: Magnetmausrad trifft bewährten Komfort

Fabian Vecellio del Monego 81 Kommentare
Logitech MX Master 3 im Test: Magnetmausrad trifft bewährten Komfort

tl;dr: Logitechs MX Master geht in die dritte Generation. Neu sind in erster Linie ein gelungenes magnetisch gelagertes Mausrad und sinnvoller angeordnete Zusatztasten auf der linken Seite, aber auch der Sensor und die Form wurden geringfügig angepasst. Im Test kann die MX Master 3 überzeugen, ist jedoch nach wie vor sehr teuer.

Im März des Jahres 2015 stellte Logitech die erste MX Master vor, bei der es sich tatsächlich um die dritte Generation der bis dahin aus MX Revolution und Performance MX bestehenden Mausserie handelte. Rund viereinhalb Jahre später geht die MX Master wiederum in ihre dritte Generation und bleibt ihren Wurzeln treu. Verbesserungen sieht Logitech selbst vor allem bei dem nunmehr magnetisch gerasterten Mausrad und den Daumentasten.

Mit der neuen Mausgeneration einher geht die Vorstellung der kabellosen Gummiglocken-Tastatur MX Keys, die Logitech als idealen Begleiter der MX Master bewirbt. Neben einer „intelligenten“ Beleuchtung, die auf die Anwesenheit der Hand des Nutzers reagiert, und einer optionalen Handballenauflage unterstützt die Tastatur ebenso wie die MX Master 3 Logitechs Flow-Software.

Logitech MX Master 3
Ergonomie: Rechtshändig
Sensor: Logitech Darkfield
Laser
Lift-Off-Distance: 2,0
Auflösung: 200 – 4.000 dpi
Geschwindigkeit: ?
Beschleunigung: ?
Abtastrate: 125 Hz
Primärtaster: ?
Anzahl Tasten: 11
Oberseite: 4 Unterseite: 2
Linkseitig: 5
Sondertasten: Freistellbares Mausrad
Software: 1 Profile
vollständig programmierbar
Makroaufnahme
Interner Speicher: 1 Profil
Beleuchtung:
Gehäuse: 125 × 85 × 50 mm
Hartplastik, Beschichtung
Gummielemente
Gewicht: 142 Gramm (o. Kabel)
Anschluss: USB-A auf USB-C-Kabel, 1,00 m
Funk: 2,4 GHz, 10,0 Meter Reichweite
Bluetooth
proprietärer Akku
Laden: Kabel
Preis: ab 109 €

Die unverbindliche Preisempfehlung für die MX Master 3 beträgt wie bereits bei der Master 2S 109 Euro, zu denen die Maus derzeit jedoch nur direkt über Logitechs Website erhältlich ist – der Preisvergleich und Amazon* listen das Eingabegerät jedoch bereits. Gleiches gilt für die Tastatur, die ebenfalls mit 109 Euro zu Buche schlägt, während die optionale Handballenauflage den Preis um 10 Euro steigert.

Gehäuse und Materialien

Ergonomisch gleicht die MX Master 3 ihren Vorgängern sehr, nur im Detail wurde die Formgebung angepasst. So ist beispielsweise das Chassis selbst auf Grund der fehlenden konvexen linken Flanke im oberen Bereich etwas schmaler, während auch die Textur der Daumenauflage verändert wurde. Beim Greifen der MX Master 3 liegt die Hand demnach leicht vertikal, wodurch potentiell das Handgelenk geschont wird.

Sofern sich Nutzer mit der flächendeckenden gummierten Beschichtung des Rückens und der beiden Seiten anfreunden können, ergibt sich daraus eine ansprechende Ergonomie. Mit der Gummierung geht darüber hinaus ein sicherer Griff beim Anheben des Eingabegerätes einher, wenngleich der Ring- und der kleine Finger trotz der leichten konkaven Formgebung der rechten Flanke keine Ablage finden und bei entsprechend langen Gliedmaßen mit den Kuppen über das Mauspad schleifen.

Die Abdeckungen der primären Maustasten sind derweil nicht gummiert und aus rauem Kunststoff gefertigt, während die Hauptsicherung irrelevante Front des Eingabegerätes ebenso wie ein schmaler Streifen am Heck und die Unterseite aus glattem Kunststoff bestehen. Es sei gleichwohl angemerkt, dass das Empfinden der Haptik selbstverständlich subjektiver Natur ist. Gleich verhält es sich bei der Optik: Abseits der ComputerBase vorliegenden grau-silbernen Variante wird die MX Master 3 auch in grau-weißer Gestalt erhältlich sein.

Gewicht, Kabel und Gleiteigenschaften

Da die Maus mit rund 142 Gramm verhältnismäßig schwer ist, stehen Mausbewegungen stets unter der negativen Beeinflussung der hohen Trägheit der MX Master 3. Weil das Eingabegerät jedoch für die Benutzung im Office-Betrieb konzipiert ist und keine Spieler ansprechen soll, ist ihm das ebenso zu verzeihen wie die potentiell ungünstige Anordnung der vier Gleitfüße. Die Unterseite der Maus erinnert an einen Katamaran und eben dessen Charakteristik folgt die MX Master 3: Nach vorne und hinten lässt sie sich leichter schieben, als nach links oder rechts – zumindest auf einem Stoffmauspad. Glattere Oberflächen wie polierte Holz- oder gar Glastische reduzieren den Effekt.

Das mit rund einem Meter Länge kurz ausfallende USB-A-auf-USB-C-Kabel beeinflusst die Gleiteigenschaften der MX Master 3 indes nicht. Einerseits, weil es im kabellosen Betrieb ohnehin nicht verwendet wird. Andererseits, weil es ausreichend flexibel ist, um den hohen Maßen des Eingabegerätes keinen Druck oder Zug entgegenzusetzen.

Sechs Tasten und zwei Mausräder

Unter Abzug der beiden Tasten auf der Unterseite – die zum Ein- oder Ausschalten sowie zum Wechseln zwischen bis zu drei verbundenen Rechnern reserviert sind – stehen Nutzern der MX Master 6 klassische Maustasten zur Verfügung. Darunter befinden sich wiederum die beiden primären Maustasten, die sich aufgrund eines niedrigen Hubwegs und geringen Druckpunktes sehr direkt anfühlen. Ein weiteres, unter Windows und in Browsern zur Navigation gedachtes Tastenpaar findet sich an der linken Flanke, wobei die beiden Schalter nun hintereinander und nicht – wie bei den vorherigen MX-Master-Iterationen – übereinander angeordnet sind, was die Bedienung erheblich komfortabler gestaltet.

In die Daumenauflage integriert ist die fünfte Zusatztaste, die sowohl unter Windows als auch macOS mit der jeweiligen Tastenkombination zum Anzeigen und Wechseln der geöffneten Fenster bzw. Anwendungen vorbelegt wurde. Zu versehentlichen Betätigungen kam es hierbei im gesamten Testzeitraum nicht. Übrig bleibt die einzelne Taste auf dem Mausrücken, die zur permanenten Freistellung des vor ihr befindlichen metallenen Mausrads dient. Jenes wird bei der MX Master 3 nicht mehr mechanisch, sondern durch zwei Elektromagnete gerastert.

Auf Wunsch magnetisch gerastertes Mausrad

Das führt nicht nur dazu, dass der Übergang vom frei laufenden in den gerasterten Betrieb – oder andersherum – flüssiger vonstatten geht, sondern auch, dass sich das Drehen in beiden Modi besser anfühlt. Frei drehend sorgt der geringere Widerstand für einen geschmeidigeren Betrieb, während die Rasterung durch die Magnete sehr präzise und hinsichtlich der taktilen Rückmeldung angenehm wirkt. Beide Modi gehen darüber hinaus leiser vonstatten.

Per Software lässt sich zudem konfigurieren, ab welcher Drehgeschwindigkeit das Rad automatisch vom taktilen in den frei drehenden Modus wechselt. Das zweite, an der linken Flanke oberhalb der Zusatztasten platzierte Rad wurde derweil nicht mit Magneten bereichert und lässt sich stets frei drehen, wenngleich der lineare Widerstand deutlich größer als beim primären Mausrad ausfällt. Außerdem lässt es sich nicht – im Gegensatz zum Rad auf der Oberseite – als Taste drücken.

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