Playing for the Planet: PlayStation 5 soll weniger im Ruhemodus verbrauchen

Sven Bauduin 73 Kommentare
Playing for the Planet: PlayStation 5 soll weniger im Ruhemodus verbrauchen
Bild: UN Environment

Sony beteiligt sich an der Brancheninitiative „Playing for the Planet“ und unterstützt damit die UN bei ihrem Kampf gegen den Klimawandel. Die kommende PlayStation soll im Ruhemodus deutlich sparsamer werden als die PS4 und so ihren Beitrag zu mehr Umweltschutz leisten. Die Spielebranche soll insgesamt umweltfreundlicher werden.

Next-Gen-PlayStation soll deutlich sparsamer werden

Jim Ryan, Chef der Spielesparte von Sony, ist der Auffassung, dass die Spielebranche „eine ganze Menge“ für die Umwelt tun könne und dass er deshalb als einer der Vertreter der Brancheninitiative „Playing for the Planet“ zum UN-Klimagipfel nach New York reisen wird.

At the UN Climate Summit, I will join leaders in the gaming industry to make formal commitments to contribute to the efforts of the UN Environment committee through a new partnership, the Playing for the Planet alliance.

Jim Ryan, Sony

Einen ersten Schritt hin zu mehr Umweltschutz will Sony bei der Leistungsaufnahme der kommenden PlayStation machen, welche im Ruhemodus signifikant weniger verbrauchen soll als die aktuelle PlayStation 4. Ein Verbrauch von 0,5 Watt im Ruhemodus werde angepeilt und sei realistisch, so Jim Ryan in seinem Blog auf playstation.com. Die aktuelle PlayStation verbraucht im Ruhezustand je nach Revision 1,7 Watt bis 3,9 Watt, was eine Reduktion der Leistungsaufnahme von 70 bis 87 Prozent für die Next-Gen-PlayStation bedeuten würde. Laut Ryan ließe sich mit dieser Maßnahme die Energie von rund tausend US-Haushalten einsparen.

I am also very pleased to announce the next generation PlayStation console will include the possibility to suspend gameplay with much lower power consumption than PS4 (which we estimate can be achieved at around 0.5 W). If just one million users enable this feature, it would save equivalent to the average electricity use of 1,000 US homes.

Jim Ryan, Sony

Nicht verschwiegen werden darf jedoch, dass Sony auch die aktuelle PlayStation ab Werk effizienter und stromsparender konfigurieren könnte, wären die Häkchen in den Einstellungen für die Optionen „USB-Ports ausschalten“ und „Anwendung anhalten“ standardmäßig gesetzt und die Option „Mit dem Internet verbunden bleiben“ deaktiviert. Darüber hinaus dürfen die Initiative „Playing for the Planet“ und deren Nutzen zumindest als fraglich eingestuft werden.

Schaulaufen in New York auf Kosten der Vereinten Nationen

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, die insgesamt 28 an der Initiative beteiligten Konzerne, darunter Größen wie Unilever, SAP, Vodafone und eben Sony, mutieren nicht plötzlich zu umwelt- und klimafreundlichen Unternehmen. Vielmehr haben sie bisher nicht mehr getan als Absichtserklärungen für eine klimafreundlichere Firmenpolitik abzugeben, weshalb sie nun von den Vereinten Nationen dazu eingeladen wurden, ihre Absichten anerkennen zu lassen.

Wir laden diese visionären Unternehmer ein, sich ihre Klimapläne auf dem Uno-Klimagipfel anerkennen zu lassen.

Offener Brief der Vereinten Nationen

Den Unternehmen wird von den Vereinten Nationen ein roter Teppich ausgerollt und als Dank für ihre Klimaziele dürfen sie am UN-Klimagipfel teilnehmen. Viele Experten, Beobachter und Klimaaktivisten sehen in der Initiative erst einmal nicht mehr als ein reines Schaulaufen der Unternehmen, welche ihre PR mit dem Auftritt in New York kräftig aufpolieren können.

Die Ziele der „Playing for the Planet“-Initiative können in der offiziellen Broschüre (PDF) nachgelesen werden.