Samsung C49RG90 im Test: 49 Zoll mit DisplayHDR 1000 und 120 Hz mit Problemen

Frank Hüber 165 Kommentare
Samsung C49RG90 im Test: 49 Zoll mit DisplayHDR 1000 und 120 Hz mit Problemen

tl;dr: Der Samsung C49RG90 trumpft unter den 49-Zoll-Monitoren mit 32:9-Seitenverhältnis und 5.120 × 1.440 Pixeln samt besten technischen Daten auf: Nur er bietet DisplayHDR 1000, 120 Hz und Local Dimming. In der Praxis erweist er sich trotzdem nicht als die beste Wahl.

C49RG90 im Test

Als letzter Proband muss sich nun der Samsung C49RG90 der 49-Zoll-Konkurrenz mit einem Seitenverhältnis von 32:9 und einer Auflösung von 5.120 × 1.440 Pixeln stellen. Dies ist nach dem überzeugenden Gesamteindruck des Philips 499P9H (Test) keine leichte Aufgabe, zumal der Samsung C49RG90 mit rund 1.200 Euro mehr als 200 Euro teurer als das Modell von Philips ist. Die technischen Daten sprechen allerdings größtenteils für Samsungs Bildschirm. Der C49RG90 setzt wie der 499P9H auf ein VA-Panel und nicht wie die beiden Konkurrenten in Form des Dell U4919DW (Test) und des LG 49WL95C auf ein IPS-Panel. Samsung und Philips eint zudem, dass das gebogene Display schon bei einem Radius von 1,8 m einen Kreis ergibt und nicht wie bei LG und Dell erst nach 3,8 m.

DisplayHDR 1000 und 120 Hz

Die Besonderheiten des Samsung C49RG90 im Vergleich zur Konkurrenz sind die Bildwiederholfrequenz von bis zu 120 Hz, die kein anderes Modell bietet, und die Maximalhelligkeit von mindestens 1.000 cd/m², die DisplayHDR-1000-zertifiziert ist – die Konkurrenz leuchtet weniger als halb so hell.

Die übrigen Spezifikationen und Eigenschaften entsprechend weitgehend denen der Mitbewerber und sind den Eigenheiten des Display-Formats geschuldet. Denn auch der C49RG90 entspricht im Grunde zwei nebeneinander platzierten WQHD-Displays mit einer Auflösung von 2.560 × 1.440 Bildpunkten im 16:9-Verhältnis, weshalb das Format auch als „2×16:9“ bezeichnet wird. Mit 109 ppi liegt die Pixeldichte unter der von UHD auf einem 16:9-Display und auch die 7,37 Millionen Pixel fallen niedriger als die 8,29 Millionen Pixel eines UHD-Monitors aus, geben aber einen Anhaltspunkt darüber, dass zum Spielen auf einem derartigen Bildschirm eine leistungsstarke Hardware gefordert ist – insbesondere, wenn man die 120 Hz des Samsung C49RG90 ausnutzen und die Bildausgabe über Adaptive Sync mit der Grafikkarte synchronisieren möchte.

Auflösung Seitenverhältnis Pixelanzahl Pixeldichte
5.120 × 1.440 (Dual QHD) 32:9 7,37 Mio. 109 ppi bei 49 Zoll
3.840 × 1.080 (Dual FHD) 4,15 Mio. 82 ppi bei 49 Zoll
3.840 × 2.160 (UHD) 16:9 8,29 Mio. 140 ppi bei 31,5 Zoll
2.560 × 1.440 (QHD) 3,67 Mio. 93 ppi bei 31,5 Zoll
2.560 × 1.440 (QHD) 3,67 Mio. 109 ppi bei 27 Zoll
1.920 × 1.080 (FHD) 2,07 Mio. 82 ppi bei 27 Zoll
1.920 × 1.080 (FHD) 2,07 Mio. 92 ppi bei 24 Zoll

Nur LGs 49-Zoll-Display ist teurer

Nachdem mit dem 499P9H zuletzt das günstigste Modell im Test vertreten war, liegt der C49RG90 im oberen Preisbereich der vier verfügbaren 49 Zoll großen 32:9-Monitore mit einer Auflösung von 5.120 × 1.440 Pixeln.

Der Philips 499P9H ist noch mal günstiger geworden und liegt derzeit nur noch bei rund 900 Euro. Der Dell U4919DW kostet weiterhin circa 1.070 Euro und der LG 49WL95C rund 1.280 Euro. Der Samsung C49RG90 ist zwar ab rund 1.200 Euro gelistet, aber erst für über 1.300 Euro lieferbar.

Technische Daten und Erfahrungen

Auch der C49RG90 kommt mit 119,9 × 35,0 × 52,3 cm auf stattliche Maße, bietet bei der Arretierung des Displays aber mit 120 mm minimal eingeschränktere Optionen in der Höhe, als etwa der Philips 499P9H mit 130 mm. Das Display kann zudem von -2 bis +15 Grad geneigt und um 15 Grad in jede Richtung geschwenkt werden. Beim Standfuß setzt Samsung auf das bekannte V-Design, das einen großen Bereich einnimmt. Der Standfuß selbst bietet neben einer Headset-Halterung eine abnehmbare Abdeckung, so dass Kabel direkt durch den Schacht im Inneren geführt werden können. Eine gute, bei mehreren Kabeln aber etwas fummelige und enge Lösung, weil die Kabel beim Aufsetzen der Abdeckung immer wieder zur Seite herausrutschen.

Video- und USB-Anschlüsse schlecht zugänglich

Samsung richtet die Anschlüsse des Monitors nicht nur nach unten aus, sondern versteckt diese auch noch unter einer abnehmbaren Abdeckung. Wie bei den anderen Modellen ist das Anschließen der Signalkabel deshalb von vorne nur sehr umständlich möglich. Wie Philips verbaut auch Samsung darüber hinaus alle vier USB-Anschlüsse – je zweimal USB 3.0 und USB 2.0 – direkt neben den Videoeingängen an der Rückseite. Ein nachträgliches Verbinden von Peripherie oder Speichermedien, gerade wenn die Abdeckung aufgesetzt wurde, ist so fast unmöglich. Seitliche, leicht zugängliche USB-Anschlüsse bietet der Bildschirm nicht.

1 × HDMI ohne 120 Hz, 2 × DisplayPort 1.4, 4 × USB-A und Audio

Neben einem HDMI-Anschluss und zwei DisplayPorts, die 120 Hz bei 5.120 × 1.440 Pixeln unterstützen, bietet Samsung gleich zwei Audio-Eingänge und einen Audio-Ausgang. Die volle Bildwiederholrate des Monitors schafft der HDMI-Eingang nicht – wird dieser dennoch genutzt, kommt es zu Bildfehlern, da die Bandbreite nicht ausreicht. Aus diesem Grund setzt Samsung als einziger Hersteller auf zwei DisplayPorts und nur eine HDMI-Schnittstelle.

Kein USB-C und kein KVM-Switch für den Anschluss von Notebooks

Aber auch bei den anderen Anschlüssen geht Samsung etwas andere Wege als die Konkurrenz und bietet als einziger Hersteller in der 49-Zoll-Klasse keinen USB-C-Anschluss. Einfach das Notebook über USB-C mit dem Monitor zu verbinden, es über die Schnittstelle aufzuladen und an den Monitor angeschlossene Peripherie zu nutzen, ist deshalb schlicht nicht möglich. Einen KVM-Switch, mit dem die mit dem PC verbundene Peripherie zwischen zwei angeschlossenen Systemen hin und her geschaltet werden kann, bietet Samsung somit auch nicht. In diesem Bereich enttäuscht der C49RG90 deshalb auf ganzer Linie. Eine Kamera für Windows Hello wie bei Philips fehlt ebenso.

Monitore mit 5.120 × 1.440 auf 49 Zoll im Vergleich
LG 49WL95C Dell UltraSharp U4919DW Philips 499P9H Samsung C49RG90
LCD-Panel IPS VA
Backlight WLED (flimmerfrei)
Diagonale 49 Zoll (curved, 3800 R) 49 Zoll (curved, 1800 R)
Auflösung 5.120 × 1.440 (60 Hz) 5.120 × 1.440 (70 Hz) 5.120 × 1.440 (120 Hz)
Pixeldichte 109 ppi
HDR HDR10-Support DisplayHDR 400 DisplayHDR 1000
FreeSync/G-Sync Adaptive Sync FreeSync 2
Seitenverhältnis 32:9
Kontrast (statisch) 1.000:1 3.000:1
Helligkeit max. 350 cd/m² 450 cd/m² 1.000 cd/m²
Farbtiefe 8 Bit + FRC 10 Bit 8 Bit 10 Bit (8 Bit + FRC?)
Farbraum 99 % sRGB 121 % sRGB, 103 % NTSC, 91 % Adobe RGB 125 % sRGB, 95 % DCI-P3, 88 % NTSC, 92 % Adobe RGB
Blickwinkel (horizontal/vertikal) 178°/178°
Reaktionszeit 5 ms GtG 8 ms GtG (normal), 5 ms GtG (schnell) 5 ms GtG 4 ms GtG
Videoeingänge 1 × DisplayPort 1.4
2 × HDMI 2.0
1 × USB Typ C
2 × DisplayPort 1.4
1 × HDMI 2.0
Audio Kopfhörerausgang, Lautsprecher (2 × 10 W) 3,5 mm in/out, Lautsprecher (2 × 5 W) 1× Line-In, 2× Line-Out
USB 4 × USB 3.0 A, 1 × USB Typ C 5 × USB 3.0 A, 1 × USB Typ C 3 × USB 3.0 Typ A, 1 × USB 3.1 Gen 2 Typ C 2 × USB 3.0 A, 2 × USB 2.0 A
Ergonomie Display neigbar (-5°/+15°), höhenverstellbar (110 mm), schwenkbar (-15°/+15°) Display neigbar (-5°/+21°), höhenverstellbar (90 mm), schwenkbar (-170°/+170°) Display neigbar (-5°/+10°), höhenverstellbar (130 mm), schwenkbar (-20°/+20°) Display neigbar (-2°/+15°), höhenverstellbar (120 mm), schwenkbar (-15°/+15°)
Leistungsaufnahme Betrieb: 80 W, Standby: ? Betrieb: 60 W, Standby: < 0,5 W Betrieb: 43,3 W (ECO), Standby: 0,3 W Betrieb: 100 W, Standby: < 0,5 W
Sonstiges Reader-Mode,
VESA-Aufnahme (100 × 100 mm),
KVM,
vorkalibriert
Blaulichtfilter, VESA-Aufnahme (100 × 100 mm),
KVM,
Delta E <2
Blaulichtfilter, VESA-Aufnahme (100 × 100 mm), Popup-Webcam,
KVM,
Delta E <2
Blaulichtfilter, VESA-Aufnahme (100 × 100 mm),
diverse Game-Profile
Preis (09.08.2019) 1.340 Euro 1.080 Euro 960 Euro 1.200 Euro

DisplayHDR 1000 auf 49 Zoll ist sehr hell

Der Samsung C49RG90 bietet mit DisplayHDR 1000 eine punktuelle Helligkeit von mindestens 1.000 cd/m². Schon unter Windows ist das Bild aufgrund der enormen Display-Fläche bei maximaler Helligkeit im Alltag viel zu hell, auch wenn die 1.000 cd/m² nicht erreicht werden. Allerdings ist erkennbar, dass das Bild bei längerer Darstellung eines großflächigen weißen Inhalts sukzessive dunkler wird und nicht die ganze Zeit die Maximalhelligkeit hält. Dabei ist jedoch kein Pulsieren der Helligkeit feststellbar.

Bei der Farbraumabdeckung verspricht Samsung 88 % NTSC-, 125 % sRGB und 92 % Adobe RGB. DCI-P3 soll zu mindestens 95 % abgedeckt werden, womit der Monitor ungefähr mit dem Philips 499P9H gleichauf liegt.

Lichtring an der Rückseite erneut zu dunkel

An der Rückseite bietet der C49RG90 einen weiß-bläulichen Lichtring um die Display-Halterung des Standfußes. Die Beleuchtung kann über das OSD ein- und ausgeschaltet werden. RGB bietet der Monitor hierbei nicht. Die Beleuchtung ist in dunkler Umgebung zwar wahrnehmbar, für einen guten Effekt ist die Abstrahlung aber zu schwach und bei zu wenig Abstand zur Wand zudem für den Anwender hinter dem Monitor verborgen. Ein hörbares Surren bei aktivierter Beleuchtung, wie es noch der Samsung C49HG90 (Test) und der Samsung C32HG70 (Test) aufwiesen, konnte beim Testexemplar des C49RG90 nicht festgestellt werden.

Adaptive Sync mit bis zu 120 Hz und Nvidia G-Sync problemlos

Bietet Philips mit 70 Hz schon etwas mehr als LG und Dell, spielt Samsung mit 120 Hz maximaler Bildwiederholfrequenz in diesem Bereich ein Ass aus. In den FreeSync-Einstellungen des Monitors kann der Nutzer dabei zwischen „Aus“, „Standard Engine“ und „Ultimate Engine“ wählen, wobei letztere den höchsten Frequenzbereich abdeckt und auch niedrige Hz-Zahlen unterstützt. Dies kann allerdings zu einem Flackern führen, weshalb Samsung bei Problemen die Einstellung „Standard Engine“ empfiehlt. Offiziell ist der C49RG90 nicht als G-Sync-kompatibel gelistet. Im Test ließ sich die G-Sync-Unterstützung ohne G-Sync-Modul im Treiber von Nvidia aber problemlos aktivieren und auch bis zu 120 Hz sowohl mit Ultimate als auch Standard Engine nutzen. Eine generelle Aussage ist anhand eines eingeschränkten Tests zwar nicht möglich, Nutzer einer GTX- oder RTX-Grafikkarte aus der 10er- oder 20er-Serie sollten es jedoch probieren.

Es gibt allerdings Einschränkungen zu bedenken. Wer FreeSync, HDR und 10 Bit Farbtiefe nutzen möchte, für den ist bei 100 Hz Bildwiederholfrequenz Schluss. Wer auf 10 Bit zugunsten von 120 Hz verzichten kann und mit 8 Bit Farbtiefe vorliebnehmen möchte, kann auch FreeSync und HDR bis 120 Hz nutzen. Diese Einschränkungen kommen durch den DisplayPort 1.4 zustande, da die Bandbreite für eine Kombination aller Funktionen nicht ausreichend ist.

OSD mit zu kleinem Joystick

Die Steuerung des On-Screen-Displays (OSD) erfolgt bei Samsung mit einem Joystick, der allerdings zu klein geraten ist. Das OSD selbst ist hingegen gut strukturiert und einfach zu bedienen, da die Belegung des Joysticks nicht ständig wechselt. Auch der Samsung C49RG90 beherrscht „Picture by Picture“ (PbP) über zwei Eingänge, so dass zwei Bilder mit 2.560 × 1.440 Pixeln dargestellt werden – dies kann wie bei Philips jedoch nicht weiter konfiguriert werden. HDR und FreeSync sind bei der Nutzung von PbP nicht aktivierbar.

OSD des Samsung C49RG90

Über 130 Watt maximale Leistungsaufnahme

Die maximale Leistungsaufnahme des Samsung C49RG90 liegt im Test bei aktiviertem Local Dimming und höchster Helligkeitsstufe bei 131,6 Watt, was rund 50 Watt mehr als bei der Konkurrenz sind. Bei deaktiviertem Local Dimming fällt die Leistungsaufnahme mit 90,3 Watt deutlich geringer aus, ist aber immer noch rund 10 bis 20 Watt höher als bei den 49-Zoll-Kontrahenten.

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