Turtle Beach Recon Spark im Test: 50-Euro-Headset mit nur einem echten Patzer

Michael Schäfer 31 Kommentare
Turtle Beach Recon Spark im Test: 50-Euro-Headset mit nur einem echten Patzer

tl;dr: Mit dem Recon Spark zeigt Turtle Beach, dass ein solide verarbeitetes und klanglich ansprechendes Headset auch günstig zu erwerben ist. Das Mikrofon hat der kalifornische Hersteller allerdings am falschen Platz untergebracht.

Design und Verarbeitung

Das Design des Recon Spark mutet für ein Headset auf den ersten Blick etwas ungewohnt an. Während andere Hersteller sich mit dem Zusammenspiel von dunklen Farben und Neontönen geradezu überbieten, präsentiert Turtle Beach seine neue Errungenschaft fast komplett in Perlweiß mit Lavendel-farbigen Akzenten an den Seiten und gleichfarbigem Kabel. Diese Kombination mag für manchen „hartgesottenen“ Spieler zu seicht erscheinen, stellt aber eine erfrischende Abwechslung im fast immer gleichen Wald der Headset-Gestaltungen dar. Ob das Weiß jedoch weiterhin so strahlend wie zu Beginn bleiben oder das Headset nach einiger Zeit vergilben und dunkle Schlieren aufweisen wird, bleibt abzuwarten. Da sich die Polster nicht wechseln lassen, kann dies später mal eine wichtige Rolle spielen.

Das Recon Spark weist eine gute Verarbeitung auf, auch wenn vornehmlich Kunststoff zur Verwendung kommt
Das Recon Spark weist eine gute Verarbeitung auf, auch wenn vornehmlich Kunststoff zur Verwendung kommt

Gute und stimmige Verarbeitung

Die gute Verarbeitung überrascht ein wenig. Ist man es im Preisbereich von unter 50 Euro schon fast gewohnt, dass es immer an der einen oder anderen Stelle quietscht und knarzt, weist das Recon Spark eine gute Stabilität auf, die auch unter Belastung keinen Laut von sich gibt. Der mit Metall verstärkte Bügel lässt das Headset sicher auf dem Kopf sitzen, für den einen oder anderen Träger könnte der Druck auf Dauer jedoch etwas zu stark ausfallen. Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern erstreckt sich das Polster nicht über den ganzen Bügel, sondern nimmt nur mittig rund ein Drittel seiner Fläche ein. Dies reicht jedoch für einen bequemen Sitz aus, da der Schutz nur an oberster Stelle mit dem Kopf in Berührung kommt.

Ansonsten ist das Recon Spark komplett aus Kunststoff gefertigt. Die Ohrmuscheln lassen sich auch seitlich ausrichten, was in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit darstellt und den Tragekomfort spürbar erhöht. Positiv anzumerken ist auch, dass die Kabel im Übergang vom Bügel zu den Ohrmuscheln komplett in das Headset gearbeitet wurden, wodurch diese vor allem beim Transport vor Schäden durch Hängenbleiben geschützt sind.

Das Bügelpolster des Recon Spark ist zwar kurz, reicht für einen bequemen Sitz aber aus
Das Bügelpolster des Recon Spark ist zwar kurz, reicht für einen bequemen Sitz aber aus

Guter Tragekomfort trotz dünner Polster

Die Ohrpolster aus Memory-Schaum fallen dem Preis geschuldet sichtbar dünner als bei höherpreisigen Vertretern aus. Das könnte sich nach einer gewissen Zeit rächen, spätestens wenn deren Spannkraft nachlässt. Noch neu sorgen die Polster jedoch für einen guten und bequemen Sitz, auch für Brillenträger. Das verwendete Kunstleder kann bei empfindlichen Nutzern aber bei längerem Tragen zum Schwitzen führen, darüber hinaus hätten die Ohrmuscheln ruhig etwas größer ausfallen dürfen.

Modell: Turtle Beach Recon Spark HyperX Cloud Stinger Core Lioncast LX 30 Logitech G332 Turtle Beach Recon 70 (Xbox)
Typ: Over-Ear, geschlossen
Treiber: 40 mm, Neodymium 50 mm, Neodymium 40 mm, Neodymium
Frequenzbereich: 20–20.000 Hz
Anschluss: Klinke USB, Klinke Klinke
Kabel abnehmbar: Nein
Kabel-Fernbedienung: Nein Ja Nein
Bedienelemente am Headset: Ja Nein Ja
Integrierte Soundkarte: Nein Ja Nein
Raumklang: Nein Ja Nein
Frequenzbereich
Mikrofon:
100–10.000 Hz 50–18.000 Hz 100–10.000 Hz 100–20.000 Hz 50–15.000 Hz
Mikrofon abnehmbar: Nein Ja Nein
Gewicht (ohne Kabel): 245 g 215 g 262 g 259 g 232 g
RGB-Beleuchtung: Nein Ja Nein
UVP: 49,99 Euro 40 Euro 49,95 Euro 59,99 Euro 34,99 Euro

Eine Vielzahl von Steuerelementen direkt am Headset darf in der ausgerufenen Preisklasse ebenso wenig erwartet werden, zudem unterstützt das Recon Spark nur die nötigsten Funktionen, womit sich wiederum eine größere Tastenanzahl erübrigt. Daher verfügt das Headset lediglich über eine Lautstärkeregelung auf der linken Ohrmuschel. Das nur rund 7,5 cm lange Mikrofon schaltet sich automatisch ein, wenn es heruntergeklappt wird – so können Spieler auch mal schnell „offline“ gehen.

Dünnes und fest verbundenes Kabel

Bei dem in Gummi gehüllten Kabel hat Turtle Beach hingegen wieder gespart, ein Darüberfahren mit dem schweren Schreibtischstuhl könnte hier schon zu Problemen wie Kabelbrüchen führen. Darüber hinaus ist das Kabel fest mit dem Headset verbunden, was letzteres bei einer Beschädigung schnell zu Elektroschrott werden lassen kann. Mit gerade mal 1,20 m fällt die Verbindung auch nicht unbedingt lang aus. Bei einem unter dem Schreibtisch stehenden Rechner muss bereits zu einer Verlängerung gegriffen werden.

Auch das Kabel und die Anschlüsse sind beim Recon Spark Lavendel-farbig
Auch das Kabel und die Anschlüsse sind beim Recon Spark Lavendel-farbig

Am anderen Ende des Kabels wartet ein vierpoliger Anschlussstecker für die Verbindung zum Endgerät. Für Soundkarten, die Aus- und Eingangsstecker getrennt halten, legt Turtle Beach dem Set ein Splitterkabel bei, mit dem sich die Gesamtlänge noch mal verdoppelt. Auch wenn es sich beim Recon Spark um ein rein analoges Headset handelt und dieses somit keinen USB-Anschluss besitzt, werden mit den beiden Steckervarianten so gut wie alle gängigen Anschlüsse bei PCs und Spielekonsolen abgedeckt.

Auf der nächsten Seite: Klang und Mikrofon