Eve Spectrum: Crowdsourcing-Monitor nimmt Formen an

Michael Günsch 62 Kommentare
Eve Spectrum: Crowdsourcing-Monitor nimmt Formen an
Bild: Eve-Tech

Eve-Tech steht für Produkte, die mit dem Feedback der Community entwickelt werden. Nach dem Erfolg mit dem 2-in-1 Eve V, das als Surface-Konkurrent gehandelt wurde, soll nun auch ein Gaming-Monitor via Crowdsourcing gestaltet werden. Die technischen Eckdaten sehen ein IPS-Panel mit WQHD, 1 ms Reaktionszeit und bis zu 165 Hz vor.

Über die finale Ausstattung und das Design des Monitors mit dem Projektnamen Eve Spectrum wird noch eifrig diskutiert, doch die eigentliche Display-Technik steht weitgehend fest. Ein Display mit 27 Zoll Diagonale, 2.560 × 1.440 Bildpunkten und 144 Hz respektive 165 Hz via Übertaktung sowie ein Local-Dimming-Backlight mit bis zu 400 cd/m² Helligkeit steht in der Liste der Spezifikationen.

Gleiches IPS-Panel mit „1 ms“ wie beim LG 27GL850

Zwischenzeitlich wurde bestätigt, dass es sich um das gleiche IPS-Panel wie beim LG UltraGear 27GL850-B handelt, das als Novum für IPS-Displays mit einer kurzen Reaktionszeit von 1 ms beim Wechsel zwischen Graustufen (GtG) beworben wird. Dass dieser Wert in der Praxis keine Gültigkeit hat und überhaupt nur in Ausnahmefällen inklusive Bildfehlern zu erreichen ist, haben allerdings schon Tests bewiesen.

Gegenüber dem LG-Monitor soll aber ein anderes Backlight mit höherer Helligkeit (400 cd/m² statt 350 cd/m2) und auf höheren Kontrast getrimmtem Polarisationsfilter zum Einsatz kommen, das zudem Local Dimming mit acht LED-Zonen biete. Außerdem ist eine Backlight-Strobing-Technik zur Reduzierung von Bewegungsunschärfe (Motion Blur) geplant, die der Eve Spectrum dem 27GL850 voraus hätte. Per Übertaktung sollen die 144 Hz des LG 27GL850 bei der Bildwiederholrate überboten und Spiele mit bis zu 165 Hz dargestellt werden. FreeSync und G-Sync (Compatible) im Frequenzbereich von 48 Hz bis 165 Hz sind außerdem angedacht.

Bei den Anschlüssen sind derzeit zweimal DisplayPort 1.4, einmal HDMI 2.0, zweimal USB Typ C und zweimal USB Typ A sowie ein Kopfhörerausgang geplant.

Noch ist nicht alles in Stein gemeißelt

Einige Punkte seien noch mit dem Hersteller zu klären, wie etwa eine Möglichkeit zur Abschaltung von Local Dimming oder die Implementierung von Open-Source-Firmware. Derzeit läuft eine Abstimmung über die Optik des Gehäuses, wobei verschiedene Design-Konzepte zur Auswahl stehen. Die Entscheidung darüber soll am 18. Oktober feststehen. Erst danach, frühestens im November, sind Angaben zum Preisniveau zu erwarten. Der Produktionsstart werde momentan für das zweite Quartal 2020 anvisiert, schreibt Tom's Hardware, doch sind die Prognosen mit Vorsicht zu genießen.

Eve-Tech feierte mit dem 2-in-1 Eve V einen Erfolg

Mit dem Notebook-Tablet-Hybriden Eve V wurde das finnische Unternehmen Eve-Tech bekannt. In Rekordzeit wurde das Finanzierungsziel beim Crowdfunding über Indiegogo erreicht. Am Ende kamen über 1,2 Millionen Euro von mehr als 4.000 Unterstützern zusammen. Hierzulande übernahm der bekannte Hersteller Schenker die Distribution des Eve V, das in Tests zu gefallen wusste, aber auch Kritik wegen des relativ hohen Gewichts erntete. Zudem hatte sich der Marktstart durch Probleme bei der Produktion verzögert.

Update 11.10.2019 11:05 Uhr

Eve-Tech informiert über Änderungen bei den Spezifikationen. Nach Rücksprache mit dem Hersteller habe man sich doch gegen ein Backlight mit Local Dimming entschieden. Die acht einzeln regulierbaren Helligkeitszonen könnten zwar teils den Kontrast verbessern, doch bei kleinen hellen Objekten und sonst dunklem Bildschirm machen sich einzeln aktivierte Zonen negativ bemerkbar, wie ComputerBase auch beim Test des Samsung C49RG90 mit seinen zehn Zonen festgestellt hatte. Nur ein feineres Local Dimming mit deutlich mehr Zonen würde diesen Effekt subjektiv mindern, doch wäre dies sehr teuer. Eine Möglichkeit zum Abschalten von Local Dimming je nach Bedarf, sei ebenfalls keine Option. Stattdessen wird nun ein Backlight mit klassischem und deaktivierbarem Global Dimming genutzt.

Ferner wurde die Angabe zum Frequenzbereich für Adaptive-Sync auf 48 Hz bis 165 Hz korrigiert. Bei den USB-Anschlüssen soll USB 3.1 Gen 2 mit 10 Gbit/s zum Einsatz kommen.

Die Redaktion dankt ComputerBase-Leser muselgrusel für den Hinweis zum Update.