Ich antworte mal wie ein Pro (in diesem Fall Gemini)
1. Warum Displays nicht einfach 100% BT.2020 erreichen und die 3%-Lücke nicht deklariert wird
- Physikalische Grenze der Emitter: BT.2020 nutzt monochromatische Laser-Primärfarben mit extrem schmalen Wellenlängen. Um 100% zu erreichen, müsste das Display-Licht absolut reines, ungemischtes Laserlicht sein. Das scheitert im Massenmarkt an Kosten, Effizienz und "Speckle"-Effekten (Glitzern).
- Die 3%-Lücke ist kein Loch: Die fehlenden 3% bedeuten keine "Bandlücke" (Loch im Spektrum). Sie bedeuten lediglich, dass die äussersten Ecken des BT.2020-Farbdreiecks (meist im extremen Grün- oder Cyanbereich) minimal unterschritten werden. Die Farben innerhalb dieses minimal kleineren Dreiecks sind vollkommen lückenlos darstellbar.
- Keine Wellenlängen-Angabe nötig: Da es sich um eine Reduktion der Farbsättigung an den äussersten Grenzen handelt und nicht um fehlende Wellenlängen im Spektrum, ist eine Angabe von "fehlenden Wellenlängen" physikalisch nicht sinnvoll.
2. Welche Wellenlängenbereiche fehlen bei BT.2020 im Vergleich zum sichtbaren Spektrum?
BT.2020 deckt 75,8% des CIE-1931-Farbraums ab. Die fehlenden ~24% betreffen vor allem Bereiche, die das menschliche Auge ohnehin kaum noch als gesättigte Farben wahrnehmen kann:
- 🟢 Extremes Türkis/Cyan und Gelbgrün: Die grössten Lücken liegen an den flachen Flanken des hufeisenförmigen CIE-Diagramms – im Bereich zwischen 500 nm und 530 nm.
- 🔵 Tiefstes Violett: Der Bereich unterhalb von 467 nm (nahes UV-Licht).
- 🔴 Tiefstes Infrarot-Nahe Rot: Der Bereich oberhalb von 630 nm bis zur Wahrnehmungsgrenze (780 nm).
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Fazit: BT.2020 spart primär die Bereiche aus, die in der Natur extrem selten vorkommen und für die das menschliche Auge eine sehr geringe spektrale Empfindlichkeit besitzt.