5G-Ausbau in den USA: Donald Trump möchte Apple mit ins Boot holen

Sven Bauduin
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5G-Ausbau in den USA: Donald Trump möchte Apple mit ins Boot holen
Bild: whitehouse.gov

Während eines Besuches des US-Präsidenten auf dem Apple Campus in Austin, Texas – Apple produziert, investiert und expandiert in Austin – hatten Donald Trump und der Apple-CEO Tim Cook Gelegenheit sich auszutauschen, anschließend schlug Trump Apple via Twitter für den 5G-Infrastrukturausbau vor.

Wie die US-Nachrichtenagentur Reuters berichtet, habe der US-Präsident Tim Cook gebeten, eine Beteiligung Apples am Ausbau der 5G-Infrastruktur der USA zu prüfen.

U.S. President Donald Trump said on Thursday he had asked Apple Inc Chief Executive Officer Tim Cook to look into helping develop telecommunications infrastructure for 5G wireless networks in the United States.

Reuters

Anschließend twitterte er, „dass Sie [Apple] alles haben - Geld, Technologie, Vision und [Tim] Cook.“ Der US-Präsident ging allerdings nicht näher darauf ein, wie er sich eine solche Beteiligung vorstellt und in welcher Funktion sich das Unternehmen aus Cupertino am 5G-Ausbau beteiligen soll. Ein Netzwerkausrüster im traditionellen Sinne, wie Nokia Networks oder das in den USA in Ungnade gefallene Huawei, ist Apple bekanntermaßen nicht.

Andere Netzwerkausrüster wie Cisco Systems und Adtran sind auf Grund fehlender End-to-End-Technologie aktuell noch nicht in der Lage, ein entsprechendes Angebot für den 5G-Ausbau der USA anzubieten.

Wie die New York Times bereits im September dieses Jahres berichtete, hat Huawei-Chef Ren Zhengfei den USA angeboten, Huaweis 5G-Technologie zur Verfügung zu stellen, die diese dann sogar „modifizieren“ könne. Wie Trumps Vorstoß mit Apple nun zeigt, möchte der US-Präsident wohl eher auf dieses Angebot verzichten.

Auch in Deutschland scheiden sich an einer Beteiligung von Huawei am 5G-Ausbau noch immer die Geister. Obwohl das Unternehmen Deutschland einen No-Backdoor-Vertrag angeboten hat, haben einige Vertreter aus Politik und Wirtschaft Vorbehalte gegen eine solche Beteiligung des Netzwerkausrüsters aus der chinesischen Sonderwirtschaftszone Shenzhen.