AMD im Interview: „Schon 2019 brachte viele Produkte, 2020 bringt mehr“

Volker Rißka 144 Kommentare
AMD im Interview: „Schon 2019 brachte viele Produkte, 2020 bringt mehr“

Im Jahr 2019 lag der Fokus von AMD einmal mehr auf dem Server und dem Desktop-PC, es gab neue CPUs und eine neue GPU-Mittelklasse. Für den Konzern war das Jahr zweifelsohne bedeutsam. AMDs CEO Dr. Lisa Su stellt für das kommende Jahr aber noch viel mehr neue Produkte in Aussicht.

Zwei Marktsegmente, die dafür zusätzlich verantwortlich sein werden, sind Notebooks und Konsolen. Im Notebook hinkt AMD auch mit Zen bisher weiter zurück und bei den Konsolen ging es zurzeit abwärts. Im kommenden Jahr soll sich beides ändern – alles zusätzlich zu erneut neuen CPUs für Server und Desktop und wahrscheinlich auch neuen GPUs.

Konsolengeschäft wird 2020 sehr wichtig für AMD

Zen 3 ist nur eine der Neuheiten im Jahr 2020, die bereits seit langer Zeit auf den offiziellen Roadmaps steht. Ganz wichtig für AMD wird im kommenden Jahr aber erneut das Konsolengeschäft, betonte AMDs CEO Lisa Su im Interview mit VentureBeat. Dieses befindet sich aktuell auf dem Weg zum Tiefpunkt, die letzten Quartalszahlen hatten die fallenden Absatzzahlen bereits deutlich gezeigt. Der Grund: Die aktuelle Generation ist nahezu am Ende ihres Lebenszyklus angelangt. In der zweiten Hälfte 2020 werden jedoch sowohl Sony als auch Microsoft die neuen Spielekonsolen PlayStation 5 respektive XBox Scarlett veröffentlichen – und AMD liefert abermals die Chips.

Su erwartet dabei nicht weniger als ein sehr gutes Geschäft. Die letzte Generation in PlayStation 4 (Pro) und Xbox One (X) war es für AMDs junge Sparte der Semi-Custom-Chips, die exakt auf die Wünsche des Kunden ausgelegt sind, bereits. Traditionell dürfte die Auslieferungen der Chips etwa ein Quartal vor der Verfügbarkeit der Konsolen beginnen, spätestens ab dem dritten Quartal 2020 und vor allem zum Weihnachtsgeschäft sollten die Auswirkungen bei AMD in den Büchern deutlich sichtbar werden.

Intels Standbein Notebook griff AMD bisher (fast) nicht an

Um Intel richtig zu treffen, ist der Desktop natürlich relevant, aber im Server und vor allem im Notebook macht Intel das meiste Geld. Und während AMD in Intels kleinstem Marktumfeld bisher dank Ryzen 3000 (Test) prozentual am schnellsten aufholt, geht es traditionell bei Servern sehr langsam voran – hier erwartet AMD frühstens 2020 einen zweistelligen Marktanteil, obwohl mit Epyc (2) bereits die große Offensive gefahren wird.

Im Notebook liefen AMDs Bemühungen hingegen bisher auf Sparflamme, technologische Neuheiten kamen dort frühestens ein Jahr nach der Einführung neuer Technologien an und stellen bisher kaum eine Gefahr für Intel dar.

Umsatz macht Intel am meisten mit Servern und im Notebook
Umsatz macht Intel am meisten mit Servern und im Notebook (Bild: Intel)

Mit neuen 7-nm-Chips könnte AMD Intel im Notebook im kommenden Jahr allerdings wirklich Paroli bieten. Die bisherigen APUs aus der Serie Raven Ridge und Picasso kamen zwar sukzessive näher heran, doch Intels Fokus auf diesen Markt hält sie am Ende dennoch stets auf Abstand. Zen 2 als CPU-Architektur und eine daraufhin abgestimmte GPU hat hingegen das Potential für einen deutlichen Sprung nach vorn. Dabei kommt es nicht nur auf die Leistung an, sondern vor allem auch Energiebedarf.

Rundumschlag in allen AMD-Bereichen angestrebt

Auch der GPU-Markt wird sich weiter im Aufschwung befinden. AMD unterstreicht die Lizenzierungsoptionen wie beispielsweise bei Radeon für Samsung, doch hält auch am eigenen Portfolio fest. Und dort ist nicht mehr nur Nvidia der Gegenspieler, sondern auch Intel mit der neuen Xe-GPU-Familie, die AMD nicht unterschätzen wird, erklärte Su. Konkret wird Su im Interview zwar nicht, unterm Strich soll das Jahr 2020 mehr Produkte hervorbringen als das Jahr 2019. Und dazu dürften neben ganz neuen Chips für Notebooks und Konsolen und den Neuauflagen der in diesem Jahr bereits veröffentlichten Produkte auch größere GPUs auf Basis von Navi gehören.

You’ll start to see our next-generation mobile products, as well, coming in early 2020. You’ll see 7nm mobile chips that have yet to come to market. That’s a pretty strong portfolio. We’re well underway with Zen 3 as a follow-on, as well, for 2020 — lots of product activity. Even though 2019 was a big product year, I think 2020 will be an even larger product year for us.

Lisa Su, AMD CEO