Threadripper 3970X & 3960X im Test: Benchmarks in Anwendungen und Spielen

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Volker Rißka et al. 1.013 Kommentare

Für alle Tests kommt das mit AMD Ryzen 3000 (Test) im Sommer aufgebaute neue Testsystem zum Einsatz. Alle wesentlichen Parameter sind identisch, um die Vergleichbarkeit gewährleisten zu können. Windows 10 wurde deshalb noch nicht auf Version 1909 aktualisiert und der Treiber für die GeForce ist auf dem Stand Juli. Windows hat in neuer Variante keinen relevanten Einfluss auf AMDs neue CPUs, der Hersteller empfiehlt deshalb auch die Nutzung von 1903.

Die neue TRX40-Plattform zieht aber natürlich ein neues Mainboard nach. Das Asus Zenith II Extreme mit BIOS 6001 auf Basis von AGESA Castle Peak 1.0.0.2 stellt mit vier DDR4-3200-Speicherriegeln mit gleichen Timings wie in den Dual-Channel-Konfigurationen die Basis für die neuen Threadripper 3000.

AMD Ryzen Threadripper 3970X
AMD Ryzen Threadripper 3970X

Benchmarks in Anwendungen

64 respektive 48 Threads der beiden neuen Threadripper-Prozessoren sind zweifelsohne für eine Aufgabe geschaffen: moderne Software. In dieser können alle Kerne inklusive SMT zum Einsatz kommen und die Leistung, die dabei zum Vorschein kommt, ist schlichtweg brutal. AMD war bereits der König im Desktop, doch das bisherige Modell bei gleicher Anzahl an Kernen im Durchschnitt um über 50 Prozent zu übertreffen, ist in Form des Ryzen Threadripper 3970X einzigartig. Und das gilt auch für das zweitschnellste Modell Ryzen Threadripper 3960X, welches ebenfalls 50 Prozent schneller arbeitet als der direkte Vorgänger 2970WX. In einzelnen Anwendungen weichen die Ergebnisse auch einmal deutlich vom Durchschnitt ab, das ändert am Gesamtergebnis aber nichts.

Nicht weniger imposant ist dabei, dass es eigentlich keine echte Schwäche mehr gibt. Selbst in Single-Core-Anwendungen rangieren die beiden Threadripper dank ausgefuchstem Turbo-Modus ganz vorn. Dass Threadripper dabei nicht den ersten Platz unter AMDs Prozessoren erklimmen kann, ist technisch begründet: Die HEDT-CPUs bieten maximal 4,5 GHz Takt, im Mainstream-Sockel AM4 werden in Form des Ryzen 9 3950X bis zu 4,7 GHz gefahren.

Threadripper ist keine Server-CPU, ein Vergleich bietet sich – rein bezogen auf die Leistung der Kerne – aber dennoch an: Mit 17.448 Punkten im Cinebench R20 (Multi-Core) übertrifft die 32-Kern-CPU 3970X das CPU-Gespann aus zwei Intel Xeon Platinum 8180 mit in Summe 56 Kernen, das im Test der Redaktion auf 17.143 Punkte kam.

Auch größere Problemstellen der beiden ersten Generationen, die unter anderem durch die verteilten Speichercontroller hervorgerufen wurden (einige Chiplets hatten nur indirekt Zugriff auf den RAM), sind beseitigt, wie der Benchmark von 7-zip eindrucksvoll zeigt: Hier schneiden die neuen CPUs rund doppelt so gut ab wie zuvor.

Durch die schiere Anzahl von Kernen bei AMD bei nicht gesenktem Takt wird Intels Flaggschiff auch in der einzigen Paradedisziplin mit AVX-512-Unterstützung in Bedrängnis gebracht: y-Cruncher zeigt den 32-Kerner im Multi-Core-Test als Sieger, auch der 24-Kerner ist noch knapp vor dem Intel Core i9-10980XE.

Benchmarks in Spielen (Full HD und UHD)

Darf man mit einem Threadripper spielen? Klar, warum nicht. Aber kann man es auch? Threadripper und Gaming, das stand bisher oft auf Kriegsfuß. Im letzten Jahr bedurfte es bei 24 und 32 Kernen oft manueller Eingriffe in AMD Ryzen Master, damit die bisherigen Modelle ähnlich abschneiden konnten wie klassische Ryzen-CPUs, so richtig an die Leistung heran kamen sie aber nie. Doch auch das gehört mit Threadripper 3000 der Vergangenheit an. Ohne zusätzliche Software oder ohne manuelle Eingriffe funktioniert Gaming mit einer nennenswerten Ausnahme und liefert in den meisten Fällen die gleiche Leistung wie reguläre Ryzen 3000.

Immer klappt es allerdings auch weiterhin nicht. Zu alte und nicht optimierte Software, besonders sichtbar am Beispiel FarCry: New Dawn, stellt sich quer. Hier fällt die Leistung insbesondere beim 32-Kern-Modell 3970X deutlich. Das ist aber nicht AMDs Schuld, das Versagen liegt hier bei Ubisoft. Die Lösung bleibt in dem Fall der Eingriff über Ryzen Master, denn einen Game Mode bietet das Tool auch für die neuen Prozessoren weiterhin an, in der Regel sollte er jedoch nicht benötigt werden.

Den Game Mode gibt es auch bei Threadripper 3000
Den Game Mode gibt es auch bei Threadripper 3000

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