Patch 11.20: Fortnite soll künftig von DirectX 12 profitieren

Michael Günsch 25 Kommentare
Patch 11.20: Fortnite soll künftig von DirectX 12 profitieren
Bild: Epic Games

Die PC-Version des Battle-Royale-Shooters Fortnite soll mit einem kommenden Patch Unterstützung für die API-Sammlung DirectX 12 erhalten. Sofern das eigene System die aktuelle Fassung der Programmierschnittstellen unterstützt, besteht Potenzial für höhere und stabilere Bildraten unter DirectX 12.

DX12-Support für Fortnite mit Patch 11.20

Über die Neuerung hat das für Fortnite zuständige Entwicklerteam von Epic Games informiert. Geplant sei die Einführung von DirectX-12-Support mit dem kommenden Patch auf Version 11.20. Wann genau dieser veröffentlicht wird, wurde nicht genannt. Die aktuelle Fassung auf einem PC der Redaktion trägt die Versionsnummer 11.11.

Höhere und stabilere FPS mit High-End-GPUs

Laut Epic Games könnten vor allem Spieler mit High-End-GPU von einer höheren und stabileren Frame-Rate profitieren, schreibt Epic Games. Dies werde auch durch eine bessere Ausnutzung mehrerer CPU-Kerne begünstigt. Bereits seit mehreren Generationen unterstützen Grafikchips von AMD, Intel und Nvidia DirectX 12. Lange Zeit war die jüngste Fassung der API-Sammlung für Multimediaanwendungen an das Betriebssystem Microsoft Windows 10 gekoppelt. Seit der Gamescom 2019 steht DirectX 12 für alle Spiele auch unter Windows 7 zur Verfügung.

Durch DX12 können PC-Spieler mit Highend-Grafikkarten gegebenenfalls eine höhere, stabilere Bildfrequenz erreichen. Dies liegt daran, dass DX12 der CPU-Leistung hilft und die Verteilung von Rendering-Prozessen auf mehrere Kerne ermöglicht.

Epic Games

Durch eine Programmierung „näher an der Hardware“ soll bei DirectX 12 unter anderem der CPU-Overhead geringer als bei DirectX 11 ausfallen. Immer wieder, aber nicht immer deutlich, zeigen sich in Spielen Vorteile mit der neuen Version. Die Verbreitung von DirectX 12 in Spielen ist aber noch überschaubar und hat noch lange nicht das Niveau der Vorgänger erreicht.

Neue DX12-Funktionen kommen erst später

Neben potenziell mehr Leistung erlaubt DirectX 12 auch neue Optionen für Grafikeffekte in Spielen. Von diesen will Epic Games aber erst später in Fortnite Gebrauch machen. Zunächst soll die allgemeine Funktionalität von DX12 mit Hilfe der Spieler geprüft werden, um auch mögliche Bugs auszumerzen, bevor neue Funktionen Einzug halten.

Wir planen, Fortnite künftig um weitere Features zu erweitern, die durch DX12 unterstützt werden. Die Umstellung auf DX12 vor dem Hinzufügen dieser neuen Features ist zwar optional, gibt uns jedoch wertvolle Informationen für die Entwicklung und hilft uns dabei, Fehler zu bekämpfen.

Falls ihr uns beim Testen von DX12 helfen wollt, könnt ihr im Spiel die neue Option ausprobieren.

Epic Games

Erste Grafiktreiber für DX12 in Fortnite

AMD hat bereits seinen Radeon-Grafiktreiber mit Version Adrenalin 19.11.3 für DirectX 12 in Fortnite vorbereitet. Es ist davon auszugehen, dass bald auch Intel und Nvidia dem Beispiel folgen.

An DirectX 12 wird weiter entwickelt

Doch auch DirectX 12 ist noch nicht am Ende der Entwicklung angelangt. Erst vor einigen Wochen hatte Microsoft einen Ausblick auf Neuerungen wie DirectX Mesh Shader und DirectX Raytracing Tier 1.1 gegeben.

Update 21.11.2019 18:05 Uhr

Inzwischen hat Epic Games den Patch 11.20 für Fortnite mit der versprochenen Unterstützung für DirectX 12 veröffentlicht. Was dies von der technischen Seite her bedeutet und wo die neue Option „DirectX 12 (Beta)“ im Spielmenü zu finden ist, erklärt wiederum Microsoft im Entwicklerblog. Dort ist von nur leichten Verbesserungen von etwa zwei Prozent bei der durchschnittlichen Bildrate gegenüber DX11 die Rede. Etwa zehn Prozent mehr Leistung soll es aber dann geben, wenn das ganze System am stärksten belastet wird. Denn dann soll die effizientere CPU-Ausnutzung zum Tragen kommen.

While the average frame rates for DX12 were slightly higher than DX11 (2%), DX12 was much faster when it matters most. When the game is rendering the most demanding frames (slowest .1% of frames), DX12 shows an ~10% average improvement in frame rate.

Jacques van Rhyn im Entwicklerblog von Microsoft

Der YouTube-Kanal TechEpiphany hat DX12 in Fortnite einmal mit einer Radeon RX 5700 XT und einmal mit einer GeForce RTX 2080 ausprobiert. Im direkten Vergleich zu Fortnite mit DX11 liefert das System mit Radeon deutlich mehr FPS, während es bei der GeForce sogar weniger geworden sind. Allerdings ist zu bedenken, dass für die Radeon mit dem Adrenalin 19.11.3 bereits ein für Fortnite mit DX12 optimierter Grafiktreiber verwendet wurde. Bei Nvidia steht ein entsprechend angepasster Treiber noch aus. Als CPU wurde bei den Tests ein Ryzen 5 3600 verwendet, der augenscheinlich in beiden Fällen unter DX12 besser ausgelastet wird.