Windows 10 on ARM: Surface Pro X kämpft mit be­kannten Software-Problemen

Volker Rißka 98 Kommentare
Windows 10 on ARM: Surface Pro X kämpft mit be­kannten Software-Problemen
Bild: Microsoft

Das Microsoft Surface Pro X ist ein interessantes Gerät, welches nun verfügbar wird. Doch auch in dritter Generation Windows-auf-ARM-Systemen sind in ersten Tests Probleme aufgetaucht, die seit jeher existieren und bis heute nicht ausgeräumt wurden. Windows on ARM ist weiterhin keine Alternative.

Während Magazine wie The Verge traditionell verhalten mit der Kritik an großen Herstellern sind, werden Tests anderer Seiten deutlich konkreter. Eines sagt am Ende sogar, „If Microsoft wants to succeed with the Surface Pro X, it needs an Intel version“. Und das ist nicht nur Schmeichelei gegenüber Intel.

Theoretisch ist ARMs Hardware schnell und effizient

Microsoft verzichtet beim neuen Surface Pro X auf CPUs von AMD oder Intel und verbaut stattdessen eine Custom-Variante des Qualcomm Snapdragon 8cx, die „Microsoft SQ1“ getauft wurde. Das Semi-Custom-Design auf ARM-Basis arbeitet mit Kryo-495-Kernen auf Basis des ARM Cortex-A76 und ARM Cortex-A55. Für die GPU hat Microsoft Anpassungen vornehmen lassen, sie soll leistungsfähiger sein, Microsoft spricht von 2 TeraFLOPS Rechenleistung. Die Leistung pro Watt soll dreimal so hoch wie bei einem Surface Pro 6 mit nicht genannter 15-Watt-CPU von Intel ausfallen. Doch das ist nur die Theorie, die Praxis sieht anders aus.

Aber fehlende Software ist ein riesiges Problem

Denn gleich in den ersten Alltagstests wird das Problem sichtbar, das auch Ende 2019 Softwarekompatibilität heißt. Auf ARM läuft nativ sehr wenig, die Emulation unter Windows 10 wiederum frisst viel Leistung, sodass von der theoretischen Performance kaum etwas bleibt. Und selbst dann sind die Ergebnisse sehr unterschiedlich, wie Gizmodo schreibt, die beispielsweise die Browser Edge und Chrome auf Windows on ARM verglichen haben. Dass Apps wie Adobes Creative Suite gar nicht laufen, monieren nahezu alle Tester. Mit diesen Problemen hatten bereits die letzten Generationen zu kämpfen, die Notebooks, die vor zwei Jahren mit ganz ähnlichen Vorstellungen enthüllt wurden, waren letztlich vom Massenmarkt nahezu ausgeschlossen.

Bugs und enttäuschende Akkulaufzeit

Frei von weiteren Bugs ist die Kombination ebenfalls nicht, wie Engadget berichtet, die mit Abstürzen zu kämpfen hatten. Und zu guter Letzt enttäuscht selbst die Akkulaufzeit. Immerhin bewirbt Microsoft das Gerät nicht mit über 20 Stunden wie Hersteller mit Windows on ARM zuvor, doch elf Stunden hält es auch nur im Video-Test durch. Durch die notwendige Emulation im Alltag halbiert sich der Wert in der Praxis, heißt es in den Tests weiter.

Fair enough, but asking people to pay $1,140 (including the keyboard case) for something that might not run all the apps they need is outrageous.

Engadget

Zudem sind ARM-Notebooks weiterhin nicht günstig. Rund 1.200 bis 1.400 US-Dollar müssen für eine sinnvolle Ausstattung des Surface Pro X gezahlt werden, die Tester hatten gar eine für knapp 2.000 US-Dollar. Dabei kommen sie zu dem Schluss, dass ein 2.000-Dollar-Notebook mit Intel-CPU vermutlich weitaus schneller wäre. Auch wenn das Surface Pro X eines der schönsten Notebooks sei, so die Tester, müsse es dennoch auch nutzbar sein.

The Surface Pro X is the best-looking computer I’ve used all year. But we don’t need to look at computers, we need to use them.

The Verge