Linux Mint 19.3 „Tricia“: Beliebte Distribution mit drei Desktops wird aufpoliert

Sven Bauduin 167 Kommentare
Linux Mint 19.3 „Tricia“: Beliebte Distribution mit drei Desktops wird aufpoliert
Bild: Linux Mint Ltd.

Linux Mint, eine der beliebtesten Desktop-Distributionen für Ein- und Umsteiger, erscheint aufpoliert in der Version 19.3 („Tricia“) und bietet gleich drei unterschiedliche Desktop-Umgebungen. Auf Basis von Ubuntu 18.04 LTS („Bionic Beaver“) erhält das Betriebssystem Updates und Support bis einschließlich April 2023.

Die Grundlage des einsteigerfreundlichen Ubuntu-Derivates bilden der Linux Kernel 5.0 sowie die drei aktuellen Desktop-Umgebungen Cinnamon 4.4.5, das mit Gnome 2 verwandte MATE Desktop Environment 1.22.0 und das leichtgewichtige Xfce 4.14.1.

Cinnamon, MATE und Xfce

Während es sich beim Cinnamon-Desktop um die „Vorzeigeumgebung“ der Linux-Distribution handelt, welche sich laut dem Projekt in erster Linie durch die Attribute „modern, komfortabel und elegant“ auszeichnen soll, präsentiert sich der MATE-Desktop eher „klassisch, stabil und funktional“ – kein Wunder, hat dieser doch seine Wurzel bei der klassischen Desktop-Umgebung Gnome 2. Als dritte Oberfläche kommt der ressourcensparende Xfce-Desktop in seiner aktuellsten Version zum Einsatz. Ihm bescheinigen die Macher hinter Linux Mint „leicht, einfach und effizient“ zu sein. Für alle drei Desktops bieten die Entwickler eine eigene Edition an. Alle drei Desktop-Umgebungen können aber über die Paketverwaltung und die Repositories von Linux Mint und Ubuntu problemlos für jede der drei Editionen nachinstalliert und – sogar parallel – genutzt werden.

Die Cinamon-Edition (ISO), die MATE-Edition (ISO) und die Xfce-Edition (ISO) stehen als rund 2 GB großes 64-Bit-Abbild zum Download bereit – alternativ liegen alle drei Editionen auch in einer 32-Bit-Version vor. Ein umfangreicher und ebenso leicht verständlicher Leitfaden für die Installation von Linux Mint erleichtert Linux-Einsteigern den Start erheblich.

Neue Tools und aktuelle Versionen

Neben den bekannten Standardanwendungen wie dem Webbrowser Mozilla Firefox, der in der aktuellsten stabilen Version 71.0 vom 3. Dezember dieses Jahres vorliegt, dem E-Mail-Client Thunderbird aus gleichem Hause in der Version 60.9.0 und der Office-Suite LibreOffice 6.0.7, wurde eine ganze Reihe an Anwendungen aufgefrischt – aber es gibt im Vergleich zu Linux Mint 19.2 („Tina“) auch neue Tools und Anwendungen.

Das neue System Report Tool soll Nutzern künftig hilfreiche Hinweise geben. So wird beispielsweise im Infobereich der Taskleiste ein Icon eingeblendet, wenn ein Multimedia-Codec zur Wiedergabe entsprechender Inhalte fehlt, ein zusätzlicher Treiber für unterstützte Hardware benötigt wird, oder ein optionales Sprachpaket verfügbar ist. Neben quelloffener freier Software lassen sich im übrigen auch proprietäre, nicht-freie, aber beliebte Anwendungen oder die überwiegende Zahl von Multimedia-Codecs (wie MP3 oder H.264) direkt bei der Installation oder im Anschluss mittels Paketmanager nachinstallieren.

Verbessert respektive ausgebaut wurden auch die Möglichkeiten zur Personalisierung des Kontextmenüs („Nemo“), der HiDPI-Support für hochauflösende Displays und die Lokalisierung des Betriebssystems. Zudem soll das Bluetooth-Tool Blueberry – nicht zuletzt mit Hinblick auf die Erkennung von und die Kompatibilität zu Bluetooth-Geräten – verbessert worden sein.

Neu: Der System Report von Linux Mint
Neu: Der System Report von Linux Mint
Aufgebohrt: Blueberry Bluetooth
Aufgebohrt: Blueberry Bluetooth

Mit dem Update auf Linux Mint 19.3 („Tricia“) gehen auch einige Änderungen an den Standardanwendungen einher – auch wenn sich alle altbekannten Anwendungen problemlos über die Paketverwaltung Synaptic oder die Anwendungsverwaltung – die als Frontend fungiert – nachinstallieren lassen.

So ersetzt Celluloid den Xplayer als Mediaplayer und basiert seinerseits auf dem Backend von MPV, welches vor allem eine bessere Leistung und homogenere Hardwareauslastung bei einer Hardwarebeschleunigung von Videos zur Folge haben soll. Das bekannte Zeichen- und Grafikprogramm GIMP wird durch eine simpler gehaltene Anwendung namens Drawing ersetzt, zudem nimmt Gnote den Platz des Notizen-Programms Tomboy ein.

Mit wenigen Klicks können sich alteingesessene Nutzer des Betriebssystems ihre favorisierten Anwendungen aber wieder zurückholen – Gimp, Tomboy und der XPlayer befinden sich nach wie vor in den Repositories von Linux Mint.

Neu: Drawing als Gimp-Ersatz
Neu: Drawing als Gimp-Ersatz
Neu: Gnote als Tomboy-Ersatz
Neu: Gnote als Tomboy-Ersatz

Das nächste große Update der Distribution wird voraussichtlich im August unter der Bezeichnung Linux Mint 20 erscheinen und bereits auf Ubuntu 20.04 LTS („Focal Fossa“) basieren, welches Support bis April 2025 bieten wird.

Downloads

  • Linux Mint Download

    4,5 Sterne

    Linux Mint ist ein auf Ubuntu basierendes Betriebssystem mit eigener Benutzeroberfläche.

    • Version 19.3 „Tricia“ Deutsch