12 True-Wireless-Kopfhörer im Test: Jaybird Vista

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Frank Hüber 182 Kommentare

Mit den In-Ear-Kopfhörern Vista liefert Jaybird ein Modell, das in erster Linie auch Sportler ansprechen soll. Hierfür sind die Vista nach IPX7 zertifiziert, so dass ihnen auch ein kurzzeitiges Untertauchen in bis zu einem Meter Tiefe nichts anhaben kann. Dies bezieht sich allerdings nur auf die Ohrhörer, nicht auf das Ladecase. Zudem weist Jaybird darauf hin, dass sie für den Outdoor-Einsatz konzipiert wurden und Regen und Matsch problemlos überstehen, sie aber nicht für den Einsatz beim Schwimmen gebaut wurden. Auf Bluetooth-Codecs wie aptX oder AAC muss man bei den Jaybird Vista verzichten.

Im Lieferumfang der Vista befinden sich neben den Ohrhörern ein Ladecase mit Handschlaufe, ein USB-C-Ladekabel und drei unterschiedlich große Ohreinsätze, wobei Jaybird Ear-Wings und Silikon-Einsätze zu einem Teil koppelt, so dass sich diese nicht unabhängig voneinander tauschen lassen. Im Test war dies nicht von Nachteil, da die Größe L den besten Halt bot und durch die Kombination die Ear-Wings einen besseren Halt boten als bei Modellen mit getrennten Einsätzen.

Das Ladecase fällt mit 74 × 36,5 × 24 mm (B × H × T) angenehm klein, aber vergleichsweise eckig aus. Die geringe Größe führt aber auch dazu, dass über das Ladecase die Akkulaufzeit nur um rund 10 Stunden verlängert werden kann, so dass sich diese mit den 6 Stunden der Ohrhörer auf 16 Stunden summiert. Die Ohrhörer werden magnetisch sicher im Case gehalten und fallen auch dann nicht heraus, wenn man dieses schüttelt. Positiv: Jaybird bietet einen Schnelllademodus, bei dem ein Laden im Case für 5 Minuten eine Wiedergabezeit von rund einer Stunde liefert.

Auf LEDs oder andere Extras verzichtet Jaybird an den 22 mm breiten und 24 mm hohen Ohrhörern. Jeder bietet lediglich eine zentrale Taste zur Bedienung, die einen sehr guten Druckpunkt aufweist. Zum Koppeln muss das Ladecase geöffnet und die kleine Taste in der Mitte zwischen den Ohrhörern gedrückt werden. Über eine Jaybird-App kann der Klang über zahlreiche Profile angepasst und die Firmware der Ohrhörer aktualisiert werden. Auch die Sprache für die Ansagen und die Steuerung selbst kann angepasst werden.

Steuerung über App anpassbar

Bei der Steuerung setzt Jaybird auf „1 × Drücken“, „2 × Drücken“ und „Drücken und Halten“. Im Auslieferungszustand sind beide Ohrhörer identisch belegt, da jedes Exemplar einzeln verwendet werden kann. Einmaliges Drücken startet oder pausiert die Wiedergabe, ein doppeltes Drücken springt einen Track vor und ein langes Drücken schaltet die Ohrhörer aus. Im Auslieferungszustand sind somit weder das Zurückspringen eines Tracks noch die Anpassung der Lautstärke über die Ohrhörer belegt. Die Steuerung kann allerdings in der Jaybird-App sehr gut angepasst werden, wobei sich die Ohrhörer auch unterschiedlich belegen lassen. So kann ein Doppelklick auf dem linken Exemplar einen Track zurück- und auf dem rechten einen Track vorspringen. Ein Drücken und Halten kann zur Regelung der Lautstärke eingesetzt werden – die subjektiv bessere Belegung, da sich die Ohrhörer nach 15 Minuten ausschalten, wenn sie nicht verwendet werden und nicht in das Case eingelegt sind.

Jaybird-App

Der beste Halt beim Sport

Die Jaybird Vista bieten einen sehr guten, sehr festen Halt im Ohr, da ihre Ear-Wings im vorderen Bereich der Ohrmuschel einhaken und nicht im hinteren. Hierdurch entfalten sie allerdings auch ein gewisses Druckgefühl im Ohr. Eine Nutzung beim Sport ist problemlos möglich, ohne dass die Ohrhörer herausfallen oder der Nutzer ständig dieses Gefühl hat. Durch die Größe der Ohrhörer ist dabei auch die Steuerung über die zentrale Taste jederzeit problemlos möglich. Da der Druckpunkt genau richtig ist, verrutschen die Vista dabei nicht. Mit 6 Gramm fallen die Ohrhörer angenehm leicht aus.

Tragekomfort der Jaybird Vista
Tragekomfort der Jaybird Vista

Basslastiger, aber guter Klang

Bei den Jaybird Vista ist unbedingt ein Firmware-Update auf mindestens Version 1.1.5 angeraten, da sich der Klang durch das Update deutlich verändert hat. Laut Jaybird decken die Ohrhörer den üblichen Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz ab. Klangen die Vista im Test zunächst leise und kamen die Höhen deutlich zu kurz, behebt das Firmware-Update genau diese beiden Schwachstellen. Die Vista sind nach dem Update um einiges lauter und die Höhen klingen deutlich prägnanter. Insgesamt sind die Jaybird-Ohrhörer sehr warm abgestimmt und bieten einen warmen, tiefen Bass, was beim Sport aber durchaus angebracht erscheint. Klanglich können die Vista somit in weiten Bereichen überzeugen und was Jaybird aus den kleinen 6-mm-Treibern herausholt, ist durchaus erstaunlich, auch wenn Details mitunter zugunsten tiefer Töne verloren gehen.

Die Jaybird-App hält zahlreiche Profile für den Equalizer bereit und erlaubt auch eine individuelle Anpassung. Über die App kann auch das Spotify-Konto synchronisiert werden, um Lieblings-Tracks mit der Community von Jaybird zu teilen.

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