Im Test vor 15 Jahren: Die ersten 120-mm-Kühler kühlten gut und leise

Robert McHardy 55 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Die ersten 120-mm-Kühler kühlten gut und leise

tl;dr: Im Januar 2005 widmete ComputerBase sich drei 120-mm-CPU-Kühlern (Test), die zu den ersten ihrer Gattung zählten. Die Modelle von Thermalright, Zalman und NorthQ kühlten gut und leise, konnten aufgrund der großen Abmessungen aber auch für Probleme mit dem Arbeitsspeicher oder Gehäuse sorgen.

Kupfer gegen Aluminium

Im Test vor 15 Jahren befanden sich im Januar 2005 der Thermalright XP-120, der Zalman CNPS7700Cu und der NorthQ 3312 Giant UFO. Alle drei Prozessorkühler wiesen als Gemeinsamkeit einen 120 Millimeter messenden Lüfter auf. Das war damals ein echtes Novum, Standard waren 80 oder 92 mm.

Der XP-120 wurde – typisch für Thermalright – allerdings ohne Lüfter ausgeliefert und überließ die Wahl dem Kunden. Eine weitere Besonderheit des XP-120 war, dass er nicht auf einen Vollkupferkühlkörper setzte, sondern auf eine Kombination aus Kupfer-Heatpipes und Aluminiumfinnen. In puncto Bauform unterschieden sich die drei Modelle vor allem in einem Punkt: Während der XP-120 als Top-Down-Kühler ausgeführt wurde, kamen der CNPS7700Cu und der NorthQ 3312 Giant UFO in Fächerschalen-Bauweise daher.

Äußerlich glich der Kühler des Herstellers NorthQ dabei dem CNPS7700Cu auf den ersten Blick wie ein Ei dem anderen, im Detail offenbarten sich aber einige Unterschiede. So war er der einzige der drei Kühler, der auch auf AMDs Sockel A Platz fand. Zudem konnte der 3312 Giant UFO durch seinen niedrigen Preis von 43 Euro bestechen. Mit einem Gewicht von 785 Gramm platzierte er sich deutlich über dem aufgrund des verwendeten Aluminiums leichteren XP-120 mit 370 Gramm und ein wenig unter dem CNPS7700Cu mit 920 Gramm. Mit einem Preis von knapp 60 Euro war der XP-120 mit gut 11 Euro Abstand zum Konkurrenten von Zalman der teuerste Kühler.

Aluminium obsiegt

In den Tests offenbarte sich, dass Thermalright nicht nur den höchsten Preis ausrief, sondern das Aluminium-Kühlkonzept des XP-120 auch aufging und er die höchste Leistung ablieferte. Der Vorsprung auf die beiden Konkurrenten betrug aber sowohl im Idle als auch unter Last nur wenige Grad Celsius. Da der XP-120 dem Kunden die Wahl des Lüfters überließ, konnten die Kühlleistung als auch die Lautstärke quasi beliebig angepasst werden. Beeindruckend im Test war, dass obwohl der Kühler die beste Leistung ablieferte, er auch gleichzeitig der mit Abstand leiseste war. Etwa 3 dB(A) leiser agierte der XP-120 mit einem SX2 Blue von Noiseblocker gegenüber den beiden Fächerschalen-Kühlern.

Unterm Strich konnten alle drei 120-mm-Kühler eine hervorragende Leistung abliefern. Gegenüber den kleineren Modellen mit 80- oder 92-mm-Lüfter war die Leistung nicht nur deutlich höher, die Lautstärke sank zugleich. Da im Jahr 2005 Netzteile oft oben im Gehäuse montiert wurden, konnte es aber laut zahlreichen Nutzerberichten beim XP-120 zu Kompatibilitätsproblemen in vielen Midi-Towern kommen. Die beiden ausladenden Fächerschalen-Kühler konnten hingegen leicht mit sockelnahen Bauteilen kollidieren, was insbesondere die fehlende Kompatibilität zu AMDs knapp bemessenem Sockel A erklärte. Am Ende des Tests ließ sich somit festhalten, dass solange Nutzer vorher überprüft hatten, ob einer der 120-mm-Boliden in ihr System passte, alle drei getesteten Kühler eine gute Wahl waren. Aufgrund des niedrigen Preises war vor allem der NorthQ 3312 Giant UFO eine interessante Wahl.

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