Epic Games Store: Umsätze, User und weitere Exklusiv- und Gratisspiele

Michael Günsch 157 Kommentare
Epic Games Store: Umsätze, User und weitere Exklusiv- und Gratisspiele
Bild: Epic Games

Für viele ist der Epic Games Store vor allem eine Anlaufstelle zum regelmäßigen Abholen von Gratisspielen, für andere nur ein Launcher für Fortnite. Doch dass ganz nebenbei auch wirklich Spiele verkauft werden, untermauert Epic Games mit Statistiken gut ein Jahr nach dem Start im Dezember 2018.

Eine Viertelmilliarde US-Dollar Umsatz ohne Fortnite

Laut der als Infografik aufbereiteten Statistik haben Spieler mittlerweile rund 251 Millionen US-Dollar für PC-Spiele von Drittanbietern ausgegeben, also für Titel, die nicht von Epic Games stammen. Als besonders populäre Spiele werden World War Z, Satisfactory, Dauntless, Untitled Goose Game, The Outer Worlds, Borderlands 3, Metro Exodus, The Division 2 und Control angeführt, was nicht verwundert, handelt es sich doch überwiegend um Spiele, die exklusiv bei Epic Games erschienen sind.

Für das erste Jahr erscheint ein Umsatz von einer Viertelmilliarde US-Dollar hoch, obgleich die Einnahmen mit eigenen Titeln, allen voran dem Battle-Royale-Erfolg und „Mikrotransaktionengenerator“ Fortnite, noch weitaus höher waren. Denn insgesamt sollen Spieler im Epic Games Store bisher 680 Millionen US-Dollar ausgegeben haben. Allerdings befinden sich die Umsätze mit Fortnite bekanntlich auf absteigendem Ast.

Dass Epic Games mit dem Verkauf von Spielen anderer Entwickler bereits viel Geld verdient, ist wiederum fraglich. Denn bei einer geringen Umsatzbeteiligung von nur 12 Prozent blieben von den 251 Millionen US-Dollar nur rund 30 Millionen US-Dollar für Epic Games übrig. Davon sind weitere Kosten für die Exklusivdeals und das Marketing abzuziehen.

73 Spiele wurden verschenkt

Doch nicht nur mit harten Bandagen gegenüber der Konkurrenz in Form von Exklusivspielen, die Entwicklern durch eine deutlich höhere Umsatzbeteiligung als etwa bei Steam sowie zusätzliche Zahlungen schmackhaft gemacht wurden, sondern auch durch kostspieliges Marketing hat Epic Games für Wirbel gesorgt. Ganze 73 Spiele im Wert von insgesamt 1.455 US-Dollar, basierend auf dem Normalpreis im US-Handel, hat Epic Games verschenkt und damit für jede Menge Aufmerksamkeit und Sympathie unter Spielern gesorgt. Mehr als 200 Millionen Gratisspiele sollen insgesamt abgerufen worden sein.

2020 gibt es weiter Gratisspiele im Wochentakt

Auch in diesem Jahr will Epic Games weiterhin Gratisspiele im Wochentakt anbieten, wie das Unternehmen jetzt angekündigt hat. Ebenso wird es neue Exklusivtitel geben, von denen Magic The Gathering, Predator Hunting Grounds, Auto Chess, Rogue Company und Godfall bereits bekannt gegeben wurden.

Epic Games wirbt mit 108 Millionen Kunden

Wie viele der angeblich 108 Millionen „Epic Games Store PC Customers“ allein auf Fortnite zurückzuführen sind, bleibt wiederum unklar. Steam soll im Januar des letzten Jahres auf rund 90 Millionen monatlich aktive User gekommen sein. Mit Geschäftszahlen gibt sich Valve bedeckt, doch laut einer Statistik sollen im Jahr 2017 mit auf Steam verkauften Spielen rund 4,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt worden sein, um die Umsätze von Epic Games in grobe Relation zu setzen.

Erfolg nicht ohne Kritik

Die durchaus aggressive Strategie von Epic Games, um sich neben dem Platzhirsch Steam zu etablieren, führte auch zu kritischen Stimmen. Bei zahlreichen Spielern stießen insbesondere die Exklusivspiele negativ auf, da der Wunschtitel plötzlich nicht mehr auf der gewohnten Plattform erschien. Doch auch Spionagevorwürfe trugen ihren Teil zum Unmut bei: Epic Games wurde dabei unter anderem vorgeworfen, über den eigenen Launcher heimlich Daten zu sammeln und über den Anteilseigner Tencent an die chinesische Regierung weiterzuleiten. Der CEO von Epic Games, Tim Sweeny, wies die Vorwürfe vehement zurück, für die es zudem keinen handfesten Beleg gab.

Handfester waren wiederum Äußerungen von Mitarbeitern, die über eine sehr hohe Arbeitsbelastung bei der Entwicklung von Fortnite geklagt hatten. Doch auch das Beispiel BioWare hat gezeigt, dass dies in der Branche keine Seltenheit mehr ist.