Radeon RX 5600 XT im Test: Die Taktraten sowie Benchmarks in Full HD und WQHD

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Wolfgang Andermahr 644 Kommentare

ComputerBase hat im Dezember 2019 das Testverfahren für Grafikkarten umgestellt. Es werden neue Spiele sowie andere Treiber verwendet und auch noch einige weitere Kleinigkeiten haben sich verändert. Es ist geplant, einen umfangreichen Benchmark-&-Methodik-Artikel zu veröffentlichen, damit jeder Leser sowohl die einzelnen Benchmarks als auch das Testverfahren genau nachvollziehen können. Allerdings ist dieser schlicht noch nicht fertig und wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

An der eingesetzten Hardware hat sich fast nichts geändert. Es kommt immer noch ein mit Intels Vorgaben laufender Core i9-9900K zum Einsatz, der mit einem 32 GB großen DDR-3200-Speicher zusammenarbeitet. Auch beim Gehäuse, dessen Lüfterbestückung und an den restlichen Kernelementen des Testsystems und den Testverfahren hat sich nichts geändert. Windows 10 wurde dagegen in der Version 1909 neu installiert und die Grafikkarten-Treiber sind mit dem Adrenalin 19.12.2 beziehungsweise dem GeForce 441.41 ebenfalls deutlich aktueller. Für die Radeon RX 5600 XT wurde ein angepasster Adrenalin 20.1.1 genutzt.

Alle nachfolgenden Betrachtungen und Benchmarks wurden mit dem finalen BIOS durchgeführt. Weitere Details zu den per BIOS angestoßenen Änderungen und ein Blick hinter die Kulissen liefert hingegen der Abschnitt Mehr Takt per neuem BIOS in letzter Minute.

Die tatsächlichen Taktraten unter Last

Auch wenn das erste BIOS der Sapphire Radeon RX 5600 XT Pulse maximal 160 Watt und das zweite BIOS nur 135 Watt erlaubt, taktet die Navi-10-GPU in Spielen meistens sehr ähnlich. Das liegt daran, dass die Grafikkarte auch mit dem zweiten BIOS eigentlich nur selten ins Powerlimit läuft, die GPU benötigt in Spielen so gut wie nie mehr als 120 bis 130 Watt.

Durch den Verbrauch gebremst wird die GPU im Test nur in Grid sowie Metro Exodus. In Grid arbeitet die Grafikkarte dann mit 1.625 bis 1.669 MHz, während mit dem ersten BIOS 1.689 bis 1.721 MHz anliegen. In Metro Exodus lässt die Limitierung des zweiten BIOS den Takt auf 1.637 bis 1.675 MHz reduzieren, während das schnellere BIOS 1.685 bis 1.720 MHz ermöglicht. Arbeitet die Radeon RX 5600 XT Pulse mit rund 1.700 MHz, lässt sich sagen, dass die GPU ohne Limit takten kann. Stellenweise zeigt die Grafikkarte unabhängig vom BIOS auch bis zu 1.750 MHz an, was aber nur bei niedrigen Temperaturen und geringer Last geschieht.

Die RX 5600 XT Pulse taktet höher als die RX 5700 von AMD

Im Quervergleich mit der Radeon RX 5700 im Referenzdesign zeigt sich: Die Radeon RX 5600 XT Pulse von Sapphire taktet im Schnitt rund 50 MHz höher. Von einem generellen GPU-Taktnachteil kann mit finalem BIOS keine Rede mehr sein. Gegenüber der Radeon RX 5700 Pulse liegt der Takt der kleineren Pulse hingegen circa 150 MHz niedriger.

Die tatsächlichen Taktraten im Phanteks Enthoo Evolv X
Spiel (1.920 × 1.080) Sapphire RX 5600 Pulse
BIOS #1
Sapphire RX 5600 Pulse
BIOS #2
Maximaler Takt ~ 1.750 MHz ~ 1.750 MHz
A Plague Tale: Innocence 1.717–1.736 MHz 1.708–1.723 MHz
Anno 1800 1.703–1.734 MHz 1.702–1.724 MHz
Battlefield V 1.727–1.735 MHz 1.694–1.716 MHz
Borderlands 3 1.698–1.724 MHz 1.690–1.728 MHz
CoD: Modern Warfare 1.687–1.723 MHz 1.690–1.712 MHz
Control 1.715–1.735 MHz 1.692–1.724 MHz
F1 2019 1.682–1.710 MHz 1.673–1.703 MHz
Gears 5 1.684–1.732 MHz 1.668–1.710 MHz
Ghost Recon Breakpoint 1.703–1.744 MHz 1.710–1.734 MHz
Grid 1.689–1.721 MHz 1.625–1.669 MHz [PT]
Metro Exodus 1.685–1.720 MHz 1.637–1.675 MHz [PT]
Planet Zoo 1.731–1.737 MHz 1.726–1.736 MHz
Red Dead Redemption 2 1.701–1.737 MHz 1.691–1.731 MHz
Shadow of the Tomb Raider 1.699–1.741 MHz 1.689–1.724 MHz
SW Jedi: Fallen Order 1.717–1.735 MHz 1.711–1.734 MHz
The Division 2 1.697–1.736 MHz 1.687–1.724 MHz
[P] = Power-Target limitiert, [T] = Temperature-Target limitiert

Der höhere Speichertakt kostet mehr Strom

Das primäre BIOS erlaubt eine GPU-Power von maximal 160 Watt. Die GPU selbst benötigt diese aber nicht, wie das zweite BIOS zeigt. Dennoch steigen die ausgelesenen Verbrauchswerte der GPU in Spielen auf bis zu 155 Watt an.

Wer die Radeon RX 5600 XT Pulse übertakten oder garantiert in jedem Spiel den vollen Takt anliegen haben möchte, kann bei beiden BIOS-Versionen die maximal erlaubte GPU-Power um je 20 Prozent anheben.

Benchmarks in 1.920 × 1.080

Arbeitet die Radeon RX 5600 XT nach AMDs neuen alten Referenzvorgaben, schafft es die neue Grafikkarte in 1.920 × 1.080 nicht ganz an eine GeForce RTX 2060 heran: Der Konkurrent liefert noch 4 Prozent mehr FPS. Werden dagegen die Frametimes miteinander vergleichen, gibt es einen Gleichstand. Die Radeon RX 5600 XT ist 42 Prozent schneller als die Radeon RX 5500 XT (Test) und liegt 12 Prozent hinter der Radeon RX 5700 (Test) zurück. Im Vergleich zur letzten AMD-Generation ist die Radeon RX 5600 XT 7 Prozent schneller als die Radeon RX Vega 56 und 5 Prozent langsamer als die Radeon RX Vega 64.

Sapphire hat die Radeon RX 5600 XT Pulse ordentlich übertaktet, was die Geschwindigkeit der Grafikkarte um 7 Prozent erhöht. Damit wird die GeForce RTX 2060 in Sachen Framerate um 3 Prozent geschlagen, bei den Frametimes sind es 6 Prozent. Der Rückstand zur Radeon RX 5700 beträgt nur noch 6 Prozent, während die alte Radeon RX Vega 64 um 2 Prozent geschlagen wird. Mit dem alternativen BIOS legt die Radeon RX 5600 XT nur um 2 Prozent zu, was den Rückstand zur GeForce RTX 2060 halbiert.

In den einzelnen Spielen lässt sich auch in diesem Fall erkennen, dass jeder Titel andere Anforderungen an eine Grafikkarte stellt. So benötigt zum Beispiel Borderlands 3 offenbar ziemlich viel Speicherbandbreite, denn die Radeon RX 5600 XT liegt um 19 Prozent hinter der Radeon RX 5700 zurück, während das neue Performance-BIOS mit dem schnelleren Speicher ein gutes Plus von 9 Prozent bringt. Ganz anders dagegen verhält sich Call of Duty: Modern Warfare, das mehr auf Rechenleistung statt Bandbreite steht. Dort beträgt der Rückstand der neuen Grafikkarte zur Radeon RX 5700 nur 7 Prozent und das Performance-BIOS bringt auch „nur“ ein Plus von 6 Prozent.

Darüber hinaus zeigen sich in Ghost Recon Breakpoint Speicherprobleme; der RAM geht der Radeon RX 5600 XT mit 6 GB hier aus. Die Radeon RX 5700 mit 8 GB erreicht in diesem Titel 49 Prozent bessere Frametimes als die Radeon RX 5600 XT mit 6 GB, auf der das Spiel spürbar stockt. Passend dazu gerät auch die GeForce RTX 2060 mit 6 GB in Probleme, deren Frametimes um 22 Prozent schlechter als bei der GeForce RTX 2060 Super mit 8 GB ausfallen. Damit zeigt sich, dass 6 GB auch in Full HD nicht durchweg ausreichend sind, wenn mit vollen Texturdetails gespielt werden soll.

Benchmarks in 2.560 × 1.440

In 2.560 × 1.440 muss sich die Radeon RX 5600 XT mit einem etwas größeren Abstand von 16 Prozent zur Radeon RX 5700 geschlagen geben, denn höhere Auflösungen erfordern traditionell mehr Speicherbandbreite. Darum bringt das neue Performance-BIOS mit einem Leistungsplus von 8 Prozent auch minimal mehr als unter Full HD.

In WQHD muss sich die Radeon RX 5600 XT um 3 statt um 4 Prozent der RTX 2060 geschlagen geben und rückt damit minimal näher an den Gegenspieler heran. Mit dem Performance-BIOS ist die Grafikkarte dem Konkurrenzprodukt von Nvidia dagegen 5 Prozent voraus.

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