Netzausbau: Telekom nimmt weitere 2.000 LTE-Standorte in Betrieb

Volker Rißka 79 Kommentare
Netzausbau: Telekom nimmt weitere 2.000 LTE-Standorte in Betrieb
Bild: Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom hat 1.650 bestehende Standorte mit LTE erweitert. Zusätzlich wurden 300 neue Masten für LTE gebaut, um weiße Flecken zu beseitigen. Je nach Standort fällt dies mehr oder weniger ausgeprägt aus, denn nach wie vor kämpft auch die Telekom mit dem vorgegebenen 98-Prozent-Ziel.

Fast 2.000 Standorte hat die Telekom in den letzten drei Monaten aufgerüstet respektive neu errichtet. Insgesamt mehr als 10.000 weitere sollen es in diesem Jahr werden, über 2.000 davon komplette Neubauten. Denn die Telekom ist zwar führend bei der LTE-Netzabdeckung, doch jedermann erreicht wird bis heute noch nicht. Das verbindliche Ziel bei der LTE-Abdeckung seitens der Bundesnetzagentur von 98 Prozent aller Haushalte wurde Ende 2019 nicht erreicht, laut Telekom-Angabe soll es im Rahmen der Ausbauphase bis Ende Januar aber erreicht worden sein.

Bundesnetzagentur misst Flächenabdeckung

Die Vorgaben der Bundesnetzagentur lauteten bisher: Ab dem 1. Januar 2020 müssen 98 Prozent der Haushalte bundesweit und 97 Prozent der Haushalte je Bundesland mit einer Mindestdatenrate von 50 Mbit/s pro Antennensektor versorgt sein. Hauptverkehrswege wie Autobahnen und Schienen müssen die Netzbetreiber vollständig abdecken.

Die Angaben der Netzbetreiber unterscheiden sich zum Teil deutlich von anderen Betrachtungen oder unabhängigen Messungen. Hinweise liefert etwa die Funkloch-Karte, die die Bundesnetzagentur anhand von Messdaten der Nutzer erstellt hat. Sie zeigt die weißen Flecken in der Flächennutzung, nicht das von den Herstellern favorisierte Modell der abgedeckten Haushalte.

Telekom nördlich von Berlin: Lila entspricht LTE, der Rest ist langsamer
Telekom nördlich von Berlin: Lila entspricht LTE, der Rest ist langsamer (Bild: Breitbandmessung)

Überraschend ist diese Entwicklung letztlich aber nicht. Die Telekom erklärte im letzten Herbst, sich beim LTE-Ausbau auf Städte zu konzentrieren. Denn auch dort gibt es noch massiven Nachholbedarf: Ende 2019 war bei einer Studie herausgekommen, dass nur fünf deutsche Städte vollständig mit LTE abgedeckt sind.

Und so waren auch in den vergangenen drei Monaten bevölkerungsreiche Gegenden das primäre Ziel der Telekom. In Bayern wurden 454 neue Standorten und Erweiterungen in Betrieb genommen, in Niedersachsen 388 und in Nordrhein-Westfalen 275, erklärte die Deutsche Telekom heute. Jeder neu aufgebaute Standort werde in der Lage sein, neben LTE in Zukunft auch 5G zur Verfügung zu stellen. Erneuerungen der Infrastruktur müssten grundsätzlich auch 5G-tauglich sein, um bei Bedarf per Software auf 5G zu wechseln. 5G will die Telekom bis Ende 2020 in 20 Städten deutschlandweit bieten.