Wolcen: Lords of Mayhem im Test: GPU- und CPU-Benchmarks sowie Frametimes

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Wolfgang Andermahr et al. 345 Kommentare

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind auf einem Intel Core i9-9900K durchgeführt worden, der mit den Standard-Einstellungen betrieben wird und auf insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (14-14-14-32) zugreifen kann. „Windows 10 November 2019 Update“ (1909) inklusive aller derzeit verfügbaren Patches ist installiert. Als Treiber wurden der Adrenalin 20.2.1 und der GeForce 442.19 genutzt. Beide Treiber haben keine offiziellen Optimierungen für Wolcen: Lords of Mayhem.

Testsequenz und Einstellungen

Die 25 Sekunden lange Testsequenz zeigt einen Lauf durch das Anfangsgebiet des Spiels. Zu sehen sind viele NPCs – sowohl freundliche als auch feindliche Geister, die den Spieler angreifen wollen. Darüber hinaus gibt es mehrere Grafikeffekte wie eine Partikelsimulation zu sehen. Die Testsequenz gehört zu den fordernsten Sequenzen im ersten Akt des Spiels.

In 1.920 × 1.080 sowie in 2.560 × 1.440 werden im Test die maximalen Grafikdetails und damit das Very-High-Preset genutzt. In 3.840 × 2.160 wird für eine bessere Performance auf die Einstellung Medium zurückgeschaltet. Getestet wurde die vom Entwickler freigegebene Vorschau ohne Day-One-Patch. Von der Redaktion zur Sicherheit durchgeführte Tests inklusive Day-One-Patch haben in den Messwerten allerdings keine Abweichungen gezeigt.

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Very-High-Preset
2.560 × 1.440 Very-High-Preset
3.840 × 2.160 Medium-Preset

Benchmarks in Full HD, WQHD und Ultra HD

Wolcen: Lords of Mayhem bevorzugt mit einer Ausnahme keine Grafikkarten beziehungsweise deren Architektur. Egal ob neu oder alt, ob Pascal, Turing, Vega oder RDNA, die Abstände zwischen den 3D-Beschleuniger sind in dem Hack'n'Slay ziemlich genau so groß wie im Durchschnitt über die AAA-Spiele im ComputerBase-GPU-Tesparcours.

Allerdings gibt es eine Ausnahme. Wolcen: Lords of Mayhem beziehungsweise die dort genutzte Cryengine giert nach Speicherbandbreite. Dieser Effekt lässt sich primär bei AMD, aber auch bei Nvidia beobachten. Denn die bei der Speicherbandbreite stark eingeschränkten Modelle zeigen in dem Spiel gegenüber den älteren Varianten mit mehr Speicherbandbreite plötzlich einen Leistungsnachteil.

Auf die Speicherbandbreite kommt es an

So ist die Radeon RX 5500 XT gewöhnlich acht Prozent schneller als die Radeon RX 580, in Wolcen: Lords of Mayhem reicht es aber nur für einen Gleichstand. Die Radeon RX 5600 XT ist in dem Spiel genau so schnell wie die Radeon RX Vega 56, im Schnitt über andere Titel aber sieben Prozent schneller. Dazu passend ist die Radeon VII mit ihrer massiven Speicherbandbreite von einem Terabyte pro Sekunde ist in Wolcen: Lords of Mayhem ungewöhnlich schnell unterwegs. In WQHD ist die Radeon VII im Spiele-Schnitt der GeForce RTX 2070 Super um sechs Prozent unterlegen, liegt in dem Hack'n'Slay aber dagegen um fünf Prozent vorne und kann sich auch von der Radeon RX 5700 XT deutlich mehr als sonst absetzen.

Denselben Effekt gibt es auch bei Nvidia zu sehen, betrifft merkwürdigerweise aber nur die GeForce RTX 2060. Diese muss sich in Wolcen: Lords of Mayhem der GeForce GTX 1080 um sieben Prozent geschlagen geben, gewöhnlich sind es nur zwei Prozent. Im Falle der GeForce GTX 1650 Super zeigt sich das Phänomen dagegen nicht, diese schlägt sich sowohl gegen die GeForce GTX 1060 als auch die GeForce GTX 1070 gut. Warum es das kleine Turing-Modell nicht betrifft, ist unklar.

Die Anforderungen sind nicht allzu hoch

Trotz der hübschen Grafik benötigt Wolcen: Lords of Mayhem keine allzu schnelle Grafikkarte. Die 60-FPS-Marke stemmen in 1.920 × 1.080 auch bei maximalen Grafikdetails bereits die Radeon RX 580 und die GeForce GTX 1650 Super – die GeForce GTX 1060 schafft das nicht ganz, läuft aber noch flüssig.

Für 2.560 × 1.440 muss es dann mindestens eine GeForce GTX 1080, Radeon RX Vega 64, GeForce GTX 2060 Super oder Radeon RX 5700 sein – dieses Mal scheitert die GeForce RTX 2060 kapp an den 60 Bilder in der Sekunde. Einzig für 3.840 × 2.160 bedarf es einmal mehr einer richtig schnellen Grafikkarte: 60 FPS erreicht nur die GeForce RTX 2080 Ti und auch das nur bei leicht reduzierten Details. Wenn es ab und zu mal ruckeln darf, ist auch eine Radeon RX 5700 XT oder GeForce RTX 2070 Super ausreichend.

Die Frametimes zeigen sich meist in guter Form

An sich hat Wolcen: Lords of Mayhem unabhängig von der Grafikkarte ziemlich gleichmäßige Frametimes. Allerdings zeigen sich in den Frameverlaufsdiagrammen sowohl bei der GeForce GTX 1080, GeForce RTX 2070 Super, Radeon RX Vega 64 und der Radeon RX 5700 XT zwei ziemlich große Spikes, die reproduzierbar immer wieder auftauchen.

Vergleicht man die Diagramme mit der Benchmarksequenz, zeigt sich schnell, dass die Ausreißer durch plötzlich auftauchende Grafikeffekte wie zum Beispiel einen explodierenden Feuerball entstehen, wenn auch nicht reproduzierbar immer beim gleichen Effekt.

Weder AMD, noch Nvidia dürften daran etwas ändern können, hier muss der Entwickler tätig werden. Positiv anzumerken gilt es, dass die Haker aufgrund der Kameraperspektive und der Spielart zwar durchaus leicht zu spüren sind, den Spielfluss aber nicht stören. Dennoch sollten die Entwickler in diesem Punkt schnellstmöglich tätig werden.

Wenn das Gebiet erst einmal von Gegnern gesäubert ist, verlaufen die Frametimes auf allen vier Grafikkarten mehr oder weniger wie ein Strich.

CPU-Benchmarks zeigen: Es gibt Unterschiede, aber keine wichtigen

Die schnellste CPU für Wolcen: Lords of Mayhem ist der Core i9-9900K. Auf den Plätzen zwei und drei liegen dagegen CPUs von AMD. Der Ryzen 9 3900X muss sich Intels Consumer-Flaggschiff um sieben Prozent bei den FPS und um sechs Prozent bei den Frametimes geschlagen geben. Der Ryzen 5 3600 kommt dann auf den dritten Platz und liegt nur vier respektive zwei Prozent hinter dem großen Bruder. Mit mehr als sechs CPU-Kernen beziehungsweise zwölf Threads kann das Spiel also nichts anfangen.

Der Core i7-8700K kommt nicht ganz an die Leistung des Ryzen 5 3600 heran, liegt aber fünf und respektive Prozent vor dem Ryzen 5 2600X. Damit ist die aktuelle Zen-Generation dem Vorgänger bei gleicher Kernzahl um neun bis elf Prozent überlegen. Der Ryzen 5 1600X liegt 13 respektive 10 Prozent hinter dem Ryzen 5 2600X zurück, der damit zwar fünf Prozent weniger Bilder in der Sekunde als der Intel Core i7-7700K, aber dafür neun Prozent bessere Frametimes hat. Damit fällt der Core i7-7700K bei den Frametimes erstaunlich weiter hinter dem Core i7-8700K zurück. Vier Kerne sind in dem Spiel offenbar auch mit Hyper Threading nicht genug für die volle Leistung. Der Core i3-8100 liegt dann nochmal 16 respektive 21 Prozent hinter dem größeren Bruder zurück.-

CPU-Tests auf einer RTX 2080 Ti FE – 1.920 × 1.080
  • FPS, Durchschnitt:
    • Intel Core i9-9900K (8K/16T)
      171,5
    • AMD Ryzen 9 3900X (12K/24T)
      159,9
    • AMD Ryzen 5 3600 (6K/12T)
      154,2
    • Intel Core i7-8700K (6K/12T)
      149,1
    • AMD Ryzen 5 2600X (6K/12T)
      141,5
    • Intel Core i7-7700K (4K/8T)
      128,9
    • AMD Ryzen 5 1600X (6K/12T)
      122,8
    • Intel Core i3-8100 (4K/4T)
      108,3
  • 99,8th Percentile (Frametimes in FPS):
    • Intel Core i9-9900K (8K/16T)
      116,3
    • AMD Ryzen 9 3900X (12K/24T)
      108,9
    • AMD Ryzen 5 3600 (6K/12T)
      106,6
    • Intel Core i7-8700K (6K/12T)
      105,9
    • AMD Ryzen 5 2600X (6K/12T)
      95,8
    • AMD Ryzen 5 1600X (6K/12T)
      85,9
    • Intel Core i7-7700K (4K/8T)
      79,0
    • Intel Core i3-8100 (4K/4T)
      62,1

Die CPU spielt trotzdem keine Rolle

Für ein flüssiges Spielen in Wolcen: Lords of Mayhem reicht aber trotzdem selbst der Core i3-8100 noch aus, der die 60-FPS-Marke halten kann. Höhere Frameraten sind dann primär noch bei Monitoren mit einer höheren Bildwiederholfrequenz von Vorteil.

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