Doom Eternal im Test: Spielkritik und das Fazit

 3/3
Wolfgang Andermahr et al. 411 Kommentare

Wie gut ist Doom Eternal?

Einfach ständig die Sau rauslassen, das war die Formel, mit der das Reboot von Doom (Test) 2016 einen Shooter-Klassiker revitalisierte. Dessen Nachfolger Eternal setzt genau das fort, nur überall mit einer Schippe Extra. Obwohl sich das zweite neue Doom damit als Highlight des Spielejahres in Position bringt, erscheint dieses „Mehr“ nicht allen Testern in jedem Bereich angebracht.

Doom Eternal is a celebration of excess. Excess in sin, in violence, scale, speed, and volume. I've never played a shooter this intense and demanding.

PC Gamer

Zunächst einmal strahlen die Kernkompetenzen der Reihe heller als je zuvor. Gelobt wird in Tests die Qualität der weit abwechslungsreicheren Umgebungen, sowohl hinsichtlich ihrer spielerischen Möglichkeiten als auch ihrer Eindrücklichkeit. Sie schaffen eine Basis für Kämpfe, die für PC Games N sogar diejenigen des schnellen und schon atemlosen Vorgängers langsam erscheinen lassen. Dafür sind zwei Gründe verantwortlich. Erstens wurde das Bewegungsrepertoire und damit die Geschwindigkeit des Doom Marine ausgebaut, zweitens die Dynamik des Ballerns durch mehr Variablen modifiziert.

Denn Bethesda, bemerkt PC Games, platziere nun weniger Pick-Ups in den Leveln selbst. Munition, Rüstung und Lebenspunkte spenden vor allem Gegner, wenn sie mit dem neuen Flammenwerfer, der Kettensäge oder per Glory-Kill-Verstümmelung zerlegt werden. Es entstehe deshalb, schreiben Tester einstimmig, eine strategische Dimension, die Kämpfe zu einer Reihe spannender Entscheidungen mache, die von Sekunde zu Sekunde anstehen. Sie zwingen zur ständigen Veränderung des Spielstils, ergänzt IGN. Einfach nur ballern, das funktioniere nun längst nicht mehr.

Beim klugen Dezimieren von Dämonen helfen zudem visuelle Indikatoren, etwa abgesprengte Rüstungen, und kritische Trefferzonen, aber auch ein komplexeres Upgrade-System für Waffen und Perks, mit denen sich unterschiedliche Herangehensweisen realisieren lassen. Es braucht eine Weile, um das Konzept zu verinnerlichen, saugt dann aber in das Spiel und schafft ein Gefühl ungeheurer Befriedigung, schreibt exemplarisch PC Gamer. Ähnliche Urteile fällen andere Seiten.

Doomguy is basically Mario with guns and ‘roid rage now.

PCGames N

Nicht so einhellig positiv werden andere Ergänzungen beschrieben. Plattforming-Sequenzen und Geheimnisse etwa halten nicht für jeden Tester die hohe Qualität des übrigen Spiels, auch wenn sie für nötige Ruhepausen zwischen ansonsten erschöfpender Non-Stop-Action sorgen. Auch die Story wird zwar ausgebaut, aber nicht als unbedingt gelungene Ergänzung betrachtet. Vieles werde nur in Form von Textlogs präsentiert, heißt es kritisch, und nehme sich viel ernster als die Geschichte des Reboots, wo der Doom Marine in Lautsprecher schlug, über die Figuren ihren Story-Sermon an den Mann bringen wollten; quasi nirgendwo wird ihr größere Aufmerksamkeit geschenkt.

In der Mehrheit wird das als Kleinigkeit empfunden. Lediglich für Eurogamer zerfällt das Spiel abseits seiner Kernkompetenz und wird zunehmend vorhersehbar in seinem Aufbau, weil es die Aufmerksamkeit zu sehr vom Wesentlichen und subtilerer Vielseitigkeit nehme, die das allererste Doom bis heute auszeichne.

Die 15 bis 25 Stunden, die abhängig vom Schwierigkeitsgrad und der Suche nach Geheimnissen mit der Kampagne vergehen, werden trotzdem mit einer Menge begeisterten Worte als extrem unterhaltsam beschrieben. PC Games ernennt Doom Eternal gar zu einem der besten Spiele des Jahres, 4Players spricht vom „vielleicht besten Shooter dieser Generation“. Warum das so ist, bringt Rock, Paper, Shotgun auf den Punkt: „Doom Eternal ist so ziemlich wie das letzte Spiel, nur besser“. Damit avanciert es zwangsweise zum Favoriten für Freunde des Genres.

Wertungsüberblick für Doom Eternal
Publikation Wertung
4Players 91/100
Eurogamer -
GameSpot 8/10
GameStar 88/100
IGN 9/10
PC Gamer 94/100
PC Games 9/10
PC Games N 9/10
Rock, Paper, Shotgun Empfehlung
US Gamer 4/5
Metacritic (PC) Presse: 90/100
Nutzer: -/10 (- Wertungen)

Fazit

Am Samstag wird die Redaktion weitere Grafikkarten nachtesten und auch Benchmarks mit Prozessoren durchführen.

Doom Eternal ist nicht nur ein sehr gutes Spiel geworden, auch die Technik der PC-Version ist absolut gelungen. Die Grafikqualität setzt zwar keine neuen Maßstäbe, das Spiel sieht dennoch vor allem mit dem gänzlich eigenen Art-Design sehr gut aus. Maßstäbe setzt wieder einmal die Performance, die in Anbetracht der Grafik fast schon sensationell hoch ist. So reicht selbst eine alte Mittelklasse-Grafikkarte wie die Radeon RX 580 für 60 FPS in WQHD aus – das hat es schon ewig nicht mehr gegeben.

Die Grafikkarten-Benchmarks zeigen, dass die neuen GPU-Architekturen Turing und RDNA deutlich schneller als die Vorgänger Pascal und GCN arbeiten. Vor allem die GeForce-GTX-1000-Generation fällt einmal mehr stark hinter dem Nachfolger und hat auch gegenüber alter GCN-Generation das Nachsehen. Letztere muss sich auch der aktuellen Navi-Generation mit RDNA geschlagen geben, doch sind die Unterschiede nicht ganz so groß.

Doom Eternal im Technik-Test

Auch die Kleinigkeiten stimmen in Doom Eternal

Doch nicht nur die Performance und die Qualität an sich stechen bei der PC-Version hervor. Auch in anderen Dingen zeigt die id-Tech-7-Engine der Konkurrenz, wie man es machen sollte. So ist nach dem Ändern aller Grafikoptionen kein Neustart nötig und die Ladezeiten sind sehr gering. Ja, die Levels sind nicht riesig, aber andere Spiele hält das auch nicht von langen Ladezeiten ab.

ComputerBase hat Doom Eternal vom Publisher Bethesda zum Testen erhalten. Das Spiel wurde unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühstmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. ComputerBase hat allerdings auf den Day-1-Patch und finale Treiber gewartet, den Termin deshalb nicht erfüllt. Eine Einflussnahme des Entwicklers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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