Logitech Ergo K860 im Test: Bequemes Werkzeug für Schreiber

Max Doll 62 Kommentare
Logitech Ergo K860 im Test: Bequemes Werkzeug für Schreiber

tl;dr: Ergonomisch geformte Tastaturen sehen komisch aus, lassen sich aber – dem exzentrisch anmutenden Auftritt zum Trotz – in der Regel entspannter nutzen. Auch bei der K860 von Logitech trifft dies zu, wenngleich nicht überall. In jedem Szenario empfiehlt sich die Tastatur nicht, sie ist ein Schreibgerät.

Liegt das Augenmerk beim Design einer Tastatur auf der Ergonomie, sieht das Ergebnis immer ein wenig schräg aus. Komfort wird beim Schreiben durch eine möglichst natürliche Haltung der Hände zu erreichen versucht, die Ermüdungen vorbeugen soll. Die dazu nötigen Maßnahmen sind immer ähnlich: Das Tastenfeld wird in der Mitte nach außen gewölbt und in zwei schräg gestellte Hälften geteilt. Hände müssen deshalb nicht oder nur wenig gedreht werden, während die Arme in einer natürlicheren V-Stellung bleiben können.

Dieses Grundkonzept augmentiert die K860 mit flachen Tasten im Notebook-Stil, einer großen Handballenauflage und zahlreichen Verknüpfungen zu Windows- und Medienfunktionen. Sie sollen ebenso wie die kabellos und verschlüsselt per 2,4-GHz-Funk oder Bluetooth realisierte Datenübertragung die Arbeit im Alltag zusätzlich erleichtern. Das müssen sie auch, denn mit rund 120 Euro Kaufpreis gehört die Tastatur zu den teuersten ihrer Art.

Logitech Ergo K860
Größe (L × B × H): 45,6 × 23,2 × 4,8 (7,1) cm
Handballenauflage
Layout: 105 ISO (erweitert), ergonomisches Design
Gewicht: 1.160 g
Kabel: Funk (10,00 m)
Hub-Funktion:
Key-Rollover: 2-KRO
Schalter: Scissor
Tasten: Form: spherisch konkav
Material: ABS-Kunststoff
Beschriftung: pad printed
flache Tasten, Chiclet-Tasten
Zusatztasten: 4 × Extra
Medienfunktionen: Stumm, Lautstärke, Abspielen/Pause, Vor/Zurück
Zusatzfunktionen: Programmverknüpfungen, System-Funktionen
Beleuchtung:
Makros & Programmierung: teilweise, softwarelos programmierbar
Preis: ab 104 €

Taster und Technik

Eingaben erzeugen Taster, die Logitech „PerfectStroke“ nennt und bereits in anderen Tastaturen, darunter diejenigen der Illuminated-Serie, verbaut. Hinter dem hochtrabenden Namen stecken Scissor-Taster, also gewöhnliche Rubberdome-Technik, bei der die Tastenkappen mit Scherenstabilisatoren verfeinert werden. Nichts anderes wird in den meisten Laptops verbaut. Durch die zusätzliche Stabilisierung haben Tastenkappen keinerlei Spiel mehr. Außerdem bleibt das Feedback auch dann gleichmäßig, wenn Tasten am Rand betätigt werden.

Auch der Hubweg von rund zwei Millimetern entspricht der üblichen Laptop-Spezifikation und sorgt mit flachen Tastenkappen durch die Reduktion von Schallkörpern sowohl für ein sehr niedriges Betriebsgeräusch als auch durch die flache Bauweise für eine bequeme und schnelle Bedienbarkeit. Halten sollen die Taster laut Hersteller rund zehn Millionen Anschläge.

Logitech Ergo K860

Etwas untypischere Wege geht Logitech erst mit der Form der Tastenkappen auf den Zifferntasten. Sie sind nicht konvex, sondern sinken von allen Seiten zur Mitte ab. Diese Form hilft tatsächlich dabei, die Mitte der Oberfläche zu treffen. Den anderen Weg gehen nur Tasten der ersten und letzten Reihe; sie sind nach außen gewölbt, da die Vorgabe einer zentrierten Betätigung aufgrund der größeren Oberfläche und unterschiedlichen Handgrößen keinen Sinn ergibt. Darüber hinaus dient die abweichende Oberseite im Falle der F- und Zusatztasten der haptischen Orientierung. Ein einfaches Pad-Printing-Verfahren erzeugt in allen Fällen die Beschriftung; im Wesentlichen besteht sie aus Aufklebern, was allerdings noch kein Urteil über die Haltbarkeit erlaubt.

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