Vom Markt genommen: Amazon überarbeitet Free-to-Play-Shooter Crucible

Max Doll 54 Kommentare
Vom Markt genommen: Amazon überarbeitet Free-to-Play-Shooter Crucible
Bild: Amazon Games

Nicht einmal sechs Wochen nach seinem Erscheinen ist Amazons erstes Spiel schon wieder vom Markt verschwunden und „entöffentlicht“ worden. Der Free-to-Play-Shooter Crucible kehrt mit sofortiger Wirkung ans Zeichenbrett in Form einer geschlossenen Beta-Phase zurück und wird überarbeitet.

Das Scheitern des Spiels dokumentieren Nutzerwertungen auf Steam, die nur zu 43 Prozent positiv ausfallen, aber auch ein Metascore von 56/100 Punkten (Presse) sowie 4,3/10 Punkten (Spieler) auf Metacritic. Eine solche Wertung muss nicht zwangsläufig ein ökonomisches Todesurteil sein, ist es in diesem Fall aber: Von anfänglich rund 8.500 gleichzeitigen Spielern sind laut Steam Charts nach sechs Wochen noch maximal 180 übrig. Der Abfall der Spielerzahlen war zudem dramatisch, denn der Durchschnittswert für die letzten 30 Tage liegt bei 354 Spielern. Crucible ist es also nicht gelungen, Spieler länger als ein paar Stunden zu binden.

Steam Charts dokumentiert den Misserfolg
Steam Charts dokumentiert den Misserfolg (Bild: Steam Charts)

Spiel verbessern

In den kommenden Monaten wollen die Entwickler einerseits weiter an Features der offiziellen Roadmap arbeiten, anderseits auf Basis des bisherigen Feedbacks Verbesserungen vornehmen. Dass sich das lohnt, zeigen Bewertungen, die der Grundidee sowie der bisherigen Umsetzung zumindest Potential bescheinigen.

Praktisch ändert sich durch den Wechsel zum Status einer geschlossenen Beta kaum etwas. Bisherige Spieler erhalten automatisch Zugang und können wie gewohnt weiterspielen, da der Betrieb bis hin zum Ingame-Shop in vollem Umfang aufrecht erhalten wird. An der geschlossenen Beta können bisherige Spieler teilnehmen. Wer darüber hinaus noch Interesse an Crucible hat, soll sich zu einem späteren Zeitpunkt für einen Zugang bewerben können.

Dass langer Atem Erfolg bringen kann, haben im Live-Service-Segment bereits Destiny und Rainbow Six: Siege erwiesen. Beide wurden nicht als runde, fertige Produkte veröffentlicht, sondern erst nach Öffnung für Spieler dazu gemacht. Beide konnten allerdings auf einzigartige Merkmale verweisen, die für ein Grundinteresse gesorgt haben. Crucible wirkt hingegen wie ein Mix aus allzu bekannten Ideen, was dem Shooter erst recht in seiner halbherzigen Ausführung wenig Argumente an die Hand gibt, um Spieler von anderen Titeln abzuwerben.