XPS 13 (9300) im Test: Dell nähert sich dem perfekten Gesamtpaket

Nicolas La Rocco 161 Kommentare
XPS 13 (9300) im Test: Dell nähert sich dem perfekten Gesamtpaket

tl;dr: Das XPS 13 erhält mit dem 9300 die größte Überarbeitung seit dem 9370 vor zwei Jahren. In einem kleineren Gehäuse findet Dell Platz für ein größeres Display im 16:10-Format. Die Eingabegeräte des XPS 13 sind hervorragend und an der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Dell liefert ein nahezu perfektes Gesamtpaket ab.

Das Dell XPS 13 der neuen Generation 9300 verfügt über die größten Veränderungen seit der Umstellung auf das dünnere USB-Typ-C-Gehäuse vor zwei Jahren mit dem 9370. In einem nochmals bei Breite und Tiefe reduzierten Chassis findet erstmals ein größeres 16:10-Display Platz, das der Hersteller dieses Jahr im gesamten XPS-Sortiment anbietet.

Konfigurationen in Dells Onlineshop

Im Onlineshop von Dell stehen neun Varianten des Notebooks zur Auswahl, davon acht mit Windows 10 Home und eine mit Ubuntu Linux 18.04. Die Preisspanne reicht von rund 1.460 Euro, wie für das Testgerät, bis hoch zu 2.240 Euro für das XPS 13 mit Core i7, 32 GB RAM und 2-TB-SSD – aber ohne UHD+. Bei Online-Händlern ist diese Konfiguration für rund 2.400 Euro zu finden. Im Online-Handel gibt es allgemein eine größere Auswahl, etwa 16 GB RAM mit 512-GB-SSD und deutlich mehr Linux-Modelle.

Die Konfigurationen des XPS 13 (9300) in Dells Onlineshop
1* 2 3 4 5 6 7 8 9
CPU Intel Core i5-1035G1 Intel Core i7-1065G7
GPU Intel UHD Graphics Intel Iris Plus Graphics
RAM 8 GB LPDDR4X-3733 16 GB LPDDR4X-3733 8 GB LPDDR4X-3733 16 GB LPDDR4X-3733 32 GB LPDDR4X-3733 16 GB LPDDR4X-3733
SSD 512 GB 1 TB 512 GB 1 TB 2 TB 1 TB
Display 13,4 Zoll, 1.920 × 1.200 Pixel (16:10), matt, ohne Touch, 500 nits 13,4 Zoll, 3.840 × 2.400 Pixel (16:10), Touch, 500 nits 13,4 Zoll, 1.920 × 1.200 Pixel (16:10), matt, ohne Touch, 500 nits 13,4 Zoll, 3.840 × 2.400 Pixel (16:10), Touch, 500 nits 13,4 Zoll, 1.920 × 1.200 Pixel (16:10), matt, ohne Touch, 500 nits 13,4 Zoll, 3.840 × 2.400 Pixel (16:10), Touch, 500 nits 13,4 Zoll, 1.920 × 1.200 Pixel (16:10), matt, ohne Touch, 500 nits
Akku 52 Wh, 4 Zellen
Anschlüsse 2 × Thunderbolt 3, 1 × 3,5 mm Klinke, 1 × microSD
Konnektivität Killer AX1650, Wi-Fi 6, 2×2 MIMO, Bluetooth 5.1
Webcam 720p-HD-Auflösung, oberhalb des Displays
Abmessungen (B × T × H) 296 × 199 × bis zu 14,8 mm
Gewicht 1,20 kg 1,27 kg 1,20 kg 1,27 kg 1,20 kg 1,27 kg 1,20 kg
Farbe Schwarz Weiß Schwarz Weiß Schwarz
Betriebssystem Windows 10 Home (64 Bit) Ubuntu Linux 18.04
Preis 1.461,21 € 1.851,13 € 1.656,17 € 1.753,64 € 1.948,60 € 2.241,04 € 1.948,60 € 1.782,89 €
*Testgerät

Kleiner und dennoch größer

Nur noch 296 mm in der Breite misst das neue XPS 13, das sind in der Welt der kompakten Ultrabooks beinahe gigantische 6 mm weniger als beim letztjährigen 7390 (nicht das 2-in-1). Tief ist das XPS 13 weiterhin 199 mm. Fehlendes Volumen für die Hardware holt sich Dell über ein an der dicksten Stelle 3,6 mm höheres Gehäuse zurück. Auf reduzierter Stellfläche bringt der Hersteller dank abermals dünnerer Display-Ränder einen größeren Bildschirm, ein größeres Touchpad und eine vollwertige Tastatur unter.

Klappt man das XPS 13 auf, was stets mit einer Hand gelingt, wird deutlich, wie Dell das größere Display in das kleinere Gehäuse gequetscht hat. Erstmals ist der Bildschirm an allen vier Seiten mit sehr schmalen Rändern eingefasst. Bisher war dies nur auf drei von vier Seiten möglich, sodass unten ein gut 2 cm breiter Streifen verblieb. Diesen hat der Hersteller für das 9300 auf 4,6 mm verkleinert. Das 13,4 Zoll große Display ist 6,8 Prozent größer als die 13,3-Zoll-Variante, dennoch fällt der Deckel dank rundherum sehr dünner Display-Ränder 2 Prozent kleiner aus.

Tastatur über die gesamte Gehäusebreite

Weil das Scharnier erst ganz am Ende befestigt ist und nicht in den Bereich der Tastatur ragt, konnte diese nach oben gezogen werden, um Platz für ein größeres Touchpad zu machen, das mit 11,2 × 6,4 cm 14 Prozent mehr Fläche aufweist. Nachdem die Display-Ränder geschrumpft wurden, musste Dell selbiges für den Rand der Tastatur vornehmen. Diese nimmt beim 9300 die gesamte Breite des Notebooks ein und bietet ein klassisches QWERTZ-Layout ohne in der Größe oder Höhe gestutzte Tasten.

Dell fertigt das XPS 13 erneut aus Aluminium, das diesmal mit polierter Fase den Rand schmücken darf. Zur Auswahl steht das Leichtmetall in Platinsilber mit schwarzer Handballenauflage aus Karbonfaser oder in normalem Silber mit weißem Glasfasergewebe. Die weiße Variante soll Dell zufolge selbst nach längerer Nutzung nicht vergilben. Resistent zeigt sich das XPS 13 abermals gegenüber Fingerabdrücken, lediglich leichte Fettschlieren bei Hautkontakt lassen sich nicht vermeiden.

Die Anschlüsse hat Dell auf ein Minimum reduziert, genauer gesagt zweimal Thunderbolt 3, davon je einer links und rechts, sowie 3,5-mm-Klinke und ein Schacht für microSD-Karten. Bis zum 7390 war zusätzlich einmal USB 3.1 Typ C an Bord. Vorbei sind die 9360er-Zeiten, als USB Typ A und ein vollwertiger Kartenleser am XPS 13 zu finden waren. Zum Lieferumfang des Notebooks gehört ein Adapter auf USB Typ A, das kleine Dell-DA200-Dock mit HDMI, VGA, Ethernet und USB Typ A, wie es beim Huawei MateBook X Pro (Test) serienmäßig ist, gibt es im Online-Handel für 40 Euro.

Dass die Anschlüsse früherer Modelle eines Tages wieder zurückkehren werden, ist so gut wie ausgeschlossen, da Dell zur CES mitgeteilt hat, dass das Gewicht mit zukünftigen Exemplaren in Richtung 1 kg gedrückt werden soll. Und das ist mit mehr anstellen von weniger Anschlüssen eigentlich nicht umzusetzen.

Hervorragende Verarbeitung

Das neue XPS 13 punktet mit tadelloser Verarbeitung, die nicht einmal minimale Defizite in vermeintlich unwichtigen, nicht auf Anhieb sichtbaren Bereichen aufweist. Bei Preisen ab 1.460 Euro kann das zwar erwartet werden, der hochwertige Gesamteindruck soll dennoch nicht unerwähnt bleiben.

Sehr helles 16:10-Display

Das 13,4 Zoll große Display bietet beim Testgerät 1.920 × 1.200 Pixel, verzichtet auf Touch, ist matt ausgeführt und leuchtet im Durchschnitt aus neun Messbereichen bis zu 477 cd/m² hell. In der Bildschirmmitte erreicht das IPS-Panel exakt die von Dell beworbenen bis zu 500 cd/m², die auch das UHD-Panel bietet. Zu den Ecken hin nimmt die Helligkeit leicht ab, im schlechtesten Fall fehlen oben rechts 9 Prozent zur Bildmitte. Im Durchschnitt liegt die Homogenität aber bei sehr guten 95 Prozent.

CABC stört im Akkubetrieb

Dell nutzt im Akkumodus erneut eine „Content Aware Brightness Control“ (CABC) mit dynamischer Helligkeit, um Energie zu sparen, indem diese je nach dargestelltem Inhalt variiert. Inhalte mit geringem Weißanteil stellt das Panel dunkler dar, sodass der Kontrast nicht genau zu ermitteln ist. Im Vergleich von vollständig weißem zu schwarzem Display konnte ein dynamischer Kontrast von 3.336:1 ermittelt werden. CABC fällt vor allem bei starken Kontrastwechseln auf, da das Panel beim Wechsel zu hell zum Beispiel über mehrere Sekunden heller wird. Misst man den Kontrast sofort nach dem Wechsel von Weiß zu Schwarz, sind eher 1.500:1 bis 1.600:1 realistisch. Umgekehrt kann es passieren, dass die Helligkeit beim Wechsel zu dunklen Inhalten plötzlich und nicht langsam, wie in die andere Richtung, verringert wird. Ärgerlicherweise lässt sich CABC weder in Windows 10 noch im UEFI abschalten. Vielleicht liefert Dell ein Firmware-Update mit entsprechender Funktion nach, wie es bei früheren XPS 13 der Fall war.

Abgesehen von CABC ist das Panel aber eine Augenweide. Endlich gibt es bis zu 500 cd/m² helles Full HD+ in matter Ausführung bei Dell. Wenn viermal so viele Pixel und Touch benötigt werden, kann das XPS 13 mit UHD+-Bildschirm bestellt werden. Mit der hohen Auflösung geht aber nicht nur eine höhere Bildschärfe einher, Anwender müssen auch mit deutlich kürzeren Laufzeiten leben, wie frühere Vergleiche von FHD und UHD gezeigt haben. Wer das XPS 13 als möglichst lange durchhaltendes Notebook nutzen möchte, sollte nach aktuellem Kenntnisstand immer zu FHD(+) greifen.

Ein Traum von Tastatur

Und viele Stunden sind schnell, beinahe unbemerkt mit dem XPS 13 abgespult. Das liegt vor allem an der hervorragenden Tastatur, mit der zum Beispiel Tests wie der zum LG Gram 17 sowie zahlreiche Tagesmeldungen getippt wurden. Dells aktuelle XPS-Tastatur sieht auf den ersten Blick unscheinbar aus, da sie nicht mehr als ein Standardlayout mit 1 mm Tastenhub zu bieten hat. Gerade das macht sie aber aus: keine verkleinerten Tasten, keine reduzierten Abstände, keine wackeligen Kappen, keine schlechte Beschriftung und keine ungleichmäßige Beleuchtung. Beim XPS 13 passt in Sachen Tastatur einfach alles, hier will man mit dem Schreiben kaum aufhören. Oben rechts sitzt im Powerbutton erneut ein schneller Fingerabdrucksensor, der alternativ zur noch schnelleren Windows-Hello-Infrarotkamera oberhalb des Displays verwendet werden kann.

Zum positiven Gesamtbild der Eingabegeräte passt das größere Touchpad mit seidenmatter Glasbeschichtung von Corning, die für widerstandsfreies Wischen sorgt und im Test keinerlei Probleme mit der Windows-10-Gestensteuerung hatte.

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