Netflix: Streaming unter Android mit variablen Geschwindigkeiten

Sven Bauduin 102 Kommentare
Netflix: Streaming unter Android mit variablen Geschwindigkeiten
Bild: Sven Bauduin | CC BY 2.0

Netflix hat damit begonnen, die variable Abspielgeschwindigkeit von Inhalten seines Streaming-Dienstes für die mobile App unter Android zu verteilen. Wie das Technikportal und Mediennetzwerk The Verge als einer der Ersten vermeldet, hat das Unternehmen damit begonnen, diese Funktion als Opt-in auszurollen – doch Hollywood zürnt.

Netflix streamt jetzt variabel unter Android

Bereits im Oktober 2019 bestätigte Netflix, dass das Unternehmen solche und andere Funktionen seines Medien-Streaming-Dienstes in sogenannten „Player Control Tests“ prüfe würde.

A closer look at the recent test that allows members to vary the speed at which they watch on mobile.

Netflix im Oktober 2019

Hinsichtlich des erfolgten Starts des Roll-out, beruft sich die Website direkt auf den Anbieter, der gegenüber The Verge bestätigt haben soll, das erste Aktualisierungen für Smartphones und Tablets mit Android bereits ausgeliefert wurden, die die Netflix-App dazu befähigen, Inhalte neben der Normalgeschwindigkeit auch im Faktor 0,5x und 0,75x sowie 1,25x und 1,5x wiederzugeben.

Filmemacher sind empört

Bereits bei der Bekanntmachung im Oktober äußerten sich einige Filmschaffende kritisch und zum Teil empört über die neue variable Wiedergabegeschwindigkeit des Streaming-Angebotes. So kritisierte Judd Apatow, Autor, Regisseur und Produzent, Netflix bereits bei den ersten Tests der neuen Funktion stark.

No @Netflix no. Don’t make me have to call every director and show creator on Earth to fight you on this. Save me the time. I will win but it will take a ton of time. Don’t fuck with our timing. We give you nice things. Leave them as they were intended to be seen.

Judd Apatow, Autor, Regisseur und Produzent

Netflix selbst beteuert gegenüber der US-Seite, sich in die Lage der Filmemacher hineinversetzen zu können und betitelt die auf insgesamt 5 Stufen begrenzte Auswahl an Wiedergabegeschwindigkeiten und die Umsetzung der Funktion als Opt-in-Feature bereits als Zugeständnis.

We’ve also been mindful of the concerns of some creators.

It’s why we have capped the range of playback speeds and require members to vary the speed each time they watch something new — versus fixing their settings based on the last speed they used.

Netflix

Bereits im Oktober 2019 schlossen sich Judd Apatow mehrere namhafte US-Filmemacher wie Brad Bird und Peter Ramsey, der es per Twitter wie folgt auf den Punkt brachte.

Das letzte Wort zwischen Netflix und Teilen der Filmindustrie wird sicher noch nicht gesprochen sein. „No. That’s not how it works. Distributors don’t get to change the way the content is presented“, sagte Apatow und zahlreiche seiner Kollegen kommentierten die Meldung mit ähnlicher Haltung oder pflichteten ihm bei.

Netflix teilte hingegen mit, dass das neue variable Playback-Feature in den kommenden Wochen global für alle Nutzer ausgerollt wird und dann mit Smartphones und Tablet mit Android genutzt werden kann. Die ersten Tests mit der Netflix-App für iOS laufen demnach bereits.