Belkin Soundform Elite im Test: Smart-Speaker mit Wireless Charging und Google Assistant

Frank Hüber 15 Kommentare
Belkin Soundform Elite im Test: Smart-Speaker mit Wireless Charging und Google Assistant

tl;dr: Der Smart-Speaker Belkin Soundform Elite kombiniert den Google Assistant mit Wireless Charging, so dass das Smartphone bei der Musikwiedergabe aufgeladen wird. Hardware und Umsetzung überzeugen, beim Klang ist der Lautsprecher aber trotz Devialet-Treibern und Push-Push-Woofern zu dumpf und vernachlässigt die Mitten.

Mit dem Hi-Fi-Smart-Speaker Soundform Elite samt drahtlosem Ladegerät bietet Belkin einen smarten WLAN-Bluetooth-Lautsprecher mit Audio-Treibern der französischen High-End-Audiomarke Devialet und kabelloser Ladeschale an, der für die Sprachsteuerung und Smart-Home-Anbindung auf den Google Assistant setzt. Für Belkin, die Connected-Things-Sparte innerhalb der neu fusionierten Unternehmen Belkin International und Foxconn Interconnect Technology, stellt das Anfang des Jahres vorgestellte Modell zudem den Start in ein größeres Audio-Portfolio dar.

Die unverbindliche Preisempfehlung des Lautsprechers beträgt 299 Euro. Im Handel wird er derzeit ab rund 290 Euro gelistet. Er ist in den Farben Weiß und Schwarz erhältlich und setzt optisch auf eine von vielen anderen Modellen derzeit bekannte Stoffummantelung, unter der sich im vorderen Bereich auch die LEDs für den Google Assistant und die Lautstärkeanzeige verbergen. Im oberen Bereich ist die schräg aufgestellte Ladeschale positioniert, mit der Qi-fähige Smartphones mit bis zu 10 Watt drahtlos geladen werden können.

Da der Belkin Soundform Elite vollständig umkleidet ist, stellt er die Subwoofer nicht so effektvoll optisch in Szene wie der Huawei Sound X (Test), bei dem die gegeneinander ausgerichteten Subwoofer von außen bei ihrer Arbeit beobachtet werden können. Dennoch kommt neben der patentierten SAM-Technologie („Speaker Active Matching“) auch bei Belkin genau diese für Devialet typische Technik zum Einsatz, bei der die Push-Push-Woofer-Architektur Vibrationen unterdrückt und Verzerrungen minimiert.

Design und technische Daten

Wie der Huawei Sound X ist auch der Belkin Soundform Elite mit einem externen Netzteil ausgestattet und nicht als mobiler Bluetooth-Lautsprecher einsetzbar – einen Akku besitzt er nicht. Das nach hinten weggeführte Kabel des 65-Watt-Netzteils passt sich in die Gehäuseform des Lautsprechers ein, der es auf Abmessungen von 162 × 162 × 168,5 mm (B × T × H) bei einem Gewicht von 1,25 kg bringt. Im Vergleich zum Amazon Echo Studio (Test) und Huawei Sound X ist er somit etwas kleiner und leichter.

Wie beschrieben setzt der Lautsprecher außen auf eine Stoffummantelung, die im oberen Bereich durch einen Kunststoffrand begrenzt wird, der die Steuerelemente beherbergt. Die Ladeschale ist ebenso wie der Standfuß mit Gummi ausgekleidet, um Kratzer zu verhindern und einen rutschfesten Halt zu bieten. Eine kleine LED an der rechten Seite der Ladeschale gibt über einen Ladevorgang Aufschluss. Vier hinter dem Stoff sitzende LEDs zeigen den Status des Google Assistant, die Mikrofon-Stummschaltung und die eingestellte Lautstärke in unterschiedlichen Farben an.

Wireless Charging von 5 bis 10 Watt je nach Hersteller

Beim Wireless Charging unterscheidet sich die Ladeleistung je nach genutztem Smartphone und von diesem unterstützten Ladestandard. Nach Qi-Standard wird das Mobilgerät mit bis zu 5 Watt geladen, über Apple Quick Charge sind 7,5 Watt möglich. Samsung Quick Charge kann auf bis zu 9 Watt zurückgreifen und Google Fast Charge liefert auf dem Belkin Soundform Elite mit bis zu 10 Watt die höchste Leistung.

Die Ladespule ist kurz über dem aufgedruckten Schriftzug „Acoustics by Devialet“ verbaut. Mit etwas Geschick lässt sich mit einem passenden Abstandshalter so auch ein Qi-fähiges Ladecase von kabellosen In-Ears aufladen.

Zwei Subwoofer und ein Breitband-Lautsprecher

Für den Klang kommen insgesamt drei Audio-Treiber zum Einsatz, was deutlich weniger als beim Huawei Sound X mit acht Treibern und beim Amazon Echo Studio mit fünf Treibern ist. Bei Belkin verteilen sich diese auf zwei 70-mm-Subwoofer mit 60 Watt maximaler Spitzeneingangsleistung in der oben beschriebenen Push-Push-Anordnung und einen 35-mm-Breitband-Lautsprecher mit 30 Watt Spitzeneingangsleistung. Dieser einzelne Treiber ist nach vorne gerichtet, die Ausrichtung des Lautsprechers ist im Alltag demnach aufgrund seiner Treiberkonfiguration nicht gleichgültig. Den Frequenzgang der Gesamtkonfiguration gibt Belkin mit 40 bis 20.000 Hz an. Der Schalldruck liegt bei bis zu 90 dB SPL.

Wi-Fi 5, Bluetooth 5.0 und zwei Mikrofone

Für die Internetanbindung setzt der Belkin Soundform Elite auf Wi-Fi 5 alias WLAN-ac beziehungsweise 802.11ac mit 2,4 und 5 GHz. Auf Wunsch kann zusätzlich auch eine Bluetooth-Verbindung zwischen Zuspieler und Lautsprecher genutzt werden, bei der auf Bluetooth 5.0 zurückgegriffen wird. Für die Spracherkennung kommen zwei Fernfeldmikrofone zum Einsatz, was vergleichsweise wenig ist. Die Spracherkennung selbst bereitete im Test jedoch etwas überraschend keine Probleme, auch bei hoher Lautstärke nicht. Der Belkin Soundform Elite hat trotz der Beschränkung auf zwei Mikrofone immer zuverlässig das Aktivierungswort verstanden.

Von Apple-Geräten wie einem iPhone kann abseits von Bluetooth über WLAN per Google Cast über die Streaming-Apps Musik auf den Soundform Elite übertragen werden. Apples AirPlay oder gar AirPlay 2 wird nicht unterstützt.

Keine weiteren Anschlüsse

Auf weitere Schnittstellen wie einen Line-In oder einen zusätzlichen USB-Anschluss zum Laden von Smartphones, die Wireless Charging noch nicht unterstützen, verzichtet der Belkin Soundform Elite gänzlich.

AAC ohne Multi-Connect

Als Audio-Codecs für die Bluetooth-Verbindung stehen SBC und AAC zur Verfügung. Multi-Connect unterstützt der Belkin Soundform Elite nicht. Es kann immer nur ein Bluetooth-Endgerät mit dem Lautsprecher verbunden sein. Um ein anderes als das gerade über Bluetooth verbundene Endgerät zu koppeln, muss entweder die Verbindung über das Endgerät getrennt oder ein Kopplungsprozess über den Lautsprecher initiiert werden.

Fünf Touchtasten für Steuerung am Gerät

Einige Funktionen lassen sich nicht nur per Sprache steuern, sondern auch über insgesamt fünf Touchtasten im Kunststoffrand des Lautsprechers. Eingefasst werden diese von den beiden Mikrofonen, die somit ebenfalls klar nach vorne ausgerichtet sind.

Neben einer Taste zum Starten des Bluetooth-Kopplungsprozesses stehen eine Taste zum Starten und Pausieren der Wiedergabe, zwei Tasten zur Steuerung der Lautstärke und eine Taste zum Ein- und Ausschalten der Mikrofone zur Verfügung. Die Touchtasten ohne haptisches Feedback funktionieren im Alltag problemlos und reagieren zuverlässig und schnell. Das Deaktivieren und Aktivieren der Mikrofone werden nicht nur durch eine Ansage quittiert, sondern deaktivierte Mikrofone werden wie bei Smart-Speakern üblich auch durch die LEDs optisch angezeigt.

Inbetriebnahme über die Google-Home-App

Die Inbetriebnahme des smarten Lautsprechers von Belkin erfolgt über die Google-Home-App. Eine eigene App hat der Hersteller für den Lautsprecher nicht entwickelt. Nach der Ersteinrichtung und Verknüpfung mit dem Google Assistant sowie etwaigen Musik-Streamingdiensten steht in der Google-Home-App ein Equalizer zur Klanganpassung zur Verfügung, über den jedoch nur die Bässe und Höhen etwas angepasst werden können. Neben der Lautstärkeregelung über die App bietet sie keine weitere Funktionalität, die spezifisch für den Belkin-Lautsprecher ist.

Einrichtung des Belkin Soundform Elite Smart Speaker über die Google-Home-App

Multi-Room-Setup und Stereopaar möglich

Werden mehrere Lautsprecher mit Google Assistant in einem Netzwerk eingesetzt, können diese mit dem Belkin Soundform Elite zu einem Multi-Room-Setup zusammengestellt werden. Nutzt man zwei Belkin Soundform Elite, ist es zudem möglich, sie zu einem Stereopaar zu koppeln, was im Test mangels eines zweiten Lautsprechers allerdings nicht ausprobiert werden konnte.

Bei der Inbetriebnahme wird geprüft, ob ein Firmware-Update für den Lautsprecher angeboten wird. Ist dies nicht der Fall, wird immer um Mitternacht automatisch nach einer neuen Firmware-Version gesucht und diese installiert – es sei denn, der Lautsprecher wird gerade zur Musikwiedergabe genutzt.

Bekannte Funktionen des Google Assistant

Über den Google Assistant stehen alle bekannten Funktionen zur Steuerung anderer unterstützter Geräte oder zum Stellen allgemeiner Anfragen zur Verfügung, wobei auch „Voice Match“ genutzt werden kann, so dass der Lautsprecher den Nutzer anhand seiner Stimme identifizieren kann. Die verbesserte Version des Google Assistant ist in Deutschland allerdings weiterhin nicht verfügbar.

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