Enso OS 0.4: Xubuntu-Derivat mit Stil für Individualisten

Sven Bauduin
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Enso OS 0.4: Xubuntu-Derivat mit Stil für Individualisten
Bild: Enso OS

Das 2018 erstmals erschienene Enso OS 0.4 mit dem freien Fenstermanager Gala ist ein Xubuntu-Derivat für Individualisten und basiert auf dem offiziellen Ubuntu-Flavour Xubuntu 20.04 („Focal Fossa“). Neben dem effektvollen Gala, der aus Elementary OS stammt, ist auch der minimalistische Anwendungsstarter Plank mit an Bord.

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Xubuntu 20.04 LTS als Unterbau

Enso OS 0.4 basiert auf einem stabilen Unterbau aus Xubuntu 20.04 („Focal Fossa“) mit Langzeitunterstützung („Long Term Support“), dem Fenstermanager Gala 3.3.2, der sein Zuhause für gewöhnlich im aktuellen Elementary OS 5.1.7 („Hera“) hat, sowie dem freien Betriebssystem-Kernel Linux 5.4. Der farbenfrohe und effektvolle Desktop selbst basiert auf Xfce 4.14.2, dem Anwendungsstarter Plank sowie dem Panther Launcher.

Enso OS 0.4 („Singing Sunflower“) mit Xfce 4.14.2 und dem Fenstermanager Gala
Enso OS 0.4 („Singing Sunflower“) mit Xfce 4.14.2 und dem Fenstermanager Gala (Bild: Enso OS)

Auch wenn sich Enso OS 0.4 somit vor allem bei Ubuntu, Xubuntu und Elementary OS bedient, ist davon im Alltag nur sehr wenig zu spüren, denn das kleine Team rund um den Chef-Entwickler Nick Wilkins feilt nun schon seit rund drei Jahren an allen Ecken und Kanten, um alle Elemente zu einer stimmigen Oberfläche und Zusammenstellung verschmelzen zu lassen. Mit Erfolg – Enso OS 0.4 wirkt wie aus einem Guss.

Enso OS 0.4 („Singing Sunflower“)
Enso OS 0.4 („Singing Sunflower“)
Enso OS 0.4 („Singing Sunflower“)
Enso OS 0.4 („Singing Sunflower“)

Das Xfce-Paneel am oberen Rand, welches lediglich Uhrzeit, Kalender und System-Tray beherbergt, sowie der schlanke Panther Launcher 1.13, der außerdem Zugriff auf den Fenstermanager Gala gewährt, verströmen den unverkennbaren Hauch eines macOS von Apple, was der Distribution aber durchaus gut zu Gesicht steht.

Xfce mit einem Hauch von macOS

Die Macher von Enso OS adressieren ihre Distribution an Anwender, die ein Elementary OS zu schätzen wissen, sich aber mehr Freiheiten und Optionen bei der Gestaltung ihres Desktops wünschen und denen ein Xfce allein zu bieder ist.

Obwohl die grafischen Effekte weit über das hinaus gehen was der Xfce-Desktop unter Xubuntu zu bieten im Stande ist, hält sich der Ressourcenverbrauch dennoch stark in Grenzen.

Enso OS 0.4 mit Xfce 4.14.2 inklusive des Fenstermanagers Gala und des Panther Launchers verbrauchen im Rahmen eines kurzen Testlaufs auf einem Ryzen 3950X (Test) sowie 64 GB DDR4-3600 gerade einmal 650 MB mit Compositor im Leerlauf. Ein Vanilla-Xfce kommt mit rund 500 MB aus, doch an Arbeitsspeicher mangelt es dieser Tage ohnehin nur den wenigsten Systemen.

Auch als Live-System auf älteren Computern schnell

Bereits mit einem 64-Bit-Quad-Core aus den letzten fünf Jahren und 2 GB Arbeitsspeicher lässt sich Enso OS 0.4 flüssig bedienen, wenngleich für das Surfen im Internet besser gleich 4 GB an Bord sein sollten.

Das rund 1,8 GB große Systemabbild Enso OS 0.4 (ISO) lässt sich mit entsprechenden Tools wie Ventoy, Rufus oder Easy2Boot schnell und unkompliziert auf ein mindestens 2 GB großes USB-Speichermedium schreiben und risikolos als Live-System nutzen. Die Installation erfolgt komfortabel über eine grafische Installationsroutine und bringt bekannte Anwendungen wie Firefox, Thunderbird, LibreOffice und Wine mit.

Auch der auf Linux-Distributionen spezialisierte YouTube-Kanal Tyler's Tech hat sich Enso OS 0.4 angesehen und stellt alle Neuerungen im Detail vor.