Im Test vor 15 Jahren: Unbequem war bei Headsets die Norm

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: Unbequem war bei Headsets die Norm

tl;dr: Neben der Audioqualität ist für ein gutes Headset vor allem wichtig, dass es bequem ist und beim Tragen nicht schmerzt. Vor 15 Jahren untersuchte ComputerBase zwölf Headsets (Test) auf ihren Tragekomfort. Überzeugen konnten am Ende davon nur zwei, alle anderen waren zu unbequem.

Zwölf Headsets von Creative bis Terratec

Das Testportfolio bestand aus den Headsets Creative HS-600, Genius HS-04A, Logitech Precision PC Gaming Headset, Logitech Premium Stereo Headset, Plantronics Audio 60, Plantronics Gamecom Pro 1 (USB), Plantronics Gamecom 1, Sennheiser PC 130, Sennheiser PC 140, Sennheiser PC 150, SteelSeries Steel Sound 5H (USB) und Terratec Headset Master Pro. Die Preise reichten von 15,90 Euro für das Genius HS-04A bis 99/119 Euro für das SteelSeries Steel Sound 5H (USB).

Im Test wurden alle Headsets so lange getragen, bis eine Schmerzgrenze erreicht war und sie abgesetzt werden mussten oder eine Zeitspanne von fünf Stunden erzielt wurde. Den letzten Platz belegte dabei das Logitech Precision PC Gaming Headset, das 39,90 Euro kostete und dessen Bügel nicht auf, sondern hinter dem Kopf getragen wurde. Für einen sicheren Halt besaß das Headset daher einen sehr hohen Anpressdruck, der dafür sorgte, dass es nach knapp einer Stunde und 25 Minuten abgesetzt werden musste. Zudem rutschte das Headset bedingt durch den ungewöhnlichen Sitz leicht, wenn das Mikrofon verstellt wurde. Gleichauf mit dem Precision auf der Liste der unbequemsten Headsets war das Sennheiser PC 140 mit einem Preis von 38,90 Euro. Das Problem bei dem PC 140 bestand darin, dass man aufgrund der rudimentären Bauweise die Ohren zwischen Ohrmuschel und Bügel klemmen musste, um das Headset aufzusetzen. Daraus resultierte eine ebenso kurze maximale Tragedauer von einer Stunde und 25 Minuten.

Etwas besser sah es bei dem Creative HS-600 aus, das für 36 Euro den Besitzer wechselte. Aufgrund des hohen Anpressdrucks konnte es zwar nur rund zwei Stunden getragen werden, aber damit immerhin etwa 30 Minuten länger als die beiden unbequemsten Headsets. Mit dem Premium Stereo Headset schaffte es auch das zweite Logitech-Modell in die untere Riege. Aufgrund der engen Bauweise übte das Headset einen hohen Druck auf die Ohren aus und musste nach zwei Stunden abgesetzt werden. Auf dieselbe Dauer kam das 38,90 Euro teure Sennheiser PC 130, das zwar initial nicht besonders unbequem schien, aber nach zwei Stunden für schmerzende Ohren gesorgt hatte.

Mit 15,90 Euro das günstigste Modell im Test, kam das Genius HS-04A immerhin auf knapp drei Stunden, bevor die Schmerzgrenze erreicht war. Dafür gab es andere Kritikpunkte wie die fehlenden Möglichkeiten, die Lautstärke am Headset einzustellen oder das Mikrofon zu deaktivieren. Diese Schwächen besaß das Terratec Headset Master Pro für 29,90 Euro nicht, dafür war aber die Abschirmung dürftig. Die maximale Tragedauer betrug auch hier drei Stunden.

Das Plantronics Gamecom 1 (38,90 Euro) und die Pro-Variante (84,90 Euro) unterschieden sich nur in der Farbgestaltung und dem USB-Anschluss der Pro-Version. Davon abgesehen verfügten beide über eine recht weiche Polsterung, die ihnen ein angenehmes Tragegefühl bescherte, sodass beide auf eine maximale Tragedauer von 3 Stunden und 30 Minuten kamen. Mit einem Preis von 56,90 Euro platzierte Sennheiser das PC 150 zwischen diesen beiden Modellen. Das PC 150 verfügte über eine gute Polsterung der Ohrmuscheln und des Bügels, die ihm zu einer maximalen Tragedauer von 4 Stunden und 20 Minuten verhalfen.

Die beiden bequemsten Headsets waren damit das SteelSeries Steel Sound 5H USB und das Plantronics Audio 60. Trotz des simplen Erscheinungsbilds bot das Audio 60 alles, was ein Spieler brauchte. Mit einem Preis von 29,90 Euro war es zudem relativ günstig. Selbst nach fünf Stunden Tragedauer war es immer noch nicht unbequem. Einziger Kritikpunkt war die bescheidene Abschirmung. Mit 99 Euro für die normale und 119 Euro für die USB-Variante fand sich das SteelSeries Steel Sound 5H in einer völlig anderen Preisklasse wieder. Für diesen Preis war es aber auch das mit Abstand beste Headset im Test. So konnte die USB-Version wahlweise per Klinke oder USB angeschlossen werden. Für den Transport konnte das Headset in drei Teile zerlegt werden, um es kompakter und risikofreier zu transportieren. Die drehbar gelagerten Ohrmuscheln und der Bügel waren gut gepolstert und sorgten für einen hervorragenden Tragekomfort.

Als Fazit ließ sich festhalten, dass der Kauf eines Headsets genau abgewägt werden musste. Aufgrund unterschiedlicher Kopfformen variierte der Tragekomfort zwischen Nutzern und daher war ein individuelles Ausprobieren verschiedener Headsets anzuraten. Prinzipiell hatten männliche Nutzer mit typischer Kopfgröße aber viele unbequeme Headsets zur Auswahl, die es zu vermeiden galt. Das Plantronics Audio 60 und das SteelSeries Steel Sound 5H waren die Ausnahmen.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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