Cherry MX Ultra Low Profile: Klassische „Notebook-Tasten“ werden mechanisch

Max Doll
36 Kommentare
Cherry MX Ultra Low Profile: Klassische „Notebook-Tasten“ werden mechanisch
Bild: Cherry

Extrem flache „Notebook-Tasten“ waren bislang eine fast exklusive Domäne der Rubberdome-Technik. In diesen Schutzraum dringt auch Cherry mit neuen mechanischen Tastern ein. Die MX Ultra Low Profile haben mit anderen Modellen der MX-Serie wenig gemein, wodurch sie ihrem Namen gerecht werden können. Alienware macht den Anfang.

Die neuen Taster unterscheiden sich schon optisch stark von ihren Namensvettern. Während MX und MX Low Profile einen ähnlichen Aufbau nutzen, setzt das Ultra-Modell auf ein ganz anderes Konzept. Auf das Gehäuse und den charakteristischen Stößel mit Kreuzaufnahme verzichtet Cherry, stattdessen lehnen sich die Taster visuell grob an Scissor-Modellen an. Die Aufnahme der Tastenkappen wird hier zweiteilig gestaltet, wobei beide Elemente mit einer Feder verbunden und gespannt werden. Metallkontakte liegen darunter, sie werden bei Eindrücken der Konstruktion verbunden. Dadurch wird es Cherry möglich, die Gesamthöhe des Tasters auf 3,5 Millimeter zu drücken – ein Wert, den normale Exemplare als Hub besitzen.

Cherry MX Ultra Low Profile Cherry MX Low Profile Red Cherry MX Blue
Charakteristik: taktil („clicky“) linear taktil („clicky“)
Hubweg: 1,8 mm 3,2 mm 4,0 mm
Position des Signalpunktes: 0,8 mm 1,2 mm 2,2 mm
Widerstand am Signalpunkt: 45 g 50 g
Lebensdauer (Anschläge): 15 Mio. 50 Mio.

Interessant ist, dass Cherry anders als bei Low-Profile-Tastern auf eine lineare Abstimmung verzichtet. Die Ultra-Low-Profile-Exemplare gibt es ausschließlich „clicky“ mit einem Widerstand am Druckpunkt von 65 Gramm. Da der Hubpunkt laut Kraftdiagramm bei 0,2 Millimeter Eindrücktiefe überwunden wird, wird er an den Fingerkuppen mit dem initialen Eindrücken gleichzusetzen sein. Ein Signal wird schon nach 0,8 Millimetern erreicht, der maximal Hub liegt bei 1,8 Millimetern. Gegenüber normalem mechanischen Tastern leidet die Haltbarkeit; laut Herstellerangaben sind 15 Millionen Klicks bei gleichbleibender Qualität zu erwarten.

RGB-LEDs und der Taster selbst können zudem von einer Seite des PCBs aufgelötet werden, was die Fertigung vereinfache, wirbt Cherry. Dass die LED unterhalb des lichtdurchlässigen Kunststoff-Elements sitzt, soll darüber hinaus die Ausleuchtung verbessern.

Nicht die erste, sondern die erste „echte“

Die ersten flachen Notebook-Taster sind die MX Ultra Low Profile nicht. Schenker und Razer haben entsprechende Modelle bereits im Programm. Dort wird allerdings ein Infrarotsensor zur Signalerfassung genutzt, bei Cherry kommen Metallkontakte zum Einsatz. Das Unternehmen kann deshalb mit Recht davon sprechen, „erstmals eine echte mechanische Notebook-Tastatur“ auf den Markt gebracht zu haben, wenn „echt“ als klassisch im Sinne von Metallkontakten übersetzt wird. Eingesetzt werden sollen Cherry MX Ultra Low Profile aber nicht nur in Laptops, sondern auch in flachen Tastaturen für den Desktop.

Neue Option für das Alienware m15 R4

Als „weltweit erstes Gaming-Notebook“ setzt das zur CES 2021 vorgestellte Alienware m15 R4 auf Cherrys neue Taster. Beide Unternehmen wollen drei Jahre daran gearbeitet haben.

Die neue Option, Dell spricht von einer Konfiguration, steht ab dem 23. März zur Verfügung, der (Auf)Preis wird dann bekanntgegeben. Für das größere m17 R4 hat Alienware diesen Schritt noch nicht in Aussicht gestellt.

Das Alienware m15 R4 mit Cherry-MX-Tastatur
Das Alienware m15 R4 mit Cherry-MX-Tastatur (Bild: Dell)

Das Alienware m15 R4 ist derzeit in verschiedenen Leistungsklassen verfügbar. Bei den CPUs reicht das Spektrum vom Core i7-10870H bis zum i9-10980HK mit jeweils 8 Kernen, bei den GPUs gibt es Nvidias neue Laptop-GPUs von GeForce RTX 3060 bis GeForce RTX 3080. Beim Display gibt es Full HD mit 144 oder 300 sowie UHD OLED mit 60 Hertz. Die Preise reichen von 2.200 bis 4.700 Euro.