GMX und Web.de: Aggressiver Spamfilter blockiert wichtige E-Mails

Sven Bauduin
304 Kommentare
GMX und Web.de: Aggressiver Spamfilter blockiert wichtige E-Mails
Bild: Pixabay

Die E-Mail-Anbieter GMX und Web.de stellen zurzeit zahlreiche E-Mails, darunter solche von öffentlichen Verwaltungen oder Behörden, nicht an deren Empfänger zu, was an einem zu aggressiven Spamfilter liegen soll. Beispielsweise werden E-Mails der Stadt Mülheim an der Ruhr und des Anbieters mailbox.org derzeit nicht zugestellt.

Bei GMX greifen automatisierte Sperren

Die offizielle Pressestelle von GMX reagierte bereits via Twitter auf die zahlreichen Beschwerden seiner Nutzerschaft und verwies in diesem Zusammenhang auf einen Spamfilter, der aufgrund eines „erhöhten Spam-Aufkommens“ aktuell „unbekannte“ und „verdächtige“ IPs automatisch sperre.

E-Mails von mailbox.org werden nicht zugestellt

Davon betroffen ist mailbox.org, ein kostenpflichtiger E-Mail-Anbieter des Berliner Unternehmens Heinlein Support GmbH, dessen E-Mails nicht mehr in die Postfächer der Nutzer von GMX und Web.de zugestellt wird. Der Mail-Anbieter verwies auf die Probleme der „Kollegen“ von GMX und Web.de.

Ämter der Stadt Mülheim sind betroffen

Auch die Stadt Mülheim an der Ruhr informierte seine Bürger darüber, dass derzeit „keine E-Mails der Stadtverwaltung mehr an Mailkonten bei GMX und Web.de zugestellt werden“ können.

Das führt zum Teil zu größeren organisatorischen Problemen, da beispielsweise im Bürgeramt „bereits 46 Buchungen verfallen sind“, so die Stadtverwaltung weiter.

Vielerorts können E-Mails mit Links zur Bestätigung von Terminen zurzeit schlicht nicht zugestellt werden.

Nutzer von GMX und Web.de sind verärgert

Weshalb die „automatisierten Sperren“ respektive der aggressive Spamfilter von GMX und Web.de die E-Mails von mailbox.org und Städteverwaltungen blockiert und einkassiert ist zur Stunde noch nicht abschließend geklärt.

Die Nutzer der beiden E-Mail-Anbieter, die zur 1&1 Mail & Media GmbH, einem Tochterunternehmen von United Internet, gehören, sind in erster Linie darüber verärgert, dass weder GMX noch Web.de eine entsprechende Warnmeldung oder zumindest einen Hinweis auf ihrer Website eingeblendet haben.

Betroffene werden an den Standard-Support verwiesen

Die Pressestelle von GMX verweis Systemadministratoren lapidar auf ein entsprechendes Kontaktformular und auch Web.de verweist betroffene Nutzer an seinen Postmaster.

Auch wenn GMX das Problem mittlerweile als behoben deklariert, berichten Nutzer nach wie vor von nicht zugestellten E-Mails. Beispielsweise sollen geschäftliche und behördliche E-Mails noch immer nicht zugestellt worden sein.

Die Redaktion dankt Community-Mitglied „Ichthys“ für den Hinweis zu dieser Meldung.