Samsung Galaxy A52 5G im Test: Leistung, Software und Akkulaufzeiten

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Nicolas La Rocco
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Nachdem zur Vorstellung des Smartphones noch nicht bekannt war, welcher Chip überhaupt darin werkelt, da Samsung nur mit Taktraten, jedoch nicht Modellnamen hausieren ging, konnte der Prozessor bislang nur gemutmaßt werden. CPU-Z bestätigt jetzt aber, dass Samsung bei der 5G-Variante des Galaxy A52 auf den Snapdragon 750G von Qualcomm setzt, statt einen eigenen Exynos-Prozessor zu verbauen.

Der Snapdragon wird in 8 nm bei Samsung gefertigt und setzt sich aus zwei potenten Cortex-A77-Kernen von ARM, die Qualcomm als Kryo 570 Gold bezeichnet, sowie sechs sparsamen Cortex-A55-Kernen zusammen, die bis zu 2,2 GHz respektive 1,8 GHz liefern. Im getesteten Basismodell sind daran 6 GB LDDR4X-RAM angebunden, in der teureren Variante sind es 8 GB. Die integrierte GPU des Typs Adreno 619 ist von ihrer Leistung her – gemessen am restlichen Feld – etwas niedriger einzuordnen, als sich die Cortex-A77-Kerne im CPU-Umfeld schlagen. Es war bei Qualcomm schon immer so, dass zwischen High-End- und vermeintlicher Mittelklasse eine größere Lücke klafft, die bisher kein SoC richtig zu füllen weiß. Vielleicht gelingt das ja dem jüngst angekündigten Snapdragon 780G mit Adreno 642.

Galaxy A52 5G mit Snapdragon 750G im Benchmark

Mit den zwei starken Cortex-A77-Kernen hinterlässt das Galaxy A52 5G in den Benchmarks und im Alltag einen überzeugenden Gesamteindruck und hält Smartphones wie das Google Pixel 4a und sogar Pixel 5 in Schach. Das Leistungsniveau lässt sich durchaus mit dem Snapdragon 765G im OnePlus Nord vergleichen, das teils zwar höher taktet, aber noch Cortex-A76-Kerne nutzt. Dasselbe trifft auf die GPU zu, die zwar die angesprochene Lücke zu den Flaggschiffen aufweist, jedoch der Adreno 620 ebenbürtig und für die meisten Spiele völlig ausreichend ist. Das etwas anspruchsvollere Rennspiel Asphalt 9: Legends lief zum Beispiel reibungslos auf dem Galaxy A52 5G.

Keinerlei Throttling unter Dauerlast

Die Leistung ist zudem nicht nur punktuell, sondern dauerhaft abrufbar. Permanente Belastung entlockt dem Smartphone nur ein müdes Lächeln, denn Throttling konnte in den Stresstests des 3DMark Wild Life und GFXBench Manhattan 3.1 nicht gemessen werden. Abweichungen von manchmal 1 FPS sind kaum eine Erwähnung wert. Das ist der Vorteil der vermeintlich schlechteren SoCs: Sie sind nicht bis an die Leistungsgrenze gezüchtet und weisen wie hier beim 8-nm-Modell von Qualcomm eine zivile Temperaturentwicklung auf. Der 3DMark meldet im Stresstest zum Ende hin gerade einmal eine Systemtemperatur von 34 Grad Celsius. Xiaomi Mi 11 und OnePlus 9 Pro mit Snapdragon 888 meldeten zuletzt noch 47 respektive 43 Grad Celsius. Unter Dauerlast erwärmt sich die Rückseite des Galaxy A52 5G nur minimal.

Lahmer Kartenleser trifft schnellen Speicher

Die bei der Galaxy-S21-Serie gestrichene Speicher-Erweiterung gibt es beim Galaxy A52 5G weiterhin. Ein Wermutstropfen bleibt aber: Für einen schnellen Kartenleser hat sich Samsung nicht gerade entschieden, denn während das Lesen noch mit knapp 60 MB/s möglich ist, erfolgt das Schreiben trotz eigentlich schnellerer SanDisk-Karte nur mit knapp 18 MB/s. Wer ständig größere Datenmengen auf die Speicherkarte schieben will, muss mit langen Wartezeiten rechnen. Für die Kamera-App gibt es bei eingelegter Karte dennoch die Option, Fotos und Videos standardmäßig auf der Speicherkarte zu speichern.

Der wahlweise 128 oder 256 GB große interne Speicher gehört wiederum zur schnelleren Sorte UFS 2.1. UFS 3.0 und 3.1 bleiben der Oberklasse vorbehalten. Doch rund 950 MB/s beim sequenziellen Lesen und knapp 500 MB/s beim Schreiben können sich sehen lassen und machen sich bei der Installation von Apps bemerkbar. Werden größere Datenmengen parallel verarbeitet, zieht ein Galaxy S21 aber davon.

One UI 3.1 mit vier Jahren Updates

Auf dem Galaxy A52 5G war zum Zeitpunkt des Tests Ende März Android 11 samt Samsungs eigenem One UI 3.1 mit den Android-Sicherheits-Updates von Februar 2021 installiert. Das Betriebssystem entspricht damit über weite Bereiche dem des Galaxy S21, sofern Funktionen nicht von der Hardware abhängig sind, wie es etwa beim kabellosen Laden oder Ultra-Breitband der Fall ist. One UI 3.1 punktet mit einem aufgeräumten Design und einer verständlichen Menüstruktur und lässt sich zügig bedienen. Etwas nervig sind die vielen Hinweise für erstmalig genutzte Features, welche die Bedienung einmalig verzögern, später aber nicht mehr auftauchen.

Der zwischenzeitlich größte Pluspunkt für Samsungs One UI ist aber, dass Samsung drei Android-Generationen auch für die Galaxy-A-Serie bis runter zum A10 und sogar vier Jahre Sicherheits-Updates zusagt. Künftig dürfen Käufer also Android 12, 13 und 14 für das Smartphone erwarten.

Schnellere Updates gegen Aufpreis

Bei den Sicherheits-Updates fällt die an Consumer gerichtete Variante des Galaxy A52 5G in Samsungs Kaste für ein zusammengefasstes Update pro Quartal. Das ist suboptimal, weil so erst wieder im Mai in jedem Fall mit einem Update zu rechnen ist. Samsung kann natürlich trotzdem nach Belieben früher Updates verteilen. Für das Galaxy A52 nur mit LTE wird derzeit zum Beispiel ein Update auf die April-Patches verteilt. Für rund 40 Euro Aufpreis gibt es das Galaxy A52 5G jedoch auch als Enterprise Edition, die laut Hersteller monatlich aktualisiert wird.

Gute Akkulaufzeiten dank 4.500 mAh

Obwohl das Galaxy A52 5G keine adaptive Bildwiederholfrequenz unterstützt und somit (ab Werk) immer mit 120 Hz bei FHD+ arbeitet, liefert das Smartphone solide Akkulaufzeiten mit seinen 4.500 mAh. Über 16 Stunden YouTube-Streaming in 720p-Qualität bei 200 cd/m² und 10:25 Stunden im produktiven PCMark sind jeweils gute Ergebnisse. Im Alltag überzeugte das Smartphone mit Laufzeiten von üblicherweise anderthalb Tagen, sparsamer genutzt kann man auch knapp zwei Tage schaffen.

Viel zu kurzes Ladekabel

Anders als bei den Flaggschiffen liegt Samsungs Mittelklasse ein Netzteil bei. Das liefert immerhin 15 Watt und lädt das Smartphone etwas schneller als früher üblich. Mal eben anstecken, um wie bei der chinesischen Konkurrenz in wenigen Minuten den halben Akku zu laden, ist damit aber nicht möglich. Mickrig fällt das Ladekabel mit gerade einmal 78 cm aus, zumal davon netto ohne die Stecker noch etwas weniger übrig bleibt. Der normalerweise beiliegende Meter ist meistens schon knapp bemessen, hier muss die Steckdose jedoch in nächster Nähe liegen, um das Smartphone während des Ladevorgangs noch nutzen zu können. Kabel und Netzteil nutzen zudem noch USB Typ A, was die Kompatibilität zu modernen Geräten einschränkt. Das hätte auch in der 400-Euro-Klasse nicht mehr sein müssen. Hier spart Samsung am falschen Ende. Kabelloses Laden wird vom Galaxy A52 5G wenig überraschend nicht unterstützt.

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