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AMD, Intel und Nvidia: Der ideale Gaming-PC berät Spieler seit über 15 Jahren

Sven Bauduin
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AMD, Intel und Nvidia: Der ideale Gaming-PC berät Spieler seit über 15 Jahren
Bild: Sharad Kachhi via Pexels

Ganz gleich ob AMD, Intel oder Nvidia, egal ob CPU oder Grafikkarte: Der am 25. Juli 2006 von Community-Mitglied _DJ2P-GER_ ins Leben gerufene Leserartikel: Der ideale Gaming-PC – „Spiele-PC selbst zusammenstellen“ berät Spieler seit über 15 Jahren in Form einer von der Community verantworteten FAQ im ComputerBase-Forum.

Anlässlich des 15. Geburtstags der „[FAQ] Der ideale Gaming-PC“ sowie deren mittlerweile mehr als 10 Millionen Seitenaufrufe widmet sich die Ausgabe 90 von C:\B_retro\ der Geschichte dieses herausragenden Forenbeitrages, welcher später von ComputerBase-Leser Campino219 fortgeführt wurde und mittlerweile durch den Forenmoderator Na-Krul betreut wird.

C:\B_retro\Der_ideale_Gaming_PC\

Die Geschichte und ihre Hardware

Bereits im Oktober 2009, im erst dritten Jahr des Bestehens der FAQ, konnte „Der ideale Gaming-PC“ die erste Million Aufrufe von zumeist Hilfe und Beratung suchenden PC-Spielern, die nach der bestmöglichen Konfiguration je nach Preisklasse suchen, für sich verbuchen.

Auch die Redaktion würdigte den Erfolg des Artikels und sprach neben einer Gratulation auch einen großen Dank an seine Community aus. Die FAQ wurde zu einer Anlaufstelle für deutschsprachige Computerspieler.

Wir möchten den Autoren gratulieren und für die nun schon über zwei Jahre fortwährende Aktualisierung dieses Artikels, der zu einer der Anlaufstellen auf der Suche nach einem neuen Spielrechner im deutschen Netz geworden ist, danken!

ComputerBase, am 6.10.2009

Seit Anfang 2008 hatte ComputerBase der Güte vieler Leserartikel ohnehin bereits Rechnung getragen und damit begonnen, Leserartikel auf der Startseite prominent zu präsentieren. Diese Entscheidung hatte sich bereits in der ComputerBase-Chronik aus dem Jahr 2007 angedeutet.

Im Jahr 2009 sprach „Der ideale Gaming-PC“ noch Empfehlungen für Spiele-PCs in den sechs Preisklassen von 350, 400, 500, 650, 800 und 1.000 Euro aus. Der erste von vielen Meilensteinen war erreicht.

Der Ideale Gaming-PC
Der Ideale Gaming-PC

Doch welche Hardware wurde im Juli 2006 für den Bau eines Gaming-PCs empfohlen? Aus den alten Foreneinträgen lassen sich einige der damals empfehlenswerten Konfigurationen „rekonstruieren“.

C:\B_retro\Der_ideale_Gaming_PC\Jahrgänge\

2006: Intel Core 2 Duo, Nvidia G71 und ATi R520

Der ideale Gaming-PC in der Preisklasse bis 1.000 Euro setzte im Juli 2006 auf einem in 65 nm gefertigten Core 2 Duo E6300 auf Basis der CPU-Architektur Conroe, welche ComputerBase bereits im Juni 2006 mit dem Core 2 Duo E6700 (Test) vorab unter die Lupe nehmen konnte.

Als Mainboard kam ein Asus P5B zum Einsatz, das mit insgesamt 2 GB DDR2-800 CL4 von G.Skill bestückt war und wahlweise eine Nvidia GeForce 7900 GT (Test) oder eine ATi Radeon X1800 XT (Test) über PCIe x16 aufnahm.

Folgende Empfehlung fand sich im Forum für den idealen Gaming-PC im Juli 2006:

Der ideale Gaming-PC im Juli 2006 in der Preisklasse bis 1.000 Euro
Modell Preis
CPU Intel Core 2 Duo E6300 185 Euro
Mainboard Asus P54B
Gigabyte GA-965P-DS4
135 Euro
Arbeitsspeicher G.Skill 2× 1.024 MB DDR2-800 CL4 220 Euro
Grafikkarte Nvidia GeForce 7900 GT
ATi Radeon X1800 XT
320 Euro
Netzteil be quiet! Blackline P5 60 Euro
HDD Samsung SpinPoint P120 250 GB 60 Euro
980 Euro

Der Leserartikel „Der ideale Gaming-PC“ sollte indes bereits im April 2010 die Grenze von 1,5 Millionen Lesern knacken, was ComputerBase dazu veranlasste, das erfolgreiche Community-Feature „Leserartikel“ abermals hervorzuheben.

Wir möchten uns an dieser Stelle einmal mehr bei allen Leserartikel-Verfassern für ihren Einsatz, der die Leserartikel zu einem Aushängeschild der ComputerBase-Community gemacht hat, bedanken. Danke!

ComputerBase, am 9. April 2010

Bereits im Januar 2011 hieß es dann: Der ideale Gaming-OC – 2.000.000 Klicks für Leserartikel!

Der ideale Gaming-PC
Der ideale Gaming-PC

2011: Sandy Bridge und Radeon HD 6850 für 450 Euro

Spieler, die sich im Juli 2011 über die FAQ informierten, erhielten für einen Gaming-PC bis 450 Euro eine Empfehlung auf Basis der mit 3,1 GHz arbeitenden Dual-Core-CPU Intel Core i3-2100 (Test), damals einer der Geheimtipps für Spieler, sowie einer preisgünstigen und dennoch flotten AMD Radeon HD 6850 (Test) mit einem Grafikspeicher von 1 GB GDDR5.

Die Wunschliste der Komponenten im Preisvergleich listete damals die folgende Hardware auf:

Der ideale Gaming-PC bis 450 Euro im Juni 2011
Der ideale Gaming-PC bis 450 Euro im Juni 2011

Die Redaktion hatte die seinerzeit äußerst beliebte AMD Radeon HD 6850 auch in einem großen Vergleichstest mit fünf Partnerkarten von Asus, HIS, MSI, PowerColor und Sapphire unter die Lupe genommen.

Bereits im Oktober 2010 war es AMD mit der Radeon-HD-6800-Serie (Test) gelungen, die Nvidia GeForce GTX 460 (Test) in einer Preisklasse zu entthronen, die es im Jahr 2021 überhaupt nicht mehr gibt.

Die AMD Radeon HD 6850 kostete zum Release 150 Euro, Nvidia schickte die GeForce GTX 460 bereits im Juli 2010 zu einem Preis von 230 Euro ins Rennen.

Eine aktuelle Grafikkarte der neuesten Generation unter 200 Euro ist aufgrund des akuten Chipmangels in Folge der COVID-19-Pandemie und den damit einhergehenden Produktions- und Lieferengpässen heute gar nicht mehr vorstellbar.

2015: GCN, Hawaii, Haswell und die Xeon-Alternative

Im Juli 2015 veröffentlichte der Leserartikel „Der ideale Gaming-PC“ einmal mehr neue Konfigurationen von 400 bis 1.100 Euro. Der Ratgeber hatte sich längst zur echten Instanz für Spieler im deutschen Netz entwickelt.

Mit fast fünf Millionen Aufrufen ist der Ratgeber einer der erfolgreichsten im deutschen Netz.

ComputerBase, am 1. Juli 2015

Der Ratgeber nennt nicht nur vollständig konfigurierte Systeme für Spieler in verschiedenen Preisbereichen, er hält für jede der empfohlenen Komponenten auch Alternativen bereit und gibt weitere Tipps zur Zusammenstellung ausbalancierter Rechner zum Spielen.

Einer im - durch die Community verantworteten - Leitfaden empfohlener Gaming-PC in der Preisklasse bis 950 Euro stellte sich im März 2015 wie folgt zusammen:

Der ideale Gaming-PC im März 2015 in der Preisklasse bis 950 Euro
Modell Preis
CPU Intel Core-5 4460 175 Euro
Mainboard Gigabyte GA-H97-D3H 95 Euro
Arbeitsspeicher Crucial Ballistix Sport 2× 4.096 MB DDR3-1600 CL9 50 Euro
Grafikkarte AMD Radeon R9 290X 350 Euro
Netzteil be quiet! Straight Power 10 CM 500W 85 Euro
SSD Samsung SSD85 EVO 250 GB 100 Euro
HDD Seagate Barracuda 7200.14 1 TB 60 Euro
Case Nanoxia Deep Silence 3 60 Euro
975 Euro

Insbesondere die AMD Radeon R9 290 (Test) und Radeon R9 290X (Test) auf Basis der zweiten Generation der GPU-Architektur Graphics Core Next und den Grafikchips vom Typ Hawaii ermöglichten seinerzeit sehr leistungsstarke Gaming-PCs in den Preisklassen zwischen 800 und 1.000 Euro.

Eine besonders beliebte Alternative zu den Prozessoren der Serien Core i5 und Core i7 war im Jahr 2015 auch der Intel Xeon E3-1231 (Test), der Spieler für 240 Euro mit vier Kernen und acht Threads bei 3,4 bis 3,8 GHz lockte.

Sapphire Radeon R9 290X Toxic

Bereits ein Jahr später sollte „Der ideale Gaming-PC“ den nächsten Meilenstein passieren. Bereits im Februar 2016, noch vor seinem zehnjährigen Bestehen, konnte der Leserartikel 5 Millionen Aufrufe auf sich vereinen.

Die von der Community im Forum seit Jahren gepflegte FAQ „Der ideale Gaming-PC“ hat es geschafft und die Marke von 5.000.000 Ansichten überschritten.

ComputerBase, am 29. Februar 2016

In dem zum damaligen Zeitpunkt bereits auf über 6.000 Beiträge angewachsenen Thema wurde ausführlich über die gewählten Komponenten des idealen Gaming-PCs diskutiert. Dabei wurden und werden natürlich immer wieder aktuelle Entwicklungen und veränderte Anforderungen durch neue Spiele in die Diskussion mit aufgenommen.

5 Millionen Ansichten
5 Millionen Ansichten

Im März 2017 wurde mit der 1.300-Euro-Konfiguration eine neue Preisklasse für den idealen Gaming-PC eingeführt. Nach der Preissenkung der GeForce GTX 1080 setzt diese neue Zusammenstellung jetzt zum Aufpreis von nur 200 Euro auf eine Grafikkarte dieser Klasse.

2017: AMD Ryzen 5 und Ryzen 3 halten Einzug

Im April 2017 stand auch für den idealen Gaming-PC in weiten Teilen der Wechsel von Intel Core zu AMD Ryzen an.

Im Test von Ryzen 5 1600X, 1600, 1500X und 1400 konnten AMDs Mittelklasse-Prozessoren noch mehr überzeugen als Ryzen 7, weil die weiterhin existente Schwäche in der Spieleleistung durch den Vorteil von mehr Kernen in diesem niedrigeren Preissegment deutlich aufgefangen wird.

In Summe ist Ryzen 5 den vergleichbaren Core i5 von Intel deshalb derzeit vorzuziehen.

ComputerBase, am 17. April 2017

Im Juli 2017 beschäftigte sich der Beitrag „Der ideale Gaming-PC in Zeiten von Mining“ auch mit den Auswirkungen der steigenden Kurse von Kryptowährungen auf die Preise der für Gaming-PCs essentiellen Grafikkarten.

Durch ihre kontinuierliche Arbeit an der Übersicht stellten unter anderem die Community-Mitglieder Na-Krul und Nightfly09 auch in diesen Zeiten sicher, dass ihre vorgeschlagenen Systemkonfigurationen zu Preisen zwischen 450 und 1.400 Euro von Interessenten auch tatsächlich umgesetzt werden konnten.

Die kleineren Systeme setzten als Standard auf den Pentium G4560 (Test) von Intel, die größeren auf Ryzen 5 (Test) oder Ryzen 7 (Test). Wie immer standen aber jeweils auch Alternativen bereit.

Ryzen 7 und Ryzen 5 verdienten sich 2017 die Empfehlung der Redaktion und Community
Ryzen 7 und Ryzen 5 verdienten sich 2017 die Empfehlung der Redaktion und Community

Auch die Redaktion schenkte dem Thema mit dem Beitrag „PC zusammenstellen: Von den Komponenten zum (Gaming-)Rechner“ noch einmal besondere Aufmerksamkeit.

Im Januar des Jahres 2018 musste sich auch der Ratgeber „Der ideale Gaming-PC“ anpassen. Was folgte, waren Ideale-Gaming-PCs in Zeiten hoher RAM-Preise, bei denen neben den Platzhirschen der ersten Zen-Generation auch Intel Coffee Lake (Test) Einzug hielt.

Im Mai 2018 folgten zudem neue Grafikkarten für die Konfigurationen in den Preisklassen von 650 und 800 Euro.

Zum Preispunkt von 650 Euro für das Gesamtsystem ohne Display und Peripherie gibt seinerzeit wieder die GeForce GTX 1060 mit 6 GB statt nur mit 3 GB GDDR5 und zum Preispunkt von 800 Euro die Radeon RX 580 mit 8 GB statt der GeForce GTX 1060 mit 6 GB den Ton an. Insbesondere das Modell von AMD war deutlich im Preis gefallen, nachdem aufgrund von Mining über Monate ein dreistelliger Aufpreis gegenüber der offiziellen UVP zu zahlen gewesen ist.

2019: Ryzen 3000 und Turing für Spieler

Nachdem es im April 2019 neue Ideale Gaming-PCs mit mehr Leistung oder Speicherplatz von der Community gab, hieß es im August desselben Jahres: Ryzen 3000 hält Einzug in den idealen Gaming-PC. Insbesondere der Ryzen 5 3600 entwickelte sich zu einer Standardempfehlung.

AMD Ryzen 3000 im Quintett
AMD Ryzen 3000 im Quintett

Spieler, die bereit waren, bis zu 1.400 Euro zu investieren, erhielten im ComputerBase-Forum im Oktober 2019 folgende Empfehlung für einen idealen Gaming-PC:

Der ideale Gaming-PC im Oktober 2019 in der Preisklasse bis 1.400 Euro
Modell Preis
CPU AMD Ryzen 5 3600 185 Euro
Mainboard MSI B450 Tomahawk Max 100 Euro
Arbeitsspeicher Crucial Ballistix Sport LT 2× 8 GB DDR4-3200 CL15 70 Euro
Grafikkarte Nvidia GeForce RTX 2080 Super 740 Euro
Netzteil Seasonic Focus GX 550W 80 Euro
SSD Crucial MX500 1TB SATA 100 Euro
Case Phanteks Eclipse P350X 85 Euro
1.360 Euro

In der Zwischenzeit hat der Leserartikel „Der ideale Gaming-PC“ mehr als 10 Millionen Aufrufe erreicht und AMD Ryzen 5000 (Test) auf Basis der Zen-3-Architektur hat sich zur Standardempfehlung unter Spielern gemausert. Bei den nahezu unbezahlbaren Grafikkarten liefern sich AMD und Nvidia ein Duell auf Augenhöhe.

2021: Zen 3, Ampere und RDNA 2

Während sich sowohl Zen 4 und RDNA 3 als auch GeForce RTX 4000 im Fahrplan für das Jahr 2022 befinden, dominieren der Ryzen 5 5600X, Ryzen 7 5800X sowie Ryzen 9 5900X die Empfehlungen für den idealen Gaming-PC 2021.

Aufgrund der Produktions- und Lieferengpässe findet sich aber auch der Ryzen 5 3600 noch in den empfehlenswerten Konfigurationen wieder und auch Intels beste Rakete, der Core i5-11400F (Test), ist eine empfehlenswerte Alternative.

Bei den zurzeit maßlos überteuerten Grafikkarten liefern sich die Radeon-RX-6000-Serie und die GeForce-RTX-3000-Serie ein Kopf-an-Kopf-Duell, empfohlen werden aber eher gebrauchte Grafikkarten aus den Vorgängergenerationen.

Wichtig: Die Lage auf dem Grafikkartenmarkt ist wegen der Corona bedingten Lieferkettenprobleme und vor allem dem nach wie vor anhaltenden Kryptominingboom katastrophal.

Die Preise für die wenigen verfügbaren Grafikkarten liegen in der Regel deutlich über der UVP. Eine Entspannung der Marktlage ist leider nicht in Sicht.

Na-Krul, in „Der ideale Gaming-PC“

Wann haben die Community-Mitglieder ihren ersten Gaming-PC gebaut und wie sah die Konfiguration aus? Die Redaktion freut sich auf Details und Anekdoten in den Kommentaren zu dieser Ausgabe.

C:\B_retro\Der_ideale_Gaming_PC\Umfrage\

Wann hast du deinen ersten Gaming-PC gebaut?
  • 1980 bis 1984
    0,6 %
  • 1985 bis 1989
    1,4 %
  • 1990 bis 1994
    8,4 %
  • 1995 bis 1999
    22,3 %
  • 2000 bis 2004
    29,9 %
  • 2005 bis 2009
    21,8 %
  • 2010 bis 2014
    10,9 %
  • 2015 bis 2020
    3,0 %
  • 2020 bis aktuell
    0,8 %
  • Ich habe noch nie einen Gaming-PC gebaut oder gekauft
    0,9 %

C:\B_retro\Feedback\

Feedback ist jederzeit willkommen

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C:\B_retro\Review\

Die letzten fünfzehn Ausgaben in der Übersicht

An dieser Stelle finden sich die letzten 15 Themen der vorangegangenen Ausgaben von C:\B_retro\:

Noch mehr Inhalte dieser Art und viele weitere Berichte und Anekdoten finden sich in der Retro-Ecke im Forum von ComputerBase als auch in den Themenbereichen C:\B_retro\ und Retro.

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