Innovation

Supercomputer Aurora: Bis auf Intels Chips wird das Exascale-System nun gebaut

Volker Rißka
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Supercomputer Aurora: Bis auf Intels Chips wird das Exascale-System nun gebaut
Bild: Intel

Zur Vision 2022 hat Intel auch einen erneuten Blick auf den Supercomputer Aurora gegeben. Der Fortschritt ist erkennbar, doch eines fehlt: Intel. Hier werden nun erste Test-Module geliefert, ein produktiver Einsatz des Systems noch in diesem Jahr ist aber eigentlich nicht mehr zu schaffen. Darauf zielt auch die Bewerbungsphase.

Die schier endlose Verspätung des Supercomputers Aurora wird auch zur Vision 2022, wie Intels Hausmesse im Frühjahr dieses Jahres heißt, nicht beseitigt. Das gab Intel auf der Bühne selbst zu verstehen, indem man erklärte, dass die Infrastruktur samt Kühlung, das DOAS-Storage-System und die Management-Nodes vorhanden seien. Doch die entscheidenden Elemente fehlen noch: die Compute-Nodes.

Intel bestätigt dies mit der Bildbeschreibung des Systems: Already installed are the DAOS storage system, management nodes, and cooling infrastructure. Von den Compute-Nodes mit jeweils zwei Sapphire-Rapids-Prozessoren und sechs Ponte-Vecchio-Chips fehlt noch immer jede Spur. Insgesamt werden es tausende Nodes sein. Intel erklärte noch einmal, dass dafür sowohl 20.000 Sapphire-Rapids-Chips in der Ausführung mit HBM2e als auch 60.000 Ponte-Vecchio-Beschleuniger benötigt werden.

Argonne-Installation
Argonne-Installation (Bild: Intel)

Im Rahmen der Keynote zur Vision 2022 stand Raja Koduri gemeinsam mit dem Chef des Argonne Labs, in dem der Supercomputer stehen wird, auf der Bühne. Er erklärte, dass Aurora nun erst gebaut werde (ab 1:21:00). Die ersten Validierungssysteme wurden nun endlich von Intel geliefert, heißt es. Jetzt könne das finale Zusammenspiel getestet werden.

Ein Blade im Aurora-Supercomputer
Ein Blade im Aurora-Supercomputer (Bild: Intel)

Dies passt zu den Aussagen anderer hochrangiger Intel-Angestellter. Im Quartalsbericht vor zwei Wochen betonte Intel, dass die Auslieferung von Sapphire Rapids gestartet sei. Die Chefin der Datacenter-Sparte, Sandra Rivera, untermauerte dies mit der gleichen Aussage und dem passenden Wafer am gestrigen Tage auf der Bühne. Dabei geht es um die Auslieferung von Initial SKUs, also ersten Chips, die traditionell an Leuchtturmprojekte gehen – eben so etwas wie Aurora. Der echte Produktstart wird dann irgendwann in den kommenden Wochen und Monaten erfolgen. Dass Sapphire Rapids zweifelsohne spät dran ist, war bereits in den vergangenen Monaten und Jahren deutlich geworden. Gemäß ursprünglicher Planung wird Sapphire Rapids am Ende rund 1,5 Jahre zu spät dran sein.

Forscher können sich nun bewerben, um bereits in der Testphase ihre Software für den Supercomputer anzupassen oder gänzlich neue zu entwickeln, sodass beim offiziellen Startschuss sofort mit produktiver Arbeit begonnen werden kann. Auf dem Papier wird der Start vermutlich noch im Jahr 2022 abgehalten, um nach endloser Verzögerung wenigstens einen kleinen Erfolg feiern zu können. Doch zugänglich für „Jedermann“ wird das System vermutlich erst 2023 sein.

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