Innovation

34-Kern-CPU: Intel zeigt Wafer mit neuer CPU-Serie für Workstations

Volker Rißka
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34-Kern-CPU: Intel zeigt Wafer mit neuer CPU-Serie für Workstations
Bild: Twitter

Zur Hausmesse Intel On hat der Hersteller auch wieder Wafer im Gepäck, die noch nicht vorgestellte Produkte enthalten, wie eine 34-Kern-CPU. Natürlich geschieht dies nicht „aus Versehen“, wie so mancher Besucher glaubt, das sind ganz gezielte Aktionen des Marketing-Departments um den Fokus auf Intel zu lenken.

Dass Intel an einem neuen Workstation-Chip arbeitet, der auch als HEDT-Variante für den Desktop abgelegt werden könnte, ist seit Monaten wenn nicht gar nun schon Jahren ein offenes Geheimnis. Bisher war fraglich, wie genau der aussieht, eine Adaption von Sapphire Rapids schien naheliegend, in diese Richtung geht die Entdeckung nun auch, wenngleich die Beschriftung leicht irreführend ist.

Intel-Wafer mit 34-Kern-CPUs
Intel-Wafer mit 34-Kern-CPUs (Bild: THG)

Der auf einem Wafer entdeckte 34-Kerner entspricht im Grunde genommen der MCC-Variante von Sapphire Rapids, also der Ausbaustufe mit einer mittleren Anzahl an Kernen. Dafür setzt der Hersteller einen separaten kleineren Die an, was wirtschaftlicher und auch der Yield förderlich ist. Beschriftet ist der Wafer jedoch mit Raptor Lake-S 34 Core und klar der Marketing-Abteilung von Intel zugeordnet – er sollte also gefunden werden.

Ein nativer 34-Kern-Die

In den Weiten des Internets wird schnell klar, dass 34 Kerne eben exakt der Konfiguration von Sapphire Rapids-MCC entsprechen, das wurde bereits vor über einem Jahr bekannt. Sogar entsprechende Die-Shots als Mock-up existieren bereits davon mit den technischen Details dieser Lösung. Diese offenbaren den nativen Die des Prozessors, der im Aufbau Ice Lake-SP ähnelt, der mit bis zu 40 Kernen aktuell verfügbar ist.

34-Kern-Chip im Detail
34-Kern-Chip im Detail (Bild: Twitter)

Die technischen Details des Chips entsprechen in vielen Teilen dabei letztlich sowohl Intel Sapphire Rapids als auch Raptor Lake. So bietet die Server-CPU bereits von Haus aus pro Kern 2 MByte L2-Cache, bei Raptor Lake-S war das die Neuerung gegenüber Alder Lake-S. Dass nun jedoch auch AMX, Intels neue Vector Extensions, präsent sind, spricht wiederum eher für Sapphire Rapids, denn genau dort werden diese eingeführt. Auch das Acht-Kanal-Speicherinterface, 80 PCIe-5.0-Lanes, die 1,875 MByte L3-Cache pro Kern sowie drei UPI-Lanes, die man nur für den Dual-Sockel-Betrieb braucht, spricht ganz klar für Sapphire Rapids.

Als welches Produkt diese Lösung letztlich auf den Markt kommt, bleibt abzuwarten. Als Server-CPU ganz sicher, dafür wurde Sapphire Rapids-MCC schließlich entworfen. Ob der Workstation-Chip oder gar ein HEDT-Produkt erscheint, bleibt heute aber nach wie vor unklar.

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