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Im Test vor 15 Jahren: Intels effiziente Core 2 Quad mit der TDP eines Dual-Core

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: Intels effiziente Core 2 Quad mit der TDP eines Dual-Core

Im Test vor 15 Jahren standen mit dem Intel Core 2 Quad Q8200s und Q9550s (Test) zwei Quad-Core-Prozessoren, die bei einer TDP von 65 Watt auf Effizienz getrimmt waren. In dieser TDP-Klasse residierten zuvor nur Intels Core-2-Duo-Prozessoren.

Die besten CPUs für die niedrigste Leistungsaufnahme

Mit Core 2 Quad Q8200s und Q9550s setzte Intel auf maximale Energieeffizienz. Der Hersteller unterteilte Prozessoren auf einem Wafer erst in mehrere Klassen abhängig davon, welche maximale Stromstärke sie vertrugen: Mit 140 Ampere wurde die CPU zu einem QX9770, mit 125 Ampere zu einem QX9650 und alle anderen CPUs mit 100 Ampere zu einem herkömmlichen Core 2 Quad. Die beiden effizienten Quad-Cores wurden dann in einem zweiten Schritt als die besten Prozessoren aus der 100-Ampere-Klasse ausgewählt und in die 65 W Klasse einsortiert.

Gegenüber den normalen Modellen ohne S-Suffix, Q8200 und Q9550, konnte der Hersteller somit nicht nur eine geringere TDP (thermische Verlustleistung), sondern auch geringere Energieaufnahme garantieren. In der Praxis bedeutete das aber nicht, dass ein neuer Q9550s zwangsläufig effizienter als ein Q9550 war – je nachdem, ob der alte Q9550 ein besonders guter oder schlechter Prozessor war, konnte er näher oder weiter weg von der Effizienz des S-Modells sein.

Core 2 Quad Q8200s und Q9550s
Core 2 Quad Q8200s und Q9550s

In jedem Fall ließ sich Intel die Auswahl der mutmaßlich effizientesten Prozessoren sehr gut bezahlen. Während ein Q8200 etwa 140 Euro und ein Q9550 knapp 240 Euro kosteten, wurden für den Q8200s 220 Euro und für den Q9550s sogar 355 Euro fällig.

Gleiche Leistung, weniger Stromverbrauch

In puncto Leistung lieferte Intel genau das ab, was der Hersteller versprochen hatte: Die beiden effizienten Quad-Cores boten durch die Bank weg die exakt gleiche Leistung wie die herkömmlichen Modelle im alten C1-Stepping.

Diagramme
Performancerating Office & Multimedia
    • Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
      140,1
    • Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
      127,5
    • Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
      119,5
    • Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
      115,9
    • Core 2 Q9550s, 2,83 GHz, DDR3-1333
      105,5
    • Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
      105,5
    • Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
      103,6
    • Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
      101,7
    • Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
      100,0
    • Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
      99,8
    • Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
      95,1
    • Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
      94,3
    • Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
      91,8
    • Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
      91,3
    • Core 2 Q8200s, 2,33 GHz, DDR3-1333
      90,2
    • Core 2 Q8200, 2,33 GHz, DDR3-1333
      90,2
    • Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
      89,2
    • Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
      87,7
    • Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
      87,5
    • Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
      86,7
    • Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
      84,9
    • Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
      73,3
    • Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
      68,5
    • Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
      58,9
Einheit: Prozent, Arithmetisches Mittel

Und auch bei der Leistungsaufnahme hielt Intel die Versprechen ein. Das Gesamtsystem mit einem Core 2 Quad Q9550s brauchte knapp 40 Watt weniger unter Last als mit einem Q9550, während der Q8200s nochmals rund 10 Watt einsparte. Dementsprechend fielen auch die maximalen Temperaturen deutlich niedriger aus als mit den herkömmlichen Core 2 Quad. Wer diesen zusätzlichen Spielraum ausnutzen wollte, der konnte die beiden S-Modelle sehr gut übertakten. Im Test erreichte der Core 2 Quad Q8200s 3,36 GHz und der Q9550s 4,08 GHz. Anders herum ließ sich durch Undervolting auch noch etwas mehr Leistung einsparen und die Temperaturen minimal senken.

Diagramme
Leistungsaufnahme – Komplettes System
  • Volllast:
    • Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
      128
    • Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
      134
    • Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
      148
    • Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
      150
    • Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
      154
    • Core 2 Q8200s, 2,33 GHz, DDR3-1333
      159
    • Core 2 Q9550s, 2,83 GHz, DDR3-1333
      169
    • Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
      171
    • Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
      180
    • Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
      183
    • Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
      203
    • Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
      204
    • Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
      206
    • Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
      212
    • Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
      223
    • Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
      225
    • Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
      231
    • Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
      234
    • Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
      234
    • Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
      235
    • Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
      239
    • Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
      240
    • Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
      278
Einheit: Watt (W)

Fazit

Obwohl der Core 2 Quad Q8200s und Q9550s durch ihre hohe Energieeffizienz beeindruckend waren, waren sie nicht für jeden Anwender eine gute Wahl. Vor allem die hohen Aufpreise, die Intel berechnete, machten sie unattraktiv. Nutzer, die einen Quad-Core in ein kleines und/oder besonders leises System verbauen wollten, waren die Zielgruppe der S-Modelle. Alle anderen Anwender waren aus Preis-Leistungs-Sicht mit den herkömmlichen Modellen deutlich besser beraten.

Auch heute noch gibt es besonders effiziente Modelle bei Intel, die „T-Modelle“ kommen mit 35 Watt daher. Sie bieten dann aber nicht dieselbe Leistung wie die hochgezüchteten Varianten mit gleichem Die, aber viel höherer TDP. Selbst wer die TDP manuell anhebt, erreicht das Niveau nicht, weil auch die ab Werk definierten maximalen Taktraten niedriger ausfallen. Das war vor 15 Jahren bei den s-Modellen noch anders.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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