USA-Ausbau: Samsung investiert bis zu 44 Mrd. USD in Chip-Fab in Texas

Update Volker Rißka
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USA-Ausbau: Samsung investiert bis zu 44 Mrd. USD in Chip-Fab in Texas
Bild: Samsung

Im letzten September bereits ein Gerücht, bei den Zahlen zum US Chips Act auch, nun etwas genauer: Samsung plant mehr für die USA. Die Investitionssumme in Texas soll gemäß den ursprünglichen Planungen nahezu verdreifacht werden, wobei sie intern zuletzt wohl schon einmal deutlich angehoben wurde.

Ende 2021 hatte Samsung nach vielen Gerüchten vorab den Neubau einer Chipfabrik in den USA beschlossen, genauer gesagt in der Kleinstadt Taylor in Texas, unweit von Austin, wo Samsung bereits eine Fabrik betreibt. Die Auftaktinvestition lag mit 17 Milliarden US-Dollar seinerzeit im Rahmen einer regulären Greenfield-Investition einer modernen Chip-Fabrik. Später wurde diese Summe angeblich aber bereits auf bis zu 25 Milliarden US-Dollar aufgestockt, da die Kosten gestiegen waren, Samsung aber auch etwas größer plante.

Samsung wird die Nummer 2 nach Intel

Laut den neuesten Meldungen vom Wochenende soll in den Campus nun eine Summe von 44 Milliarden US-Dollar investiert werden. Das reicht für eine zweite Fabrik. Die Summe, die für das zweite Projekt genannt wird, weicht nun entsprechend ab, je nachdem, wie der Informationsstand davor war: Bis zu 27 Milliarden US-Dollar, wie es einige Medien umschreiben, klingen nach zu viel, realistischer sind die rund 20 Milliarden US-Dollar, die auch das Wall Street Journal beziffert – das würde sich mit der zuvor genannten Erhöhung des Ursprungskapitals auf 25 Milliarden US-Dollar decken und die rund 44 Milliarden US-Dollar als nun genannte Gesamtsumme ergeben. Samsungs Vorhaben würde sie in den USA nach Intel zur Nummer 2 aufrücken lassen.

Da vorhandene Synergien mit der ersten Fab in Taylor genutzt werden können, sollte ein zweiter Fabrikteil etwas günstiger sein, und/oder eine modernere Fertigungsstufe und/oder höhere Kapazitäten bereitstellen können. Was genau dort gefertigt werden soll und in welcher Menge, ist aber noch nicht bekannt.

Samsung geht den TSMC-Weg

Dass Samsung in den USA wirklich noch etwas vorhaben könnte, war ComputerBase bereits vor einigen Wochen aufgefallen und hatte darüber berichtet. Denn Mitte März hieß es, dass Samsung bis zu 6 Milliarden US-Dollar aus dem US Chips Act erhalten soll, und damit mehr als TSMC. Mit dem nun kombinierten größeren Ausbau von rund 44 Milliarden US-Dollar und der bestehenden Fab in Austin, liegt Samsungs Operationsniveau in den USA aber auch wieder deutlich oberhalb von TSMC, was auch eine höhere Förderung nach sich ziehen könnte. TSMC hatte seinen Komplex in Arizona von einer Fab auf zwei erweitert und plant mit bis zu 40 Milliarden US-Dollar. TSMC erklärte dabei stets, dass sich eine einzelne Fabrik nie rechne, dass es immer mindestens zwei sein sollten. Samsung geht nun quasi den TSMC-Weg.

Update

Gemäß Reuters wird Samsungs Förderbescheid in der kommenden Woche erwartet, er könnte nahezu ähnlich hoch ausfallen wie der von TSMC, der gestern enthüllt wurde. Dafür baut Samsung wie zuletzt berichtet zwei Fabs in Texas, hinzu kommt aber noch eine Packaging-Einrichtung und ein Forschungs- und Entwicklungs-Campus. Dazu gesellt sich ein weiteres Investment noch unbekannter Art an bisher nicht genannter Stelle, heißt es weiter.