TSMC-Rekord-Quartalszahlen: Wachstumsexplosion, neue Fabriken, Fertigungen und mehr
TSMC hat erneut Rekordzahlen gemeldet, das erste Quartal des neuen Jahres übertraf dabei sogar die letzten beiden deutlich. Vor einigen Jahren war das noch undenkbar, da wurde das erste Halbjahr eigentlich stets dazu genutzt, um Maschinen zu warten und Anlagen aufzurüsten. Das muss nun irgendwie nebenbei erledigt werden.
Das klassische Muster des schwachen ersten Halbjahres ist spätestens seit dem AI-Boom Geschichte – zumindest für Chipfertiger, die in diesem Bereich aktiv sind. Denn bei OEMs in anderen Bereichen wie Smartphones und Notebooks dürfte nun langsam Ernüchterung einsetzen, da die hohen Speicherpreise ihr Geschäft zunichte machen.
Das zeigt letztlich auch der heutige Quartalsbericht von TSMC: 4,17 Millionen Wafer hat der weltgrößte Auftragsfertiger für Chips in den ersten drei Monaten dieses Jahres belichtet, das sind 28 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres und sogar noch einmal 5 Prozent mehr als im vierten Quartal 2025. Dabei übernahm vor allem die 5-nm-Fertigung wieder deutlich die Führung. Darin inbegriffen sind auch die diversen Abstufungen einschließlich N4, der als Prozess für viele moderne GPUs und AI-Beschleuniger zum Einsatz kommt.
N5 und N7 finanzieren N2 (und N3)
Vor allem die Fertigung basierend auf N7 und N5 ist nach wie vor nicht zu unterschätzen, macht sie doch 49 Prozent des gesamten Umsatzes mit Wafern aus. Angesichts der massiven Steigerung des Umsatzes binnen der letzten Jahre bleiben N7 und N5 das Rückgrat für TSMC und finanzieren mit sehr hoher Ausbeute und Wirtschaftlichkeit die nächsten Fertigungsschritte. Denn wie dem Quartalsbericht ebenfalls zu entnehmen ist, hat TSMC begonnen, weiteren Inventarbestand für N3, aber auch schon N2 aufzubauen, diese Wafer werden ab Sommer in größeren Mengen für neue Produkte benötigt.
Rosiges Quartal und noch rosigerer Ausblick
Unterm Strich hat TSMC im ersten Quartal 35,9 Milliarden US-Dollar umgesetzt und einen Nettogewinn von 18,1 Milliarden US-Dollar verbucht. Die Ausgaben werden sich in diesem Jahr wie geplant erhöhen, schon im ersten Quartal lagen sie bei über 11 Milliarden US-Dollar – im Gesamtjahr sollen sie am oberen Ende der Prognose von bis zu 56 Milliarden US-Dollar liegen. Im aktuellen Quartal wird erstmals die 40-Milliarden-US-Dollar-Umsatzmarke angepeilt. Die Marge wird ähnlich wenn nicht besser ausfallen, der Gewinn entsprechend weiterhin sehr hoch ausfallen.
Die Profitabilität könnte sich im zweiten Halbjahr etwas verschlechtern, je nachdem, wie lange die Krise rund um den Iran andauert und Auswirkungen auf gewisse Chemikalien hat. Aktuell sei es aber zu früh, um dies in Zahlen auszudrücken, viele Lieferanten in vielen Regionen federn dies jedoch schon heute bestmöglich ab. Auswirkungen auf die Produktion werden deshalb nicht erwartet.
N3, N2 und A14 im Wachstumsfokus
TSMCs CEO C.C. Wei erklärte in der Telefonkonferenz, dass die AI-Nachfrage weiterhin für Jahre extrem robust sei. Deshalb wird die Kapazität entsprechend weiter ausgebaut, die Priorität hat hier die N2-Fertigung in Taiwan. Die High-Volume-Serienfertigung läuft und wird stetig ausgebaut, N2P und A16 folgen direkt auf den Fuß.
Aber auch N3 ist und bleibt stark gefragt. Im Normalfall baut TSMC ältere Nodes nicht mehr aus, sobald neue Nodes verfügbar sind. Doch die Nachfrage ist so hoch, dass ein Teil der Investitionsausgaben auch dazu genutzt wird, N3 weiter auszubauen. Im Tainan Science Park wird dafür sogar eine weitere Phase an eine bestehende Fab gebaut – vermutlich an die Fab 18 – zudem N5-Kapazität wenn möglich auf N3 umgerüstet. In den USA könnte die erste N3-Fertigung ab Ende 2027 verfügbar werden, in Japan die entsprechende Fabrik ab 2028.
Die Entwicklung von A14 als echtem Next-Next-Gen-Prozess laufe wie geplant für eine Einführung im Jahr 2028. In Serie dürfte sie ab 2029 verfügbar werden, die Variante mit rückseitiger Stromversorgung ein Jahr später folgen. Weitere Details dazu dürfte es bereits ab der kommenden Woche geben, dann startet das TSMC Technology Symposium 2026.