Linux (Mesa 26) vs. Windows 11 im Test: Aktuelle Gaming-Benchmarks mit Radeon RX und GeForce RTX

Wolfgang Andermahr
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Linux (Mesa 26) vs. Windows 11 im Test: Aktuelle Gaming-Benchmarks mit Radeon RX und GeForce RTX

Wie steht es um die Gaming-Performance von Linux auf GeForce und Radeon (Mesa 26) im Vergleich zu Windows 11? ComputerBase hat in 19 Spielen den Benchmark-Test gemacht. Dabei kamen die neuesten Treiber inklusive Mesa-26-Update für AMD-Grafikkarten zum Einsatz, das die Raytracing-Performance deutlich beschleunigt haben soll.

Linux vs. Windows 11 in der Gaming-Performance mit CachyOS

Linux mausert sich immer mehr zu einer ernsten Gaming-Alternative zu Windows. Entsprechend wird das Interesse der Leser an diesem Thema immer größer und so hatte sich ComputerBase vor etwas mehr als einem halben Jahr erstmals die Spiele-Performance von Linux angesehen und diese mit Windows 11 verglichen. Seitdem ist einige Zeit verstrichen und Treiber- sowie Linux-Updates sind erschienen. Es ist also wieder Zeit für einen neuen Vergleich.

Diesmal gibt es dabei eine neue Linux-Distribution: Anstatt EndeavourOS wie beim letzten Mal setzt die Redaktion auf den Community-Liebling CachyOS, das zwar ebenso Arch Linux als Basis nutzt, aber potenziell mit weiteren Optimierungen ausgestattet ist. Die aktuelle Version nutzt den Linux-Kernel „6.19.5-3-cachyos“ Die Linux-Version basiert auf dem aktuellen Open-Source-Paket Mesa 26.0.1, das weitreichende Raytracing-Optimierungen für Radeon-Grafikkarten erhalten hat. Die Treiberversion hört auf die Bezeichnung „26.0.1-arch2.3“. Nvidia-Grafikkarten setzen auf den aktuellen 590.48.01-Treiber. Unter Windows werden der GeForce 591.86 und der Adrenalin 26.2.1 genutzt.

Als Grafikkarten kommen eine GeForce RTX 5070 Ti und eine Radeon RX 9070 XT zum Einsatz. In 19 verschiedenen Spielen müssen diese in WQHD und in Ultra HD, meistens in Kombination mit DLSS 4 beziehungsweise FSR Upscaling AI, zeigen, wie viele Bilder pro Sekunde unter Linux erreicht werden können. Verglichen werden die Ergebnisse mit einem klassisch konfigurierten Windows 11 25H2 inklusive sämtlicher Updates. Die genauen Spieleinstellungen sind weiter unten detaillierter aufgeführt.

Es gibt Beschränkungen und Unterschiede

ComputerBase nutzt für diesen Test ausschließlich Proton für Steam, entsprechend werden auch nur auf Steam verfügbare Spiele getestet. Zwar lassen sich auch Spiele auf anderen Launchern oder native Titel einbinden, doch ist dies teils komplexer, was für den Test vermieden werden sollte. Die meisten Steam-Spiele laufen hingegen unter Linux mit nicht mehr als einem Doppelklick auf „Starten“. Wie gut welche Spiele laufen, darüber klärt Steam selbst, aber auch die ProtonDB auf. Handfeste Aussagen zur Performance Windows vs. Linux gibt es dort aber nicht.

Was darüber hinaus ebenso nicht getestet werden kann, sind Spiele mit gewissen Anti-Cheat-Mechanismen. EA-Spiele wie zum Beispiel F1 25 laufen generell nicht unter Linux, da diese nicht mit dem Betriebssystem kompatibel sind. Diese Spiele können entsprechend ebenso nicht getestet werden.

Keine „Windows-Benchmark-Tools“

Was die klassischen Hardware- sowie Benchmark-Tools angeht, herrscht unter Linux Flaute. Das, was man unter Windows gewohnt ist, funktioniert unter Linux nicht, so zum Beispiel MSI Afterburner oder CapFrameX – auch wenn von letzterem eine angepasste Linux-Version demnächst erscheinen soll. Bei einer Radeon fehlt sogar das gesamte Treibermenü. Das hat zur Folge, dass potenziell eine ganze Menge Dritt-Software installiert werden muss.

Als Benchmark-Software dient MangoHUD mit Goverlay als grafische Oberfläche, in der sich durchaus einiges einstellen lässt. Wichtig zu erwähnen ist, dass die Zählweise der Frames völlig anders als unter Windows funktioniert und mit MangoHUD deutlich ungenauer ist.

Denn während die Benchmark-Tools unter Windows zum Beispiel durchweg jeden einzelnen Frame erfassen, macht dies zumindest MangoHUD nicht. Stattdessen wird nur alle x Millisekunden (konfigurierbar) die Informationen abgefragt, was weniger genau ist und auch mehr Hardware-Ressourcen fordert. Das framegenaue Protokollieren unter Windows kostet weniger CPU-Zeit als das Protokollieren alle 10 Millisekunden unter Linux, obwohl ersteres genauer ist. Die Performancekosten sind zwar gering, aber auch mit einer schnellen CPU messbar. Das gilt auch für diesen Artikel: Je nach Spiel gehen zwischen 0 bis 2 Prozent an FPS durch die Benchmark-Protokollierung unter Linux verloren.

Es werden viele (ganz viele) Shader kompiliert

Shader vorab zu kompilieren, ist in Spielen mittlerweile ganz normal. Auch über Steam für Linux wird dies gemacht, in diesem Fall aber initiiert auch über Proton. Das von Windows bekannte Kompilieren in Spielen fällt dann weg oder kürzer aus, das Prozedere vor dem Start zieht sich aber. Auf einer Radeon-Grafikkarte ist die Wartezeit meistens ziemlich kurz, ganz anders dagegen schaut es auf einer GeForce aus. Auch hier kann die Sache nach wenigen Sekunden erledigt sein. Immer mal wieder – und das gar nicht so selten – dauert es aber mehrere Minuten. Und da können auch auf einem Ryzen 7 9800X3D schnell einmal 15 bis 20 Minuten bis zum Spielstart vergehen. Das ist eine ziemlich nervige Angelegenheit.

Die genutzten Spiele und die Grafikdetails
Grafikdetails
ARC Raiders Epic-Preset, DLSS 4 / FSR Upscaling AI Quality
RT: Dynamic-Epic
Avowed Epic-Preset, DLSS 4 / TSR Performance
RT: Ein
Borderlands 4 Very-High-Preset, DLSS 4 / Upscaling AI Performance
Cyberpunk 2077 Ultra-Preset, DLSS 4 / FSR Upscaling AI Performance
RT Ultra
Doom: The Dark Ages Ultra-Nightmare-Preset, DLSS 4 Quality / XeSS Ultra Quality
Farthest Frontier Maximale Bildqualität, 4×MSAA
Helldivers 2 Maximale Grafikdetails
Hogwarts Legacy Ultra-Preset, DLSS 4 / FSR Upscaling AI Quality
RT: Reflexionen + Schatten Ultra, Geometrie Hoch
Indiana Jones und der große Kreis Supreme-Preset, DLSS 4 / FSR Upscaling Quality
Jurassic World Evolution 3 Very-High-Preset, DLSS 4 / FSR Upscaling Quality
RT: GI Ultra, Sun Shadows Ein
Kingdom Come Deliverance 2 Ultra-Preset, DLSS 4/ FSR Upscaling AI Balanced
Oblivion Remastered High-Preset, DLSS 4 / FSR Upscaling AI Quality
RT: Ein Ultra
The Last of Us Part II Very-High-Preset, DLSS 4 / FSR Upscaling AI Quality
The Outer Worlds 2 Sehr-Hoch-Preset, DLSS 4 / FSR Upscaling AI Performance
RT Ein
Mafia: The Old Country Hoch-Preset, DLSS 4 / FSR Upscaling AI Quality
Pioneers of Pagonia Ultra-Preset, MSAA Aus
Spider-Man 2 Maximale Bildqualität, DLSS 4 / FSR Upscaling AI Balanced
RT: Ultimativ-Preset
Stalker 2 Epic-Preset, DLSS 4 / FSR Upscaling AI Quality
Warhammer 40k: Space Marine 2 Ultra-Preset, DLSS 4 / FSR Upscaling AI Quality