007 First Light im Test: Fazit

 3/3
Wolfgang Andermahr
111 Kommentare

Echt hübsch, 007!

007 First Light für den PC ist technisch ein wilder Ritt. Er fängt bei der wirklich guten, absolut filmischen Grafik an. Ja, ein paar Sachen wie die fehlenden Raytracing-Reflexionen sind weniger schön, aber davon abgesehen sieht das Spiel einfach richtig gut aus.

Ob in den Zwischensequenzen oder das Gameplay, in den meisten Situationen gibt es für das Auge viel zum Staunen. Diesbezüglich ist offenbar viel Arbeit in das Spiel geflossen und das hat sich gelohnt. Bei der Technik, die das wirklich tolle Bild liefert, hakt es allerdings teils gewaltig.

DLSS all in, FSR 4 all out

Das fängt bei der absolut unausgewogenen Upsampling-Integration an. So gibt es im Spiel auf der einen Seite das hübsche DLSS 4.5, das auch im Performance-Modus noch sehr gut aussieht. Und auch DLSS Multi Frame Generation bis hin zum neuen 6×-Modus ist dabei, ebenso wie Dynamic MFG. Kurzum: Aus Nvidias Technik-Baukasten ist alles dabei.

Auf der anderen Seite bietet das Spiel nur FSR Upscaling 3.1.5. Das wäre für RX-9000-Inhaber zwar erst einmal nicht weiter schlimm, wenn die Entwickler AMDs einfaches Upsampling wie von AMD empfohlen – und damit wie mittlerweile praktisch jedes andere Spiel – integriert hätten, dass man per Adrenalin Software auf FSR 4 wechseln kann. Doch IO Interactive hat die FSR-Version direkt in den Sourcecode des Spiels eingebaut. Mit dem Ergebnis, dass das FSR-Upgrade im Treiber auf FSR 4.1 nicht funktioniert. Wirklich, liebe Entwickler?

Den DLSS-4.5-DLSS-4-FSR-3.1-Vergleich gibt es in interaktivem Format auf Seite 1 im Artikel, auf YouTube auch eine geführte Variante:

Ach ja: Frame Generation gibt es für AMD und Intel auch nicht. Das darf es so bei einem AAA-Spiel, nein, in keinem Spiel des Jahrgangs 2026, nicht mehr geben. Das muss geändert werden und zwar schnell!

Doch auch bei GeForce hakt es

Radeon-RX-9000-Spieler müssen auf die beste Spielerfahrung aktuell also verzichten, doch auch als Nvidia-Gamer gibt es ein Problem: Zwar wird nahezu alles im DLSS-Portfolio geboten, doch DLSS Super Resolution bringt erstaunlich wenig Leistung in dem Spiel. Auch im Vergleich zum optisch schwachen FSR Upscaling 3.1.5 sind die Leistungszugewinne durch DLSS Super Resolution viel zu klein. Im Endeffekt läuft DLSS Quality nur etwas schneller als TAA Native und DLSS Performance kaum schneller als FSR Quality.

Apropos TAA Native: Die spieleigene Kantenglättung hat mit vielen Oberflächen Probleme, flackert gerne und ist unterhalb von UHD ziemlich unscharf. Selbst DLSS Performance liefert da ein weit besseres Bild. Wer DLSS nicht nutzen kann, hat in dem Spiel also wirklich ein Problem.

Praxisnahe Benchmarks – kaum möglich

Zur Grafikkarten-Leistung lässt sich in 007 First Light auf dieser Basis am Ende derzeit nur schwer ein aussagekräftiges Fazit ziehen.

Die eine Seite hat unter Nutzung des empfehlenswerten Upscaling derzeit eine vergleichsweise geringe Performance (Nvidia), die andere Seite hat dagegen durchweg eine schlechte Bildqualität, als Ausgleich aber eine höhere Framerate (AMD). Der Zielzustand sollte beides nicht sein.

Wird „Native + TAA“ verglichen, haben Radeon-Grafikkarten zeigen eine etwas bessere Geschwindigkeit als die GeForce-Kollegen: die Radeon RX 9070 XT liegt ein kleines Stück vor der GeForce RTX 5070 Ti. Doch einen praktischen Nutzen hat dies nicht.

Abgesehen von der unschönen Situation liefert die PC-Version von 007 First Light ab. Das Frame Pacing ist gut, störende Ruckler gibt es nur sehr selten. Diesbezüglich schneidet das James-Bond-Spiel besser als die meisten anderen Titel ab. Abstürze oder sonstige Probleme hat es während der Testphase auch nicht gegeben. Wer sich 007 First Light zulegen möchte, kann dies also durchaus auch auf dem PC tun – auch wenn man die Upsampling-Problematik im Auge behalten sollte.

Meinung von Wolfgang Andermahr
Wolfgang Andermahr

Selten war ich von einem Spiel so hin und hergerissen. Denn eigentlich ist 007 First Light ein richtig gutes Spiel geworden. Das Gameplay macht Spaß, die Story ist gut inszeniert, die Atmosphäre stimmig und die Grafik toll. Ja, so sollte ein gutes James-Bond-Spiel aussehen!

Doch die PC-Version ist technisch stellenweise frustrierend. Dass es nur FSR 3.1.5 als Sourcecode-Integration und damit generell kein FSR 4 gibt, ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden RX-9000-Käufers (und bald auch in das der RX-7000-Inhaber). Das darf es im Jahre 2026 einfach nicht mehr geben. Auch oder vielleicht gerade dann nicht, wenn fast jedes Nvidia-Feature mit im Spiel ist, ein GeForce-RTX-Logo beim Starten des Spiels zu sehen ist, es ein Game-Bundle beim Kauf einer Nvidia-Grafikkarte und noch so manches mehr gibt. Das ist einfach falsch und enttäuschend.

Dass DLSS Super Resolution dabei eine erstaunlich geringe Performance zeigt, wirkt da fast schon ironisch. Auch als Nvidia-Besitzer ist man also aktuell nicht völlig happy. In Summe trübt das meinen eigentlich wirklich tollen Eindruck von 007 First Light spürbar.

007 First Light im Benchmark-Test
Die technischen Merkmale
007 First Light Eigenschaften
Entwickler IO Interactive
Publisher IO Interactive
Engine Glacier
API DirectX 12
Nvidia Reflex ✓ (nur bei DLSS FG)
Nvidia Reflex 2 Nein
AMD Anti-Lag 2 Nein
Intel XeLL Nein
HDR
Widescreen (21:9) (Screenshot-Vergleich)
Kantenglättung TAA
Temporales Upsampling
Nvidia DLSS Super Resolution ✓ (DLSS 4.5 für Performance-Modus im Spiel
DLSS 4.5 komplett per Nvidia-App)
Nvidia DLSS Frame Generation
Nvidia DLSS Multi Frame Generation ✓ (6×)
Nvidia DLSS Ray Reconstruction Nein
AMD FSR Upscaling ✓ (nur) FSR Upscaling 3.1.5 verfügbar
AMD FSR Frame Generation ✓ (3.1.5 im Spiel)
AMD FSR Ray Regeneration Nein
Intel XeSS Super Resolution Nein
Intel XeSS Frame Generation Nein
Epic UE TSR Nein
Native Auflösung + Upsampling ✓ (DLAA)
Manuelles Nachschärfen Nein
Direkt zur Upsampling-Analyse
Raytracing Nein
Direkt zu den Benchmarks
Release-Datum 27. Mai 2026
26. Mai 2026 (Vorbesteller)
Preis zum Release 70 Euro

ComputerBase hat 007 First Light von der für das Spiel zuständigen PR-Agentur zum Testen erhalten. Das Spiel wurde unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühstmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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