Nacon Revo PC & Xbox Max im Test: Her mit Kabel, her mit Features

Max Doll
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Nacon Revo PC & Xbox Max im Test: Her mit Kabel, her mit Features

Kabellose Freiheit ist eigentlich selbstverständlich. Nicht so hier: Nacon tauscht sie in der Revo-Max-Serie gegen Features, darunter verstellbare Thumbsticks. Das ist zumindest ein interessantes Angebot. Ob es am Ende auch ein guter Deal ist, klärt der Test.

In der Vorstellung liegen die Karten eindeutig. Nacon baut ein Gamepad, das teure Komponenten wegstreicht und die Ressourcen auf die übrigen Features umverteilt. Für 70 Euro lässt das einiges erwarten. Diese Erwartungen erfüllt Nacon jedoch nur teilweise.

Nacon Revo PC Max
27.10.2026
  • Technisch auf dem Stand
  • Verstellbare Thumbsticks
  • Softwarelos konfigurierbar
  • Pre-Travel bei Triggerstop & D-Pad
  • Kein kabelloser Betrieb
  • Status-LED viel zu hell

Der Revo Max im Überblick

Kein Akku, nur ein drei Meter langes Kabel, das macht den Gedanken des Revo Max aus. Das Xbox-Layout wird dafür, vor allem gegenüber dem Standard-Controller, aufgewertet. Hall-Effect-Technik, zwei Paddles, sperrbare Trigger und Mikrotaster gibt es jedoch auch von günstigen Mitbewerbern – und Funk obendrein.

Das soll Mehrwert sein

Joker soll und muss für den Nacon-Controller deshalb die Möglichkeit sein, den Widerstand der Thumbsticks mechanisch anzupassen. Wie schwer oder leicht sie sich bewegen lassen, ist eine Frage der Drehung, und zwar derjenigen ihrer Einfassung, die zum „Steuerring“ wird. So lässt sich der physische Widerstand zwischen 40 und 120 Gramm ändern.

Zweite Säule des Controllers ist die Konfiguration ohne App. Alle Funktionen laufen direkt über das Eingabegerät. Darunter fällt die Möglichkeit, die Totzone der Sticks abzuschalten, vordefinierte, im Handbuch abgebildete Reaktionskurven auszuwählen und Paddles in mehreren Profilen zu programmieren. Nur eigene Kurven lassen sich so logischerweise nicht erstellen.

PC- und Xbox-Version im Vergleich

Daten überträgt die Serie immer mit 1.000 Hz an den PC, die Xbox-Version arbeitet an der Konsole mit 250 Hz. Der Unterschied zwischen Revo PC Max und Revo Xbox Max bleibt ansonsten minimal. Die Konsolen-Version hat für 10 Euro Aufpreis Vibrationsmotoren für die Trigger und einen Demo-Monat Game Pass im Gepäck. Damit liegt das Pad im Marktumfeld genau zwischen GameSir Cyclone 2 und dem G7 Pro 8K – oder auf dem Niveau des G7 Pro.

Nacon Revo PC Max
Nacon Revo X Max
GameSir Cyclone 2
Gehäuse: 180 × 123 × 74 mm 103 × 156 × 63 mm
Griffe: Kunststoff
Layout: Xbox
Gewicht: 249 g 254 g 227 g
Konnektivität: USB/Type-C-USB (modular), 3,0 m Kabel USB/Type-C-USB (modular), Bluetooth, Funk, 1,0 m Kabel
Force Feedback: Griffe Trigger, Griffe Griffe
Kompatibilität: Windows Windows, Xbox Windows, Android, iOS, Switch
Akku: – Proprietär, 9 Stunden Laufzeit
Thumbsticks: Hall-Effekt TMR
Tasten XYAB: Microswitches
Zusatztasten: 2 Unterseite
Sonderausstattung: Trigger Stop Trigger Stop, Gyroskop
RGB-Beleuchtung
Software: Programmierbar
4 Profile
Preis: ab 50 € ab 66 € ab 57 €

Praxistest: Groß, aber die Akku-stik

Der Revo Max mag aussehen wie ein Standardcontroller, fühlt sich aber trotz ähnlicher Abmessungen in subjektiver Erfassung 10 bis 20 Prozent größer an. Dadurch liegt er klobiger in der Hand, zumindest beim Tester mit Filigrangreifern. Größere Hände dürften sich über die Form freuen – man hat etwas in der Hand.

Darunter steckt ein völlig akzeptabler Controller, aber nur teilweise etwas Besonderes. Die unaufgeregt akzeptablen Schultertasten etwa geben solide taktile Klicks. Dass sie etwas unbequemer zu erreichen sind, kann auf die Großhandform zurückgeführt werden, zu der auch der höhere Widerstand der Trigger passt. Stichwort Akku-stik. Tonal sind die ziemlich hellen Klicks fast schon enttäuschend, berücksichtigt man den entfallenen Stromspeicher. Ein Cyclone 2 klingt mit satteren Klicks hochwertiger.

Klicks und Sticks

Ein wenig versucht das Marketing mitzuhelfen. Das drei Meter lange Kabel stelle Bewegungsfreiheit sicher, heißt es etwa. Na ja, schon, aber es ist immer noch im Weg. Taktile Micro-Switches sollen „sofortige Reaktionsfähigkeit bieten“, schreibt Nacon weiter. Na ja, schon, aber es bedarf einer Einordnung. Das knackig-klare Feedback ist ein Upgrade, die Reaktionsfreudigkeit höher, während der kurze noch wahrnehmbare Hub auch zu entspannterem Spielen beiträgt. Das gefällt, damit lässt sich etwas anfangen. Es geht aber sowohl noch mehr als auch weniger „sofortig“, denn Microtaster sind nicht alle gleich. Der Nacon-Mittelweg trifft aber gut ins Schwarze.

In der Idee praktisch: Die Empfindlichkeit der Sticks regelt der Kranz
In der Idee praktisch: Die Empfindlichkeit der Sticks regelt der Kranz

Die Sticks mausern sich zum besten Part des Revo-Pads. Die verstellbare Empfindlichkeit trägt dazu bei. Änderungen könnten „sofort“ erfolgen, „um den Vorteil zu behalten“, textet Nacon hier. Als ob im Spiel permanent umgestellt wird, als ob sich daraus unmittelbare Gewinne ergäben. Einzelfälle im kompetitiven Bereich möglicherweise ausgenommen, tun sie das zwar grundsätzlich, aber für den Normalnutzer eher im Bereich Komfort – schön, dass es diese Möglichkeit des Feintunings gibt, die Offenbarung bleibt aus. Am Ende steht doch wieder etwa der Widerstand anderer Controller, vielleicht aus Gewohnheit, vielleicht weil er einfach gut funktioniert, und bleibt unangetastet.

Besser noch als die Sticks selbst gefallen die darunter liegenden Buttons. Sie kommen ohne Pre-Travel aus, den andere Controller dieser Preisklasse häufig haben. Präzise, deutliche Auslösungen sind die Folge. Diese Qualität schafft genau die Argumente, die das Pad braucht, um seine Kabelbindung zu rechtfertigen.

Trigger und D-Pad

Es gelingt ihm teilweise. Denn die Triggersperren gehen daneben. Eine Betätigung mit Sicherung, ja, eine gute Idee, aber die Umsetzung scheitert. Da zwischen Taster und Trigger trotz Sperre ein Millimeter Hub verbleibt, bevor der Klickpunkt erreicht ist, kann man den Trigger quasi spürbar auf den Taster „auflegen“. Das ist bei anderen Controllern nicht so, verbleibende Wege sind wenn, dann Teil einer flüssigen Aktivierungsbetätigung. Mit entweder zu langem Hub oder zu unklarem, „doppeltem“ Druckpunkt macht das Feature hier ebenso wenig Spaß wie der sehr schwimmende Button der Trigger-Sperre selbst.

Gute Sticks, ausbaufähiges D-Pad
Gute Sticks, ausbaufähiges D-Pad

Ähnlich peripher störend ist die LED auf der Vorderseite. Sie überblendet schon fast, obwohl sie nur anzeigt, dass das Pad verbunden ist, und ansonsten Hinweise zum ausgewählten Profil gibt. Diese Informationen brauchen Wahrnehmbarkeit nur, wenn das Pad aktiv angeschaut wird, und selbst dann reicht eine dezentere Ausführung völlig aus.

Und das D-Pad? Liefert fast schon eine der besseren Umsetzungen in diesem Preissegment, leichtgängig, aber deutlich. Der GameSir Cyclone 2 schafft das jedoch runder und auch das normale GameSir G7 Pro liegt am Ende vorne. Was den Unterschied ausmacht: Wie bei den Triggern hat das Pad etwas viel Pre-Travel. Er führt zu Schwammigkeit, die den Bemühungen um knackige Präzision zuwiderläuft. Es wirkt weich und federnd in der Rückmeldung, aber irgendwie auch langsam, dafür ziemlich exakt den übrigen Buttons angeglichen. Im Spiel fällt das bei schneller Betätigung oft nicht auf – und stört immer dann, wenn es das nicht tut.

Fazit

Kabellose Freiheit weg, variable Widerstände in den Thumbsticks her. Das ist immer noch ein interessantes Angebot, aber kein besonders überzeugendes. Widerstände verstellen zu können, ist ein nettes Extra, aber eben nur das. Die Masse ist mit universellen Abstimmungen gut bedient, dafür mit kabelloser Bedienung und qualitativ schönerer Detailabstimmung besser versorgt.

In zu vielen Bereichen ist der Revo Max bei der Umsetzung nur okay oder hat gar, wie bei den Trigger-Sperren, Revisionsbedarf. Es kommt eben nicht nur auf die Features selbst, sondern auch deren Umsetzung an. Beim D-Pad, den Trigger-Sperren und der Anmutung hat Nacon durchaus noch Nachholbedarf. Nur gute Sticks reichen nicht für 60 oder gar 70 Euro.

Fazit:Der Revo Max macht ein interessantes Angebot, das man gut überdenken sollte
Fazit:Der Revo Max macht ein interessantes Angebot, das man gut überdenken sollte

Bessere Pakete gibt es bereits, zum Beispiel in Form des GameSir Cyclone 2 (Test) und G7 Pro (Test). Als preisgleiche Alternativen sind sie klar die bessere Wahl und mit weniger Kompromissen behaftet. Sie haben mehr Ausstattung und setzen sie besser um.

Als Alternative zum Xbox-Standardpad für größere Hände und unter 50 Euro Marktpreis sähe das anders aus. Kabellosigkeit gegen viel bessere Technik, das ließe sich bei entsprechender Prioritätensetzung in der dargebotenen Umsetzung akzeptieren. Zur Preisempfehlung ergibt das Angebot jedoch in der Regel zu wenig Sinn, sofern der nicht unbedingt nach einem etwas größeren Controller steht.

Nacon Revo PC Max
27.10.2026
  • Technisch auf dem Stand
  • Verstellbare Thumbsticks
  • Softwarelos konfigurierbar
  • Pre-Travel bei Triggerstop & D-Pad
  • Kein kabelloser Betrieb
  • Status-LED viel zu hell

ComputerBase hat den Revo X Max und den Revo PC Max von Nacon leihweise zum Testen erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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